Netstal auf der Fakuma 2017

Ungetrübter Kaffeegenuss durch Coinjektions-Technik

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Einzigartig ineinander vernetze Aromaschutz-Effekte

Die Hightech-Anwendung von Netstal dagegen nutze die Möglichkeiten der Mehrschichttechnologie: Beim Coinjection-Spritzgießen wird Schmelze von zwei Aggregaten durch den selben Angusskanal in die Werkzeugkavitäten eingespritzt, wie die Experten erklären. „Das zuerst eintreffende Material bildet dabei die Hülle der Formteile aus, die den inneren Kern der zweiten Komponente umschließt. Im Fall unserer Kaffeekapseln umgeben zwei Schichten PP eine Lage barrierewirksames EVOH und bildet so ein extrem dünnes Sandwich mit einer gesamten Wandstärke von lediglich 0,4 mm", erklärt Gmür. Während das EVOH (0,06 mm) den Kaffee schütze, übernehme das PP (jeweils 0,17 mm) den Schutz des EVOH, denn das empfindliche Material würde sonst Feuchtigkeit absorbieren und seine Barrierewirkung gegen Gasaustausch einbüßen. Das Resultat ist eine aromadichte Kapsel, welche ohne irgendwelche Sekundärverpackung verwendet werden kann.

Für viele Anwendungen denkbare Kunststoffidee

„Diese Mehrlagentechnik ist sehr vielseitig einsetzbar und eignet sich zum Beispiel auch für das Blocken von Licht oder den Einsatz von Recyclingmaterial", erläutert Christen. Im ersten Fall könne man die Innenschicht durch ein schwarzes Polymer ersetzen, im zweiten die Außenhaut aus neuem Material bilden und den Kern aus Recyklat fertigen. Die Zukunftsaussichten des Verfahrens bewertet der Netstal-Experte deshalb positiv: „Das Sandwich-Spritzgießen bietet so einzigartige Möglichkeiten, dass wir uns viele weitere Anwendungsbereiche vorstellen können. Neben der Portionierung von Kaffee und Tee, kann diese Idee auch für Babynahrung, Softdrink-Konzentrate, Medikamente und viele andere Verpackungsanwendungen, bei denen eine zuverlässige Barrierewirkung gefordert ist, interessant sein."

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