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Gemeinsame Charta Unternehmen verpflichten sich zu mehr Cybersicherheit

Redakteur: Robert Horn

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz haben Siemens und weitere Partner eine Charta zur Cybersicherheit vorgestellt. Unternehmen und Politik sollen damit gleichermaßen aktiv werden.

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Die von Siemens initiierte Charta soll für mehr Vertrauen und Sicherheit im digitalen Raum sorgen. Zehn Prinzipien untermauern dabei das Vorhaben.
Die von Siemens initiierte Charta soll für mehr Vertrauen und Sicherheit im digitalen Raum sorgen. Zehn Prinzipien untermauern dabei das Vorhaben.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Siemens und acht Partner aus der Industrie haben auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine gemeinsame Charta für mehr Cybersicherheit unterzeichnet. Die von Siemens initiierte „Charter of Trust“ fordert verbindliche Regeln und Standards, um Vertrauen in die Cybersicherheit aufzubauen und die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Zum Dokument verpflichten sich neben Siemens und der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) die Unternehmen Airbus, Allianz, Daimler, IBM, NXP, SGS und Deutsche Telekom. Unterstützt wird die Charta zudem von Chrystia Freeland, Außenministerin Kanadas und Stellvertreterin für die G7, sowie der EU-Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum, Elżbieta Bieńkowska.

"Ein wichtiges Element des digitalen Wandels ist die Glaubwürdigkeit darüber, dass die Sicherheit von Daten und vernetzten Systemen gewährleistet ist", sagt Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens. "Deshalb müssen wir die digitale Welt sicherer und vertrauenswürdiger machen. Es ist höchste Zeit zu handeln – und zwar nicht jeder alleine, sondern gemeinsam mit starken Partnern, die in ihren Märkten zu den führenden Unternehmen zählen. Dabei sind weitere Partner willkommen, um unsere Initiative weiter zu stärken."

Die Charta zeigt zehn Handlungsfelder für Cybersicherheit auf, in denen Politik und Unternehmen gleichermaßen aktiv werden müssen. So fordert das Dokument, die Verantwortung für Cybersicherheit auf höchster Regierungs- und Unternehmensebene zu verankern und dort ein eigenes Ministerium sowie einen Chief Information Security Officer einzuführen. Zudem sollen verpflichtende, unabhängige Zertifizierungen durch Dritte für kritische Infrastrukturen im Internet der Dinge etabliert werden – vor allem dort, wo es zu gefährlichen Situationen kommen kann: etwa beim autonomen Fahren oder für Roboter in der Produktion, die in Zukunft direkt mit Menschen zusammenarbeiten. Sicherheits- und Datenschutzfunktionen sollen künftig in Technologien vorkonfiguriert und Regeln zur Cybersicherheit ein Teil von Freihandelsabkommen sein. Auch in der Ausbildung und bei internationalen Initiativen erwarten sich die Unterzeichner der Charta mehr Impulse, um Cybersicherheit zu fördern.

"Sichere digitale Netzwerke sind die kritische Infrastruktur, die unsere vernetzte Welt untermauert", sagt die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland. "Kanada begrüßt die Initiative dieser Schlüsselunternehmen, um einen sichereren Cyberspace zu schaffen. Cybersicherheit wird eine wichtige Rolle in Kanadas G7-Präsidentschaft spielen." Für die Münchner Sicherheitskonferenz hat das Thema ebenfalls Priorität. "Die Politik muss eine Führungsrolle einnehmen, wenn es um Transaktionsregeln im Cyberraum geht", sagt Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. "Entwickeln und umsetzen müssen die Standards aber die Unternehmen, die an vorderster Front die Zukunft des Cyberspace sehen und gestalten. Deswegen ist die Charta so wichtig. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir das Thema vorantreiben und inhaltlich begleiten."

Die Bedrohungen der Cybersicherheit nehmen in einer digitalisierten Welt beständig zu: 2017 waren laut Gartner 8,4 Milliarden vernetzte Geräte in Gebrauch – das sind 31 Prozent mehr als 2016. Bis 2020 sollen es bereits 20,4 Milliarden sein.

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