Suchen

Verpackungsfolien

Ultraschall-Schweißtechnik zur Sicherung der hohen Siegelgüte

| Autor/ Redakteur: Peter Göhringer /

Eine Entwicklungskooperation des Folienherstellers RKW und des Schweißspezialisten Herrmann Ultraschall hat bei Polyethylenfolien zu kürzeren Taktzeiten und kleineren Foliendicken geführt. Dennoch wird eine hohe Siegelgüte bei Folienverpackungen für Lebensmittel sichergestellt.

Firmen zum Thema

Ultraschall-Quersiegelstation für einen Schlauchbeutel aus Polyethylenfolie.
Ultraschall-Quersiegelstation für einen Schlauchbeutel aus Polyethylenfolie.
( Archiv: Vogel Business Media )

Folienverpackungen haben sich als Alleskönner bewährt: Sie halten Lebensmittel frisch, schützen empfindliche Güter, sind ein dekorativer Informationsträger und obendrein noch kostengünstig. Denn sie umschließen das Produkt direkt und beanspruchen vergleichsweise wenig Transportraum.

Zum Verschließen der Verpackungen favorisiert die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zunehmend die Ultraschall-Schweißtechnik. Der Grund dafür ist die gravierende Effizienzsteigerung, die mit entsprechend ausgerüsteten Verpackungsmaschinen erreicht werden kann - je nach Maschinen- und Verpackungstyp bis zu 40%.

Ultraschallschweißen für Folien prädestiniert

Für das Ultraschallschweißen spricht: Die Wärmebelastung der Fügezone und des Füllgutes entfällt (kein Hot-Tack). Die Stillstandszeiten der Maschinen werden erheblich reduziert, weil weder hoher Reinigungsaufwand noch Teflonband erforderlich ist. Das Schweißsystem ist sofort betriebsbereit, weil die Aufheizphase wegfällt. Außerdem ist der Energieverbrauch niedrig: Bis zu 25% und mehr beträgt die Energieersparnis im Vergleich zu einer dauerbeheizten Maschine. Geregelt und punktgenau wird die Ultraschallenergie in die Siegelzone eingeleitet, ohne den Packungsinhalt oder den Packstoff thermisch zu hoch zu beanspruchen.

Bei pulverförmigen Produkten sind trotz statischer Aufladung der Folie hohe Siegelqualitäten sichergestellt. Auch Schlauchbeutel für flüssige Produkte können in schneller Taktfolge mit hoher Zuverlässigkeit hergestellt werden. „Das gilt insbesondere für kritische Füllgüter wie Suppen und Soßen, die hohe Faser-, Fett-, Öl- und Eiweißanteile haben“, betont Hartmut Möglich, Vertriebsleiter Packaging beim Ultraschallspezialisten Herrmann Ultraschalltechnik im badischen Karlsbad.

Folie speziell auf Ultraschall-Schweißtechnik abgestimmt

Indessen entwickelte die RKW AG Rheinische Kunststoffwerke am Standort Petersaurach eine Polyethylenfolie, die speziell auf den Schließprozess mit Ultraschall abgestimmt ist. Ziel ist das verlässliche Verschließen von Gebinden spezieller Packgüter, zum Beispiel frischer Trinkmilch (Großgebinde) oder Kloßteig. Beides kontaminiert die Folie bei der Abfüllung, denn Milch weist neben ihrem Fettgehalt auch eine Neigung zum Schäumen auf und Kloßteig hinterlässt eine pastöse Schicht.

Unter diesen Bedingungen stößt eine Versiegelung der Folie durch thermische Einwirkung technologiebedingt an ihre Grenzen. Das Ultraschallverfahren hebt diese Einschränkung auf, weil durch Einwirkung mechanischer Kräfte die Produktreste in der kontaminierten Zone einfach durchgeschweißt werden.

Folie auf russischer Messe erstmals präsentiert

Der Folienhersteller RKW hat die Polyethylenfolie vor kurzem erstmals vorgestellt: auf der russischen Fachmesse Upakovka in Moskau. Sie wird im Mono- oder Dreischicht-Extrusionsverfahren produziert – derzeit Varianten mit Dicken von 30 bis 120 µm. Die Folie lässt sich mit bis zu acht Farben bedrucken. Hochmoderne Flexodruckanlagen sorgen für dabei laut RKW für eine hohe Passergenauigkeit und ermöglichen eine flexible Motivgestaltung.

Diese ultraschallschweißoptimierten Polyethylenfolien sind das Ergebnis einer Entwicklungskooperation von RKW und Herrmann. Die Abstimmung von Folie und Siegelverfahren hat zu einer Verringerung der Foliendicken und einer Steigerung der Taktgeschwindigkeit um bis zu 15% geführt – auf modernen FFS-Verpackungsmaschinen horizontaler und vertikaler Bauart. Die Maschinen lassen sich somit kompakter und niedriger bauen. Bei häufig wechselnden Beutelformaten mit unterschiedlich langen Längsnähten bietet ein spezielles, kontinuierlich schweißendes Nahtmodul (Translator) eine platzsparende und effektive Alternative. Die Nachrüstung bestehender Anlagen ist möglich.

Weitere Informationen: Herrmann Ultraschalltechnik GmbH & Co. KG, 76307 Karlsbad, Tel. (0 72 48) 79-0, Fax (0 72 48) 79 39, info@herrmannultraschall.com

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 197968)