Enterprise Product Costing Unternehmensweit mit aktuellen und einheitlichen Daten kalkulieren

Autor / Redakteur: Nik Wolthuis / Claudia Otto

Durch frühzeitiges Erkennen von Kostentreibern Einsparpotenziale aufdecken: Dies ist einer der Vorteile, die ein Automatisierungsspezialist mittels Enterprise Product Costing erzielen konnte. Eine zuverlässige Vernetzung mit allen bestehenden IT-Systemen war ein weiterer positiver Effekt.

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Enterprise-Product-Costing-Systeme ermöglichen eine standort- und abteilungsübergreifend einheitliche Kalkulation.
Enterprise-Product-Costing-Systeme ermöglichen eine standort- und abteilungsübergreifend einheitliche Kalkulation.
(Bild: Tobias Kaltenbach - Fotolia.com)

Die Siemens AG ist mit ihrer Division Industry Automation eines der führenden Unternehmen in der Industrieautomatisierung. Ausschlaggebend sind dafür nicht nur innovative Produkte, auch die effiziente Produktion hat Priorität. Das Unternehmen muss seine Kosten von Beginn an im Blick haben, um frühzeitig präzise Aussagen zur Rentabilität treffen und genau planen zu können.

Daher setzt das Unternehmen mithilfe eines Enterprise-Product-Costing-Systems bereits im Entwicklungsstadium auf transparente Produktkosten. Das Elektronikwerk Amberg (EWA) der Siemens Industry Automation Division (IA) prüft fortlaufend, ob es Möglichkeiten zur Verbesserung von Prozessen gibt. Dabei wird auch der gesamte Lebenszyklus eines Produktes betrachtet. Verbesserungspotenzial lag in der Produktkostenkalkulation.

Eingehende Analyse fordert durchgängige Softwareunterstützung

Eine eingehende Analyse ergab die Notwendigkeit einer durchgängigen Softwareunterstützung. Deshalb erstellte das EWA ein genaues Anforderungsprofil für die zukünftige Kalkulationssoftware. Bei dem Vergleich verschiedener Anbieter fiel die Wahl auf das Softwareunternehmen Facton, weil es über die modernste Technologie und das notwendige Branchenwissen verfügte.

Die Potsdamer Softwareschmiede ist ein Anbieter von Enterprise-Product-Costing-Systemen (kurz: EPC), die eine unternehmensweit einheitliche, standort- und abteilungsübergreifende Kalkulation ermöglichen. Allein der Standardumfang des Anbieters deckte die Anforderungen des EWA bereits zum größten Teil ab. Die Projektkosten konnten dadurch erheblich reduziert werden.

Um so schnell wie möglich von Facton profitieren zu können, entschied man sich für eine mehrstufige Implementierung. Im ersten Schritt wurde das alte Kalkulationssystem abgelöst. Bisher wurde ein auf MS Excel aufgesetztes Kalkulationstool verwendet. Ziel war es nun, den Fokus stärker auf Analysetätigkeiten zu setzen und somit den Zeitaufwand für die Datenbeschaffung und Kalkulationserstellung zu reduzieren.

Priorität besaß die Schaffung nahtloser Schnittstellen

Abgesehen von der schnellen Ablösung des alten Systems hatte die Schaffung von nahtlosen Schnittstellen zu allen relevanten IT-Systemen Priorität. Eine zusätzliche Projektphase wird es geben, wenn das bisherige System für das aktuelle elektronische Datenmanagementsystem (kurz: EDM) Cadim wie geplant durch Siemens PLM Teamcenter ersetzt wird. Erst vor Kurzem gingen Facton und Siemens PLM eine strategische Partnerschaft ein, sodass die Integration bereits sichergestellt ist. Dadurch wird die hoch automatisierte, digitale Fabrik im EWA um eine weitere wichtige Komponente ergänzt.

Das bisher eingesetzte Kalkulationstool war insbesondere bei Kostenvergleichen und Prognosen mit Zusatzaufwand verbunden. Nun liegt mit dem neuen System eine zentrale Datenbank für alle kostenrelevanten Informationen vor. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass alle Abteilungen auf der Grundlage derselben Daten kalkulieren.

Lücke zwischen Enterprise Resource Planning (ERP) und Product Lifecycle Management (PLM) wird geschlossen

Das Grundprinzip von Facton ist einfach: Die Lücke zwischen Enterprise Resource Planning (ERP) und Product Lifecycle Management (PLM) soll geschlossen werden. Ein Unternehmen ist eine Einheit, in der alle Abteilungen nicht nebeneinander her, sondern zusammenarbeiten. Entscheidend für den Erfolg ist daher, dass wirklich jedem beteiligten Mitarbeiter die relevanten Kosteninformationen schnell zur Verfügung stehen und diese transparent und leicht reproduzierbar sind.

Im EWA ist das EPC-System über Schnittstellen sowohl mit dem Arbeitsplanungssystem als auch mit dem Einkaufssystem sowie mit dem EDM-System verbunden. Dieser direkte Datenaustausch spart nicht nur Zeit, wenn erstmalig eine Kalkulation erstellt wird. Bei Änderungen wird die Berechnung auch automatisch angepasst. So werden täglich beispielsweise Tausende von Preisinformationen zu Zukaufteilen über das Einkaufssystem importiert und in Echtzeit aktualisiert.

EPC-System stellt auf einen Blick Kostentreiber dar

Das EPC-System bietet eine integrierte Anwendung mit entsprechenden Schnittstellen, die die Entwickler in Zukunft mit in die Kalkulation einbeziehen sollen. Indem die Kalkulation auch für die Entwickler transparenter wird, können diese bereits bei ihrer Planung Kostentreiber schneller identifizieren.

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Das System stellt für den Nutzer auf einen Blick dar, wie sich ein geändertes Design oder ein anderes Material auf die Kosten auswirkt. Verschiedene Versionen miteinander zu vergleichen, ist eine wichtige Kernfunktion der Software. Gerade weil die Produkte des EWA mit ihren vielen elektronischen Kleinstteilen komplex sind, ist es erforderlich, kalkulatorische Unterschiede schnell zu erkennen.

Kostencontrolling profitiert vom neuen EPC-System

Auch das Kosten-Controlling profitiert von der Einführung des EPC-Systems. Die primäre Frage lautet: Werden die Zielkosten erreicht? Dazu muss geprüft werden, ob das Produktdesign auch hinsichtlich der Kosten optimal ausfällt. In die Berechnungen fließen verschiedene Kostenfaktoren ein, wie zum Beispiel die Materialart, die Fertigungstechnologie oder aber die benötigten Arbeitskräfte.

Schließlich stehen für die Herstellung eines Produktes verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die vor dem Produktionsstart durchgerechnet und miteinander verglichen werden müssen. So wird frühzeitig erkannt, ob die Wirtschaftlichkeit gewährleistet ist und wo Einsparungen möglich sind.

Für die Zukunft plant das EWA, über Facton ein regelmäßiges Zielkosten-Reporting durchzuführen. Mittels festgelegter Kennzahlen sollen die Produktionskosten mit den zuvor festgelegten Zielkosten verglichen werden. Mit diesem Controlling-Instrument können kritische Projekte sofort identifiziert werden.

* Nik Wolthuis ist kaufmännischer Abteilungsleiter im Elektronikwerk Amberg bei der Siemens Industry Automation Division, 92224 Amberg.

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