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Endress+Hauser

Unternehmensgründer Georg Endress verstorben

16.12.2008 | Redakteur: Stéphane Itasse

Georg H. Endress, Gründer der Unternehmensgruppe Endress+Hauser, ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Bild: Endress+Hauser
Georg H. Endress, Gründer der Unternehmensgruppe Endress+Hauser, ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Bild: Endress+Hauser

Endress entwickelte das Unternehmen – seit Ludwig Hausers Tod 1975 im Alleinbesitz der Familie Endress – mit Intelligenz und Tatkraft, wie es heißt. Mit Charisma und Wortgewalt verstand er es, andere für seine Visionen zu begeistern – und Menschen an sich zu binden, die auf ihren Gebieten besser waren als er selbst.

Unternehmenschef bleibt bescheiden

Seine Mitstreiter lernten ihn als zuverlässigen, loyalen, wenn nötig harten, aber gerechten Chef kennen. Bei alledem blieb GHE, wie er kurz, aber respektvoll genannt wurde, bescheiden und umgänglich. „Popularität ist nicht mein Fall“, sagte er einmal. „Ich höre viel lieber, wenn mir jemand sagt, dass ich eine gute Firma habe und hervorragende Mitarbeitende, als wenn mir jemand auf die Schulter klopft und sagt, ich sei toll.“

Seinen Erfolg verstand Georg H. Endress als Verpflichtung, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, so das Unternehmen. Ein Anliegen war ihm das Miteinander in der deutsch-französisch-schweizerische Region am Oberrhein, in der heute noch die Hälfte aller Beschäftigten der Firmengruppe arbeitet: Nach dem Schwinden der geografischen Grenzen in Europa sollten auch die mentalen Barrieren fallen.

Großes Engagement für die Region

Georg H. Endress stieß die trinationale Lehrlings- und Ingenieurausbildung an, ebenso die Biovalley-Initiative, ein Netzwerk im Bereich der Life Sciences. Er wirkte im Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Badens (WVIB) sowie in der Regiogesellschaft Schwarzwald–Oberrhein. Beide Vereinigungen ernannten ihn zum Ehrenpräsidenten.

Neben vielen anderen Würdigungen wurde Georg H. Endress 1984 mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet. 1990 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Basel. Im Jahr 1994 wurde er Ehrensenator der Universität Freiburg sowie Träger der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.

Im Jahr 2000 wurden ihm die Insignien eines Ritters der französischen Ehrenlegion (Chevalier de la Légion d’Honneur) überreicht. Er erhielt diese höchste Auszeichnung des französischen Staats für seinen Beitrag zur Völkerverständigung und seine Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung des Elsass. Außerdem ist er Ehrenbürger der Stadt Indianapolis in den USA und der deutschen Gemeinde Maulburg im Wiesental.

Endress+Hauser geht geordnet an die nächste Generation

Georg H. Endress hinterlässt ein geordnetes Erbe, wie Endress+Hauser mitteilt. Schon 1995 hatte er sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und die Leitung der Firmengruppe seinem zweitältesten Sohn Klaus Endress übertragen. Gleichwohl nahm er bis kurz vor seinem Tod als Mitglied des Verwaltungsrats Anteil an der Entwicklung des Messtechnik-Spezialisten. Dem beruflichen und ehrenamtlichen Engagement zum Trotz nahm die Familie für Endress eine Schlüsselstellung ein. Seit 1946 war er mit Alice Vogt verheiratet. Der Ehe entsprangen acht Kinder. Alle vier Söhne sowie eine Tochter sind heute im Unternehmen tätig.

Die Kinder mit ihren Familien, die jeweils 12% der Anteile an der Firmengruppe halten, wollen Endress’ unternehmerisches Werk weiterführen. In einer Charta bekennen sich die Mitglieder der zweiten und dritten Generation der Familie dazu, Endress+Hauser als Unternehmen in Familienbesitz zu erhalten – als Unternehmen, das nachhaltigen Prinzipien verpflichtet ist und zu seiner ganzheitlichen Verantwortung steht. Georg H. Endress’ Engagement für die Region am Oberrhein und sein Einsatz zur Förderung junger Menschen wird von der gemeinnützigen Georg-H.-Endress-Stiftung fortgeführt, die mit 4% der Firmenanteile ausgestattet ist.

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