Simulation Volle Kontrolle durch Volumensimulation

Autor / Redakteur: Theo Drechsel / Stefanie Michel

Schwierigen Umformoperationen erfordern eine spezialisierte Simulationssoftware, um Aussagen zu Umformbarkeit oder Defekten zu treffen. Mit Stampack und dessen Volumensimulation lassen sich solche Analysen durchführen, ohne FEM-Experte sein zu müssen.

Firmen zum Thema

Simulation in Stampack: die Software erlaubt Fütterer die Analyse und Vorhersage von Materialfluss, Umformbarkeit, Falten und Oberflächendefekten.
Simulation in Stampack: die Software erlaubt Fütterer die Analyse und Vorhersage von Materialfluss, Umformbarkeit, Falten und Oberflächendefekten.
(Bild: Fütterer/Stampack)

Fütterer Werkzeugbau ist mit seinen 35 Mitarbeitern ein Experte für die Konstruktion und Herstellung von hochwertigen Stanz-, Umform- und Biegewerkzeugen sowie von Prototypen und Prototypenwerkzeugen. Das im badischen Elchesheim-Illingen beheimatete Familienunternehmen fertigt pro Jahr rund 30 Werkzeuge. Die Durchlaufzeit eines Werkzeugs beträgt je nach Größe und Komplexität bis zu 24 Wochen. Getestet werden die bis zu 10 t schweren Werkzeuge auf der eigenen Probierpresse. Während das Drehen, Fräsen, Schleifen, Draht- und Senkerodieren im Haus erfolgt, wird das Härten extern durchgeführt. Die produzierten Werkzeuge – verarbeitet werden Bleche von 0,4 bis 5 mm – liefern die Badener an Kunden aus den Branchen Automotive, Bau, Haushaltsgeräte und Elektro aus. Darüber hinaus ist Fütterer auch als Lohndienstleister tätig; das Angebot reicht von CNC-Drehteilen über Einzelteilfertigung bis hin zur Umformsimulation.

Seine Kernkompetenz sieht der Werkzeugbauer in der Methodenplanung und der Konstruktion der Werkzeuge: „Die Kunden kommen oft mit der ersten Idee eines Bauteils zu uns. Wir bieten dann das ganze Portfolio an – Produktentwicklung, Machbarkeitsanalyse, Umformsimulation, Optimierungen“, erläutert Geschäftsführer Christian Fütterer. „Das Wichtigste für die Kunden sind die Toleranzen und verlässliche Angaben über Materialverbrauch und Hubzahlen. Wir überlegen, wie sich das Teil produzieren lässt, wie viele Stufen nötig sind, welche Operationen in welcher Reihenfolge ausgeführt werden, wie groß die benötigten Platinen sein müssen beziehungsweise welche Streifenbreite benötigt wird.“ Bereits in der Phase vor der Angebotserstellung fließt also eine Menge an Know-how und Konstrukteursstunden ein. Daher stellt Fütterer oft schon bei der Angebotserstellung für komplexe Werkzeuge eine Rechnung, die bei der Auftragserteilung verrechnet wird.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Erfahrungen mit FEM sind nicht erforderlich

Eine wichtige Rolle spielt bei den Badenern die Software. So wurde erst kürzlich Visi, eine aktuell 22 Module umfassende Produktfamilie für den Werkzeug- und Formenbau von Hexagon (früher Vero Software), angeschafft. Zunächst kommen die Module CAM und Progress der 3D-Branchenlösung zum Einsatz. Bereits seit rund vier Jahren vertraut der Werkzeugbauer auf Stampack, eine produktive Simulationssoftware für alle Bereiche der Metallumformung. „Zu den Highlights von Stampack gehören das Abstreckziehen, das Umformen von dickwandigen Blechen, die schnelle Rückfederungs- und Kompensationsermittlung, das Streckziehen von Blechen und Profilen sowie weitere spezielle Umformverfahren. Bedingt durch den eigenen 3D-Volumensolver eignet sich Stampack besonders zur Berechnung und Simulation von Folgeverbundprozessen“, erklärt Frank Hornung, Geschäftsführer des Stampack-Händlers Men at Work GmbH. „Die praxisorientierte Software ist für Produktentwickler und Methodenplaner gleichermaßen bestimmt. Vorkenntnisse und praktische Erfahrungen in der FEM sind nicht erforderlich, nach drei Tagen Schulung arbeiten erfahrene Konstrukteure problemlos mit Stampack.“

(ID:46846439)