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Gleitschleifen

Verbesserte Finishbearbeitung von Werkzeugen und Werkstücken

| Autor / Redakteur: Helmut Gegenheimer / Josef-Martin Kraus

Gleitschleifen erlaubt präzise Kantenverrundung bei geringer Schartigkeit

Ein paar wichtige technische Daten: Der vor allem für die Standzeit der Wendeschneidplatten wichtige K-Faktor kann durch den Einfluss der Drehrichtung des Arbeitsbehälters im Bereich von 0,5 bis 2,0 eingestellt werden (Bild 4). Die Prozesszeit inklusive Werkstückein- und -ausspannung beträgt meist etwa 30 s.

Die sehr gute Ausgangsschartigkeit von 0,5 µm erfährt keine messbare Veränderung. Dennoch wird die Oberfläche der Spanfläche deutlich von Ra 0,38 auf 0,18 µm verbessert (Bild 5). Bei Schneidkanten ist der K-Faktor das Verhältnis der Verlängerungen der geraden Span- und Freiflächen und indiziert, ob eine Schneidkante zur Span- oder Freifläche geneigt ist.

K-Faktor kann durch Anströmen der Wendeschneidplatten beeinflusst werden

Als klares Fazit bleibt die Feststellung, dass die Anlage in sehr kurzen Prozesszeiten Kantenverrundungen von 10 bis 200 µm bei sehr geringer Schartigkeit der Schneidkante und deutlicher Verbesserung der Werkzeugoberfläche ermöglicht. Der immer mehr an Bedeutung gewinnende K-Faktor kann durch gezieltes Anströmen der Wendeschneidplatten im Bereich von 0,5 bis 2 beeinflusst werden. Auch bei den Bohr-, Fräs- und Drehkörpern als Trägern von auswechselbaren Wendeschneidplatten werden Verbesserungen erzielt, wie Versuche zeigen.

Die Rohlinge zur Herstellung dieser Körper bestehen aus härtbarem Stahl. Sie werden gefräst, entgratet, gehärtet und auf Maß geschliffen. Nach einer Prozesszeit von 1 bis 5 min (je nach Gratdicke) wurden sehr glatte Oberflächen mit einem Ra-Wert bis hinab zu 0,13 µm erzielt.

Prozesszeit bei Zahnrädern auf knapp 2 min verkürzt

Um diese Bohr-, Fräs- und Drehkörper vor Korrosion zu schützen, werden die Oberflächen beschichtet, zum Beispiel mit Hartchrom. Jedoch kann die Beschichtung durch die Späne schnell beschädigt und abgetragen werden. Die von Otec bevorzugte Lösung durch Polieren bietet einen erhöhten Korrosionsschutz. Dadurch steigt die Standzeit der Werkzeugkörper. Zudem sorgt das Polieren (8 bis 12 min) für einen besseren Spänefluss in der Spannut.

Als Verfahrensmittel hat sich dabei eine Mischung aus dem Granulat M 1/300 und dem Polierpulver M 18 bewährt. Der Effekt in Zahlen: Bei einer Ausgangsrauigkeit Ra von 0,1 bis 0,15 µm liegt der Wert der polierten Oberfläche bei 0,03 bis 0,05 µm (Bild 6).

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