Werkzeugmaschinen VDW berichtet von „Ansturm“ auf Technologie-Symposium in St. Petersburg

Redakteur: Stéphane Itasse

Mehr als 400 russische Kunden, 75 Experten aus den deutschen Werkzeugmaschinenfirmen, gute Stimmung sowie zwei Tage Information und Diskussion über deutsche Produktionstechnologie und Dienstleistungen, Projekte und Geschäfte in St. Petersburg – das ist die Bilanz, die der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) für sein jüngstes Technologie-Symposium Russland zieht.

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Für den VDW-Vorsitzenden Carl Martin Welcker zeigt die hohe Teilnehmerzahl, dass russische Firmen sehr optimistisch für die Zukunft seien und der Investitionsbedarf nach wie vor da sei. Das Echo habe gezeigt, welch große Reputation und welch tolles Standing die deutschen Werkzeugmaschinen in Russland hätten, heißt es in einer VDW-Mitteilung vom Mittwoch.

25 Werkzeugmaschinenhersteller präsentieren sich in Russland

Im Rahmen des VDW-Technologiesymposiums präsentierten 25 deutsche Werkzeugmaschinenbauer Ende Oktober in St. Petersburg ihre Angebote für die russische Automobilindustrie, deren Zulieferer, den Maschinenbau, die Agrartechnik, den Schiffsbau, die Energietechnik und die Luftfahrtindustrie. In Fachvorträgen zeigten sie die Kompetenz der deutschen Hersteller über alle Verfahren der Metallbearbeitung hinweg. Ergänzend beschäftigten sich zwei Vorträge mit den Themen Finanzierung und Recht.

Die Teilnehmer von deutscher Seite zeigten sich hochzufrieden über die Veranstaltung, wie der VDW mitteilt. „Ich finde diese Veranstaltung sehr gelungen“, sagte beispielsweise Detlev Fritz, Sales Manager der Gebr. Heller Maschinenfabrik in Russland. „Wir können hier eine überdurchschnittliche Resonanz feststellen“, ergänzte Dr. Eberhard Schoppe, Geschäftsführer bei Starrag-Heckert in Chemnitz.

Gemeinsamer Auftritt der deutschen Werkzeugmaschinenhersteller lockt russische Kunden an

Besonders würden sie den gemeinsamen Auftritt vieler deutscher Werkzeugmaschinenanbieter schätzen, der das Interesse auf der russischen Seite geweckt habe. „Wir finden die gemeinsame Plattform für deutsche Hersteller hier sehr gut. Das zeigt unseren Kunden, dass wir nicht alleine als Firma, sondern als Branche auftreten und zu dem stehen, was wir sagen“, meint Dr. Jürgen Walz, Geschäftsführer der Gildemeister Drehmaschinen in Bielefeld.

Der deutsche Werkzeugmaschinenbau profitiert nach wie vor von den großen Modernisierungsanstrengungen der russischen Industrie, heißt es weiter. In vielen Bereichen werde, wenn auch durch die Wirtschaftskrise verlangsamt, weiterhin investiert.

Deutschland ist laut VDW-Angaben seit vielen Jahren mit großem Vorsprung der wichtigste Lieferant von Werkzeugmaschinen nach Russland. Ein Drittel der Werkzeugmaschinen-Importe stamme aus Deutschland.

2008 habe Deutschland Maschinen für 524 Mio. Euro nach Russland geliefert. Der Anstieg habe mit noch einmal 23% nach vier stürmischen Jahren mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten ein hohes Niveau erreicht. Die deutschen Lieferungen würden für eine sehr breite Palette von Werkzeugmaschinen stehen wie:

  • Bearbeitungszentren,
  • Drehmaschinen,
  • Bohrmaschinen,
  • Fräsmaschinen,
  • Schleifmaschinen,
  • Honmaschinen,
  • Läppmaschinen,
  • Poliermaschinen,
  • Laserbearbeitungsmaschinen,
  • Verzahnmaschinen,
  • Pressen,
  • Biegemaschinen,
  • Abkantpressen,
  • Richtmaschinen und
  • viele weitere Werkzeugmaschinen.

Im Exportranking für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie belege Russland aktuell Platz drei der wichtigsten Absatzmärkte.

Ziel des Technologiesymposiums war es, potenziellen russischen Abnehmern die deutsche Branche als einen Partner für ihre Modernisierungsvorhaben zu präsentieren und damit das Potenzial des russischen Marktes für die VDW-Mitglieder zu erschließen, heißt es. Deshalb sei auch der Veranstaltungsort St. Petersburg, nach Moskau, Samara und Jekaterinburg die vierte bedeutende Industrieregion gewesen, in der sich die Branche ihren russischen Kunden vorstellte.

Werkzeugmaschinenhersteller erhalten konkrete Projekte in Russland

Die Rechnung ging nach Angaben des VDW auf. Herbert Klewenhagen, geschäftsführender Gesellschafter von SHW Werkzeugmaschinen in Aalen, bestätigte: „In der Region um St. Petersburg gibt es sehr interessante Unternehmen, die es wert sind, bedient zu werden. Die Stimmung in dieser Region ist nicht schlecht. Und in Russland ist mehr los, als man bei uns in Deutschland kennt und weiß.“ Gerhard Littin, Gebietsverkaufsleiter bei Hermle in Gosheim, berichtete: „Wir nehmen konkrete Projekte von hier mit.“

Für die russischen Anwender von Werkzeugmaschinen bot das VDW-Symposium ein Forum, um den Kontakt zu deutschen Herstellern aufzubauen und zu festigen. „Es ist natürlich selten, dass an zwei Tagen so viele deutsche Unternehmen Rede und Antwort stehen. Der Wunsch ist, im kommenden Jahr wieder so eine Veranstaltung zu organisieren“, resümierte Oxana Gancheva, Geschäftsführerin des VDMA-Büros in Moskau.

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