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Nue Größen Verbesserte Kopfschutzsysteme

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Ein Arbeitsschutzhelm kann nur dann vor ernsthaften Kopfverletzungen schützen, wenn er perfekt zur individuellen Kopfgröße und Kopfform des Trägers passt. Bei gleichem Kopfumfang kann die Kopfbreite innerhalb einer Größe bis 4 cm variieren, was zu Lasten von Tragekomfort und Passform geht. Nun ist eine neue Größentabelle für Köpfe entwickelt worden, die das berücksichtig.

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Die Passform der Schutzhelme ist in erster Linie abhängig von der Kopfform des Trä-gers. Im Rahmen des IGF-Projektes „Textilbasierte Kopfschutzsysteme“ konnten fünf signifikante Kopftypen von „rund extrem“ über „rund“ und „normal“ zu „oval“ und „oval extrem“ und dieselbe Anzahl mittlerer Kopfhöhen definiert werden.
Die Passform der Schutzhelme ist in erster Linie abhängig von der Kopfform des Trä-gers. Im Rahmen des IGF-Projektes „Textilbasierte Kopfschutzsysteme“ konnten fünf signifikante Kopftypen von „rund extrem“ über „rund“ und „normal“ zu „oval“ und „oval extrem“ und dieselbe Anzahl mittlerer Kopfhöhen definiert werden.
(Bild: AiF)

Bislang gab es in Deutschland keine fundierten anthropometrischen Kopfdaten der Bevölkerung: Weder existierten aktuelle Maße, noch Informationen zu den Kopfformen oder deren prozentualer Verteilung in der Bevölkerung. In einem Forschungsvorhaben, das im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsfor-schung (IGF) von der AiF-Forschungsvereinigung Forschungskuratorium Textil e.V. organisiert wurde, haben Wissenschaftler der Hohenstein Institute in Bönnigheim hier nun Abhilfe geschaffen und auf Basis umfassender Kopfformdaten eine neue Größentabelle für Köpfe entwickelt.

Kopfgröße und Kopfform

Die Passform der Schutzhelme ist in erster Linie abhängig von der Kopfform des Trä-gers. Im Rahmen des IGF-Projektes „Textilbasierte Kopfschutzsysteme“ konnten fünf signifikante Kopftypen von „rund extrem“ über „rund“ und „normal“ zu „oval“ und „oval extrem“ und dieselbe Anzahl mittlerer Kopfhöhen definiert werden. Dafür analysierten die Forscher 6.000 Köpfe von Männern, Frauen und Kindern anhand von jeweils 40 Messpunkten und werteten die Ergebnisse statistisch aus. Hit Hilfe dieser Daten wurden realistische 3D-Modelle entwickelt, die die komplette Bandbreite der verschiede-nen Kopfformen der deutschen Bevölkerung aufweisen und als Grundlage für eine neue Größentabelle dienen. Damit können Hersteller von Kopfschutzsystemen nun optimierte Größensortimente und Produktformen mit verbesserter Passform gestalten.

Textile Innenauskleidung

Neben der Passform spielen auch die Eigenschaften von Helminnenfuttern eine we-sentliche Rolle für den Tragekomfort von Helmen, denn das textile Futtermaterial be-einflusst die klimatischen und hygienischen Bedingungen unter dem Helm erheblich. Durch verstärktes Schwitzen entsteht unter dem Kopfschutz ein feuchtwarmes Klima, das nicht nur den Tragekomfort verschlechtert, sondern auch ideale Wachstumsbedingungen für Mikroorganismen bietet – meist verbunden mit einer unerwünschten Geruchsentwicklung und möglichen Erkrankungen der Kopfhaut. Daher wurde im Rahmen des Forschungsvorhabens die textile Innenauskleidung am Beispiel des Skihelms untersucht. Auch hier konnten die Wissenschaftler mit ihren Ergebnissen zu einer Verbesserung der verschiedenen Einflussgrößen beitragen.

Von den Projektergebnissen profitieren vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Neben Herstellern von Kopf- und Gesichtsschutzsystemen, die zu über 50 % Mittelständler sind, wird auch der Großteil der deutschen Bekleidungsunternehmen aus dem Sportbereich die neuen Kopfformdaten nutzen. Von diesen gehören über 90 % dem deutschen Mittelstand an.

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