Suchen

Türkei: Businesschancen nutzen – mit der und über die Türkei

| Autor / Redakteur: Ahmet Yılmaz / Stéphane Itasse

Die Türkei ist ein Begriff in Deutschland. Nicht nur wegen der in Deutschland lebenden türkischstämmigen Menschen und als das beliebteste Urlaubsziel, sondern auch für ihre steigenden wirt- schaftlichen Beziehungen. Mit 32,6 Mrd. Euro Handelsvolumen belegt die Türkei den 16. Rang des Außenwirtschaftsspiegels. Die Produkte, die für dieses Handelsvolumen beiderseits verantwortlich sind, kommen aus den Industriebranchen Maschinen, Automotive, Textil und Chemie.

Firmen zum Thema

Die türkische Industrie modernisiert ihre Anlagen auch mit deutscher Unterstützung.
Die türkische Industrie modernisiert ihre Anlagen auch mit deutscher Unterstützung.
(Bild: Siemens)

Nach und nach rückt ein ganz bestimmter Sektor in den Fokus der wirtschaftlichen Aktivitäten in Deutschland, nämlich der Maschinenbau. Denn die türkischen Maschinen- und Zubehörhersteller haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie qualitative und innovative Produkte anbieten können. Dies wird mit der Kundenzufriedenheit europäischer Unternehmen und anhand der konstant steigenden Exportzahlen belegt. Diese Position begründet sich vor allem mit der Anpassungsfähigkeit der Unternehmen an die Anforderungen des Marktes sowie den lokalen Beschaffungsmöglichkeiten von Rohmaterialien.

Familienunternehmen dominieren auch den türkischen Maschinenbau

Insgesamt sind türkische Firmen jung, dynamisch, sehr flexibel und aufgrund ihrer Investitionsfreudigkeit mit den modernsten Anlagen und Maschinen ausgestattet sowie zum großen Teil Familienunternehmen. Deutschland ist für alle Unternehmer, die im Maschinenbau angesiedelt sind, ein unverzichtbarer Standort, denn hier werden Trends gesetzt und neue Technologien entwickelt. Deutschland ist deshalb in vielerlei Hinsicht ein Benchmark, an dem sich jeder orientiert.

Die deutsch-türkische Zusammenarbeit im Bereich Maschinenbau bietet enorme Möglichkeiten und hohes Potenzial, viele erfolgreiche deutsch-türkische Partnerschaften aus anderen Branchen machen es uns vor. Derzeit hat die Türkei lediglich einen Anteil von 2 % der deutschen Importe im Maschinenbau. Dies gilt es zu erhöhen. Aber die deutsch-türkische Zusammenarbeit bietet mehr als den Handel. Die Länder sind ideale Partner für Kooperationen, Joint Ventures und gemeinsame Investitionen in Drittländer.

Produziert wird nach deutschen Normen und deutschem Qualitätsbewusstsein

In der Türkei wird nach deutschem Qualitätsbewusstsein, deutschen Richtlinien und Normen produziert. Von Anfang an hat man sich hier an Deutschland orientiert. Mit gutem Fachpersonal, das teilweise in Deutschland ausgebildet wurde, bietet sich die Türkei als Kooperationspartner und Beschaffungsmarkt an. Die im europäischen Vergleich wettbewerbsfähige Türkei ist für die Produkte des mittleren Preissegments der perfekte Partner.

Hinzu kommt die geostrategische Position der Türkei; eine Achse von Europa bis hin zum Nahen Osten, Nordafrika und Nachbarstaaten wie Russland bietet sehr interessante Möglichkeiten als Produktions- und Vertriebsstandort.

Erfolgreiche internationale Zusammenarbeit erfordert interkulturelle Kompetenzen. Dies gilt für beide Seiten. Beide Seiten stehen vor der Herausforderung, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, wo die interkulturelle Businesskompetenz als ein Zugpferd eingesetzt werden kann. Denn es gibt immer noch interkulturelle Andersartigkeiten, die von Beginn an beachtet werden müssen. So zum Beispiel bei Business Meetings: Der deutsche Partner führt die direkte Kommunikation, während der türkische Partner eher die indirekte bevorzugt. Während der eine direkt zur Sache kommt, wird der andere erst am Schluss das wichtigste Thema ansprechen.

Diese Verschiedenheiten könnte man in einer langen Liste weiterführen. Allgemein gesagt, gibt es zum Beispiel angenehme Unterschiede bei angestrebten Zielen, beim Umgang mit Unsicherheiten, beim Verhalten, bei der geschäftlichen Kommunikation, dem Umgang mit der Zeit, dem Verhandlungsstil und der Entscheidungsbildung.

Globaler Maschinenbau-Wettbewerb erfordert neue Partnerschaften

Im Maschinenbau verschärft sich der Wettbewerb. Die mittelständischen Unternehmen stehen vor einer großen Herausforderung im Bereich der Internationalisierung und des Kostenmanagements. Der Preiskampf bei Maschinen für das Mittel- und Low-Cost-Segment gewinnt weltweit an Bedeutung. Viele europäische, insbesondere deutsche, Maschinenbauer leiden im internationalen Vergleich hierunter. Besonders mittelständische Unternehmen werden zunehmend vom asiatischen Wettbewerb attackiert. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind die deutschen Maschinenbauer im Zugzwang und benötigen dringend einen Partner, der zuverlässig und wettbewerbsfähig ist.

Eine wichtige Schlüsselposition könnte in diesem Zusammenhang der türkische Maschinenbau übernehmen. Die Fortschritte in den vergangenen Jahren zeigen deutlich, dass sowohl qualitätstechnisch als auch preislich mit dem weltweiten Wettbewerb mitgehalten werden kann. Ein Beleg hierfür sind die kontinuierlich steigenden Exportzahlen. Besonders auffällig sind die Exporte von Blechbearbeitungs- und spanenden Maschinen, Gusskomponenten, mechanischen Komponenten, Kompressoren, hydraulischen Zylindern und Pumpen. Aber auch im Bereich der Fördertechnik sind türkische Hersteller auf Wachstumskurs.

Die in der Türkei ansässigen ausländischen Unternehmen und Global Player sind Vorreiter im Bereich der Industrie 4.0. Es gibt aber sehr viele Zulieferunternehmen, die in diesem Zusammenhang Produkte und Dienstleistungen weltweit anbieten.

Als Turkish Machinery verfügen wir über ein Netzwerk von über 5000 Mitgliedsunternehmen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Vermittlung zu geeigneten Unternehmen. MM

* Ahmet Yılmaz ist Leiter des Deutschlandbüros von Turkish Machinery in 38100 Braunschweig, Tel. (05 31) 2 42 87 26, ayilmaz@turkishmachinery.org

(ID:43247152)