VDMA US-Geschäft beflügelt Bayerns Maschinenbau

Redakteur: Stéphane Itasse

Nach Umsatzrückgängen im ersten Quartal 2013 stimmen die anziehenden Auftragseingänge der letzten drei Monate die bayerischen Maschinenbauer zuversichtlich. „Die Hoffnungen auf eine weitere Belebung der Konjunktur beruhen auf dem erwarteten Anstieg der weltweiten Investitionsgüternachfrage und einer Konsolidierung in den Krisenländern der Europäischen Union“, sagte Karl Haeusgen, Vorsitzender des VDMA Bayern, anlässlich der Jahrespressekonferenz des Verbands am Dienstag in München.

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Nach einem holprigen Start in das Jahr 2013 gehen Bayerns Maschinenbauer dennoch von einem leichten Wachstum aus.
Nach einem holprigen Start in das Jahr 2013 gehen Bayerns Maschinenbauer dennoch von einem leichten Wachstum aus.
(Bild: Güntner)

Der Auftragseingang zeige seit Jahresbeginn eine aufsteigende Tendenz. Im Zeitraum Januar bis April lag er real 5 % über dem Vorjahresniveau, wie der VDMA-Landesverband mitteilt. „Vorausgesetzt die Auftragseingänge können ihren positiven Trend weiterhin fortsetzen, bestehen gute Chancen, die Umsatzrückgänge des ersten Quartals im Laufe des Jahres auszugleichen. Gewinnen die Bestellungen zudem an Dynamik, dürfte für das Gesamtjahr 2013 auch ein kleines Plus möglich sein“, erläuterte Haeusgen. Die VDMA-Produktionsprognose für das laufende Jahr von plus 2 % bleibe auch für Bayern somit bestehen.

Bayerischer Maschinenbau wuchs 2012 um satte 9 %

2012 hatte der bayerische Maschinen- und Anlagenbau seinen Umsatz das dritte Jahr in Folge gesteigert, diesmal um 9 % auf 46,7 Mrd. Euro, wie es heißt. Die Zahl der Beschäftigten habe sich im Vorjahresvergleich um 5,3 % erhöht.

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Die Branche beschäftigte 2012 knapp über 215.000 Mitarbeiter. „Im vergangenen Jahr wurden nochmals 10.000 zusätzliche Stellen im bayerischen Maschinenbau geschaffen. Auch in 2013 geht der Beschäftigungsaufbau weiter. Seit Jahresbeginn wurden knapp 2000 neue Beschäftigungsverhältnisse in unserer Branche geschaffen“, sagte Haeusgen. Die sechs größten Branchen des bayerischen Maschinenbaus (gemessen am Umsatz) waren 2012 die allgemeine Lufttechnik, Antriebstechnik, Power Systems, Fördertechnik und Logistiksysteme, Werkzeugmaschinen sowie die Fluidtechnik.

Bayerns Maschinenbau steigert Exporte in die USA um 20 %

Die wichtigsten Märkte für den bayerischen Maschinenbau waren 2012 die Volksrepublik China, die USA, Frankreich, Österreich und Italien, wie der Verband berichtet. Während die Exporte in die VR China erstmals seit Jahren leicht rückläufig gewesen seien, erlebten die bayerischen Maschinenbauexporte in die USA seit drei Jahren ein eindrucksvolles Revival. Alleine im vergangenen Jahr stiegen die Ausfuhren dorthin um über 20 % auf einen Wert von 2,8 Mrd. Euro.

Investitionen fließen in den USA neuerdings vor allem in die Automobil- und Flugzeugindustrie sowie in die Förderung von Öl und Gas, wie der VDMA Bayern berichtet. Die bayerischen Maschinenbauer profitierten hiervon mit ihrem Angebot. „Der Prozess der schleichenden De-Industrialisierung der US-Wirtschaft wurde, so scheint es zumindest, gestoppt. Das Thema Produktion bekommt zudem durch die billig verfügbare Energie in den USA wieder einen höheren Stellenwert“, meinte Haeusgen.

Optimismus für das kommende Jahr im bayerischen Maschinenbau

Der Großteil der bayerischen Maschinenbauer sei mit der derzeitigen Auftragseingangssituation zufrieden. Das zeige eine aktuelle Umfrage unter den Unternehmen. Rund ein Drittel der Unternehmen beurteile die Lage als gut bis sehr gut, 40 % als zufriedenstellend und 27 % äußerten sich unzufrieden. Für die nächsten Monate erwarteten 44 % der Unternehmen eine Verbesserung und nur knapp 10 % eine Verschlechterung der Auftragslage.

Das kommentiert der Vorsitzende Haeusgen so: „Bei der Entwicklung der Umsätze und Exporte für das laufende Jahr halten sich bei den Unternehmen die positiven wie auch negativen Einschätzungen etwa die Waage. Für das Jahr 2014 wird die Situation wieder deutlich besser beurteilt. Immerhin drei von vier Unternehmen erwarten für das nächste Jahr steigende Umsatz- und Exportzahlen. Auch für die Euro-Region herrscht für das Jahr 2014 wieder mehr Zuversicht.“.

Fachkräftemangel bremst Maschinenbauer in Bayern aus

Marktentwicklungen in China und der EU sorgen laut Mitteilung für Verunsicherung „Dennoch gibt es aktuell noch ein erhebliches Verunsicherungspotenzial durch die nicht kalkulierbaren Risiken im Euro-Raum. Auch der wichtigste Abnahmemarkt bayerischer Maschinenbauprodukte, die VR China wird aufgrund der nach wie vor bestehenden Überkapazitäten im Land und des Politikwechsels als Problem für weiteres Wachstum identifiziert“, erläuterte Haeusgen weiter.

Für das laufende Jahr plant knapp ein Viertel der befragten Unternehmen einen weiteren Personalaufbau, 61 % der Unternehmen möchten ihre Beschäftigung konstant halten. Haeusgen betont: „Dies ist bei dem schon aktuell sehr hohen Beschäftigungsstand zwar insgesamt eine gute Nachricht, jedoch wird damit die Suche nach qualifiziertem Personal für die Unternehmen auch immer schwieriger. So klagen heute schon gut 28 % der Unternehmen in der Branche über einen signifikanten Fachkräftemangel.“

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