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Commerzbank-Studie

Unsicherheit bremst Investitionen aus

| Redakteur: Claudia Otto

Eine aktuelle Studie der Commerzbank Mittelstandsinitiative Unternehmerperspektiven belegt einen Trend hin zu langfristigerer Investitionsbereitschaft. 53 % der befragten Unternehmen sind derzeit bereit, wieder langfristig zu planen und entsprechende Risiken einzugehen (2012: 38 %). Im Rahmen der Studie wurden über 4.000 Unternehmer und rund 70 Volkswirtschaftler an deutschen Hochschulen befragt.

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Prof. Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln: "Viele Mittelständler wünschen sich bessere und unabhängigere Beratung und Impulse für Investitionsentscheidungen."
(Bild: Otto)

Der Trend hin zu langfristigerer Investitionsbereitschaft schlage sich allerdings noch nicht in konkretem Handeln nieder. 54 % der Volkswirtschaftler halten das Engagement der Unternehmen in Wachstum für unzureichend. Prof. Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) und Schirmherr der Studie, sagte: „Es muss mit Sorge betrachtet werden, dass im verarbeitenden Gewerbe lediglich jedes dritte mittelständische Unternehmen Investitionsbedarf in neue Fertigungstechnik sieht.“

Indes steche das verarbeitende Gewerbe mit einer vergleichsweise hohen Investitionsneigung heraus: 71 % der verarbeitenden Unternehmen investieren gleichermaßen in Wachstum und Erhalt (54 %) oder sogar mehr in Wachstum als in den Erhalt der Substanz (17 %). Dies belege erneut die Bedeutung der mittelständischen Industrie für das gesamtwirtschaftliche Wachstum Deutschlands. „Viele Mittelständler wünschen sich bessere und unabhängigere Beratung und Impulse für Investitionsentscheidungen“, so Hüther. Dies lasse vermuten, dass es den Unternehmen nicht an Finanzierungsoptionen, sondern an Investitionsperspektiven fehle. „Die Investitionsstrategien des Mittelstand entscheiden heute so grundlegend über den weiteren Erfolg des deutschen Geschäftsmodells wie lange nicht. Dass Vorsicht dominiert und offenkundig die Fantasie fehlt, macht Sorgen“, betonte er.

66 % wollen ganz ohne Fremdkapital investieren

Investitionshemmnisse stellen die schwankenden Rohstoff- und Energiepreisen, der anhaltende Fachkräftemangel, komplexe behördliche Genehmigungsprozesse und unsichere gesetzliche Rahmenbedingungen dar. Dennoch ist der Mittelstand finanziell gut aufgestellt und bereit, auch durch Investitionen zu wachsen. Finanzierungsprobleme für anstehende Investitionen sehen nur 17 % der Befragten, 66 % wollen sogar ganz ohne Fremdkapital investieren.

Investitionstreiber sind vor allem Kundenerwartungen und die Bestandspflege. Die Gruppe der Innovationsführer investiert dagegen stärker in die Entwicklung neuer Produkte und Märkte. In Megatrends sehen die meisten Unternehmen keine Anlässe für Investitionen. Allenfalls in der zunehmenden Digitalisierung sehen 41 % der Unternehmen positive Geschäftspotenziale.

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