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Transatlantischer Freihandel

TTIP oder das lange Warten

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Als Beispiele nennt er metrische Dimensionen, Gehäuse und Stecker, die Spannungsversorgung von 24 VDC und 230 VAC sowie viele sicherheitstechnische Standards. Und dann wird er ganz deutlich: „In anderen Bereichen sollten wir immer gründlich prüfen, ob die Standards in den USA eine Verbesserung für uns bedeuten oder ob nicht unsere Standards für das Leben und die Gesundheit von uns und unseren Kindern nachhaltig besser sind.“

Angleichung der Standards bedeutet: Kostendruck runter

Zweifellos ist dies unter Maschinenbauern eine absolute Minderheitenmeinung, denn sie sehen in erster Linie die Chancen, die TTIP bietet. So verweist Martin Kapp, Unternehmer und Vorsitzender des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW), auf die Tatsache, dass die USA nicht nur traditionell einer der bedeutendsten Investitionsstandorte für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie, sondern auch ihr zweitwichtigster Exportmarkt sind: „2014 exportierten unsere Unternehmen Produkte im Wert von 889 Mio. Euro in die USA.“ Als Lieferant von Werkzeugmaschinen liege Deutschland dennoch hinter Japan, das mit einem Anteil von 37 % doppelt so stark sei.

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Mit dem transatlantischen Handelsabkommen könne Deutschland sein Potenzial viel besser ausschöpfen. Dazu Kapp: „Die Angleichung der Standards bedeutet für uns: Kostendruck runter, preisliche Wettbewerbsfähigkeit rauf!“ Deshalb kämpfe er für TTIP. Die öffentliche Diskussion zum Abkommen drehe sich vorrangig um Essen und Kultur – die wirtschaftliche Bedeutung für die Industrie müsse jedoch viel stärker im Vordergrund stehen. Aufgabe der Unternehmen sei es, aufzuklären und Kritiker davon zu überzeugen, dass TTIP umfangreiche Chancen für Handel, Investitionen und nicht zuletzt auch Arbeitsplätze in Deutschland biete. Denn die wirtschaftliche Bedeutung des Abkommens ist auch jetzt noch längst nicht allen Beteiligten bewusst.

Nordamerika und Europa sind als Wertegemeinschaft verbunden

Das ist bei Hawe Hydraulik SE, Hersteller von technologisch hochwertigen Hydraulikkomponenten und -systemen, ganz anders. Vorstandssprecher Karl Haeusgen erklärt: „Unser Unternehmen schätzt die USA auf lange Sicht als einen der wichtigsten, technologisch spannendsten und auch wachstumsstärksten Märkte.“

Und er bringt einen weiteren Aspekt in die Debatte: Er ist der Ansicht, dass Nordamerika und Europa als Wertegemeinschaft verbunden sind. In den gegenwärtig politisch sehr unruhigen Zeiten gelte insbesondere für die Achse Europa – Nordamerika: Je besser die wirtschaftliche Zusammenarbeit, desto besser auch die politische Zusammenarbeit und das Verständnis der Nationen untereinander. Er sieht TTIP wirtschaftlich und gesellschaftlich ausnahmslos positiv und kann keine Risiken für den Maschinen- und Anlagenbau erkennen.

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