Engel auf der Fakuma 2018

Variantenreiches aus Kunststoff flexibel spritzgießen

Seite: 2/4

Firmen zum Thema

Minimaler Ausschuss durch 4.0-Assistenten-Trio

Zu den Herausforderungen dieser Anwendung gehör laut Engel auch, dass die beiden Bauteile sehr unterschiedlich schwer sind. Um nach dem Umrüsten aber dennoch gleich mit dem ersten Schuss ein Gutteil zu produzieren, optimiere sich die Spritzgießmaschine mithilfe von drei intelligenten Assistenzsystemen aus dem inject-4.0-Programm des Ausstellers kontinuierlich selbst. Während iQ weight control für jeden einzelnen Schuss das Schmelzevolumen nachjustiert, ermittelt iQ clamp control die optimale Schließkraft und stellt diese automatisch ein, erklärt Engel. iQ flow control – das dritte Assistenzsystem im Bunde – regelt auf Basis der von e-flomo ermittelten Messwerte die Temperaturdifferenzen im Kühlwasserverteilerkreis automatisch aus und passt, wie es weiter heißt, dabei die Pumpenleistung in den e-temp-Temperiergaräten an die aktuellen Prozessbedingungen an.

Der elektronische Temperierwasserverteiler e-flomo leiste seinerseits noch einen weiteren Beitrag zu den kurzen Rüstzeiten: Durch das automatisierte, sequentielle Ausblasen der Verteilerkreise im Werkzeug wird laut Engel sichergestellt, dass Wasser und gegebenenfalls in den Temperierkanälen vorhandener Schmutz, vor der Entnahme des Werkzeugs beziehungsweise des Werkzeugeinsatzes, vollständig entfernt werden. Beim Einbau schließlich, sorge diese neue Funktion dafür, dass die Temperierkanäle optimal entlüftet würden. Der automatisierte Prozess spart im Hinblick aufs herkömmliche manuelle Ausblasen außerdem immens Zeit und verlängert die Wartungsintervalle, ergänzt Engel. Weil beim manuellen Ausblasen oft nicht alle Kanäle gleichmäßig von der Druckluft durchströmt würden, bleibe meist noch Restwasser im System wodurch die Temperierkanäle allmählich korrodierten. Dieses Risiko wird durch die Automatisierung ausgeschlossen, so Engel.

Bildergalerie

Auch das klappt mit Engel-Systemen:

Alle Fertigungssystem sind kompakt in der Zelle implementiert

Für Staunen auf der Fakuma soll der extrem kompakte Aufbau der Fertigungszelle sorgen, in deren Zentrum der easix-Roboter agiere. Letzterer ist für das komplette Handling der Werkzeugeinsätze und Bauteile, das Kennzeichnen der Spritzgießteile und deren Montage sowie für das Ausschleusen der fertigen ABS-Messschieber verantwortlich, wie Engel beschreibt. Die Spritzgießmaschine, der „Bahnhof“ für die Greifer und Werkzeugeinsätze, der Laserprinter, die Montagevorrichtung und die Fördereinheit sind zu diesem Zweck sternförmig um den Roboter herum angeordnet, heißt es.

Aber zu dieser eindruckvoll-platzsparenden Anordnung der einzelnen Komponenten tragen vor allem zwei Faktoren bei, wie Engel anmerkt: Zum einen die frei definierbaren Sperrräume des easix-Roboters und zum anderen die holmlose Schließeinheit der e-motion TL-Spritzgießmaschine. Der barrierefreie Zugang zum Werkzeugraum ermögliche es, dass der Roboter ohne Bewegungseinschränkungen sehr nah an die Schließeinheit heranrücken könne.

Mit der voll automatisierten Fertigungszelle wollen die Systempartner Engel und Braunform Anwender ansprechen, die sich einander ähnelnde Artikel in jeweils kleinen Stückzahlen oder in einer hohe Variantenvielfalt fertigen wollen. Typische Produkte sind Gebrauchsgüter, wie Schreibgeräte, technische Teile in den Bereichen Automobil und Elektrotechnik, aber auch etliche medizintechnischen Produkte könnten damit wirtschaftlich gefertigt werden, sagt Engel.

(ID:45407520)