Maschinen- und Anlagenbau VDMA erhöht Produktionsprognose auf 10 Prozent

Redakteur: Katharina Juschkat

Maschinen-und Anlagenbau im Aufschwung: Der VDMA erhöht die Produktionsprognose für 2021 von sieben auf zehn Prozent.

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„Der Maschinen- und Anlagenbau von umfangreichen Konjunktur- und Wachstumspaketen in wichtigen Absatzmärkten“, sagt VDMA-Präsident Karl Haeusgen.
„Der Maschinen- und Anlagenbau von umfangreichen Konjunktur- und Wachstumspaketen in wichtigen Absatzmärkten“, sagt VDMA-Präsident Karl Haeusgen.
(Bild: VDMA)

Der Maschinen- und Anlagenbau wächst stärker als erwartet: Der VDMA erhöht die reale Produktionsprognose für 2021 von bisher sieben auf jetzt zehn Prozent an. Die Hintergründe für den starken Aufschwung sind zum einen eine ungewöhnlich niedrige Vorjahresbasis, aber auch eine weltweit starke Industriekonjunktur. „Zudem profitiert der Maschinen- und Anlagenbau von umfangreichen Konjunktur- und Wachstumspaketen in wichtigen Absatzmärkten“, sagte VDMA-Präsident Karl Haeusgen.

Lieferengpässe bremsen Wachstum

Stärke und Breite des Aufschwungs hätten jedoch vielfältige Produktionsbehinderungen zur Folge, erläuterte Haeusgen. „Speziell Lieferengpässe machen uns nicht nur viel Arbeit, sondern bremsen auch unser Wachstum. Außerdem ist noch an vielen Stellen pandemiebedingt Sand im Getriebe, der uns zum Beispiel in Form von Reisebeschränkungen trifft”, betonte er.

VDMA-Präsident fordert „Klimaklub“

Der VDMA-Präsident bekräftigte, dass die Pariser Klimaziele nur mit neuen Technologien aus dem Maschinen- und Anlagenbau erreicht werden können. Das sind für die Unternehmen vor allem Chancen für künftige Geschäfte. Sorgen bereitet dem VDMA dagegen die politische Umsetzung des Klimaschutzes. Da die EU sich sehr ehrgeizige Klimaziele setzt, treffen die Firmen auf dem internationalen Markt auf Konkurrenten aus anderen Staaten mit deutlich weniger ambitionierten Vorgaben, erläuterte Haeusgen.

Klimaschutz ist für viele Branchen eine Chance - insbesondere in der Grundstoffindustrie ergeben sich aufgrund hoher Investitionen und aufwändiger Verfahren aber Kostennachteile im Wettbewerb. Der in der EU derzeit diskutierte „Klimazoll“ (Carbon Border Adjustment Tax) berge wiederum die Gefahr, dass andere Länder Gegenmaßnahmen ergreifen. „Dann kommen wir in eine Spirale des Protektionismus“, warnte der VDMA-Präsident.

Zwingend nötig sei deshalb, dass die EU einen solchen Grenzausgleichsmechanismus nicht im Alleingang einführt, sondern in Kooperation mit ähnlich gesinnten Ländern wie den USA, Großbritannien oder Japan und Südkorea. „Dieser „Klimaklub“ braucht ähnliche Rahmenbedingungen, um auf die gegenseitige Anwendung von Ausgleichsmaßnahmen verzichten zu können“, sagte Haeusgen. Die Regeln dieses „Klimaklubs“ müssten den Vorgaben der Welthandelsorganisation WTO entsprechen. Ferner müsste er für den Beitritt anderer Staaten offen sein. „Wir haben nur ein sehr begrenztes Zeitfenster, um einen solchen Prozess einzuläuten, daher sollte die Politik rasch die entsprechenden Schritte tun“, forderte der VDMA-Präsident. „Insbesondere das neu erwachte Engagement der USA im Klimaschutz kann genutzt werden, um auch die transatlantischen Handelsbeziehungen wieder auf eine bessere Stufe zu bringen“, resümierte er.

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