Engel auf der Fakuma 2018

Variantenreiches aus Kunststoff flexibel spritzgießen

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Die größte elektrische TL-Spritzgießmaschine gibt sich die Ehre

Die neue e-motion 120 TL ist mit einer Schließkraft von 1200 kN die größte Maschine ihrer Baureihe, wie Engel betont. Mit der Erweiterung nach oben habe der Maschinenbauer den Trend zum stärkeren Einsatz von Vielkavitätenwerkzeugen im Blick. Weil bei dieser Bauart keine Holme stören, lassen sich die Werkzeugaufspannflächen vollständig ausnutzen, so dass große Werkzeuge auf vergleichsweise kleine Spritzgießmaschinen passen, wie es heißt. Auch wenn es ums Spritzgießen geometrisch komplexer Bauteilen geht, die im Werkzeug Kernzüge und Schieber erfordern, spielt die holmlose Spritzgießmaschine ihre Vorteile aus, sagt Engel. Es bestimmten folglich nicht länger die Werkzeugmaße über nötige die Maschinengröße, sondern die tatsächlich benötigte Schließkraft. Sowohl bei der Neuinvestition als auch im laufenden Betrieb spare das Kosten ein.

Um eine lange Lebensdauer des Werkzeugs und eine konstant hohe Produktqualität zu garantieren, hat Engel seine elektrischen und holmlosen Hochleistungsmaschinen mit einer, wie es heißt, hochsensiblen Plattenparallelitäts-Einstellung ausgerüstet. Maschinen dieser Baureihe fänden sich etwa bei der Produktion kleinster Präzisionsteile in der Elektronik- und Medizintechnikindustrie.

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Auch die Besucher dürften „von der Rolle“ sein

Mit der Weiterentwicklung seiner Foilmelt-Technologie zeigt Engel außerdem eine Rolle-zu-Rolle-IMD-Anwendung (In Mould Decoration) mit einer, wie Engel betont, bisher nicht dagewesenen Flexibilität. Die gemeinsame Entwicklung der Systempartner Engel, Leonhard Kurz aus Fürth, Schöfer (Österreich) und Isosport Verbundbauteile (Österreich) ermögliche es im schnellen Wechsel die unterschiedlichsten Oberflächensysteme im One-Step-Prozess von Rolle zu Rolle im Werkzeug per Vakuum zu formen, zu hinterspritzen und danach auszustanzen.

Bemerkenswert soll das breite Spektrum an möglichen Materialkombinationen sein. Von der Rolle lassen sich, wie Engel erklärt, sowohl mehrschichtige Foliensysteme mit Lackoberfläche als auch strukturierte, hinterleuchtbare oder offenporige Systeme (Holz), und darüber hinaus mit kapazitiver Elektronik funktionalisierte Folien verarbeiten. Zum Hinterspritzen komme außer den typischen Materialien wie ABS, PC oder PC/ABS auch PP in Frage. Für einen Wechsel des Dekors, der Struktur und der Funktionalität müsse lediglich die Rolle, nicht aber das Werkzeug getauscht werden.

Mit der Herstellung unterschiedlich dekorierter, dreidimensional komplexer Musterteile auf einer Spritzgießmaschine des Typs duo 1060/350 samt integriertem viper-20-Linearroboter, demonstriere man vor Ort die hohe Flexibilität des serienreifen Verfahrens. Als Zielgruppe hat Engel unter anderem die Hersteller von Sichtkomponenten für den Autoinnenraum, die Teletronik- und die Weißwarenindustrie im Visier.

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