Simulation

Volle Kontrolle durch Volumensimulation

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Am Anfang hat Fütterer die Umformsimulation als Dienstleistung bei Men at Work eingekauft, schließlich arbeiten die beiden Unternehmen seit mehr als 20 Jahren bei der Werkzeugkonstruktion zusammen. Bereits vom ersten Stampack-Einsatz war Fütterer so beeindruckt, dass schnell der Wunsch aufkam, das System ins Haus zu holen. „Der Hauptgrund für die Anschaffung war, dass ich das in unseren Entwürfen enthaltene Know-how nicht mehr außer Haus geben mochte. Denn ich wollte anderen nicht länger Geld dafür bezahlen, dass ich ihnen mein Wissen liefere“, blickt Fütterer zurück. „Ein weiterer wichtiger Aspekt war, dass es immer schwieriger wird, Mitarbeiter zu finden, die sich mit der Konstruktion und Simulation von Werkzeugen auskennen.“

Simulationseinsatz in der Methodenplanung

Bei der Inbetriebnahme von Stampack gingen das Unternehmen einen besonderen Weg, ähnlich einem Training-on- the-Job: Ein Software-Entwickler von Men at Work, der zuvor noch nie ein Stück Blech in der Hand hatte, kam für zwei Wochen zu Fütterer. Durch zwei konkrete Projekte lernte er, wie ein Werkzeug arbeitet, und der Werkzeugbauer, wie die Software funktioniert – eine klassische Win-win-Situation für beide Seiten.

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Fütterer liefert die Werkzeuge zu 95 % serienreif, lediglich die Einarbeitung und das Finishing erfolgen beim Kunden auf der Serienpresse. Daher wird Stampack während eines Auftrags zuerst bei der Methodenplanung eingesetzt; das stellt die Kalkulationsgrundlage dar. Die Ausarbeitung der Methodenplanung kann bis zu zwei Wochen dauern, in der Regel im Teamwork der drei Konstrukteure im Haus. Dabei sind diverse Fragen zu beantworten, beispielsweise

  • nach der Zahl der Stufen im Werkzeug,
  • ob sich in einem Arbeitsgang umformen lässt,
  • wie groß das Werkzeug wird,
  • ob die Methode funktioniert und
  • welche Presse benötigt wird.

Kritische Bereiche im Volumen simulieren

Zur Überprüfung kommt Stampack mit einer Vorabsimulation zum Einsatz, vorerst nur in der Schalensimulation. „Das ist so eine Art Quick-and-dirty-Variante, die nicht so viel Rechenzeit benötigt und mir eine grobe Aussage liefert, ob der Bewegungsablauf funktioniert“, beschreibt Fütterer. „Für kritische Bereiche simuliere ich im Volumen, dann bin ich absolut sicher.“ Da Stampack den Werkzeugbauer nach den ersten Aufträgen so begeisterte, bieten die Badener die Simulation mittlerweile auch als Dienstleistung für Kunden an.

Stampack hat sich bei Fütterer Werkzeugbau bewährt. Eine Softwarelizenz wird in Elchesheim-Illingen vom Chef persönlich genutzt, eine weitere für die Konstrukteure steigert die Kapazitäten. Im Praxiseinsatz bietet die Simulationssoftware den Badenern zahlreiche Vorteile: So mit ihrer Flexibilität, denn sie erstellt Berechnungen für Blechdicken von 0,4 bis 6 mm. „Zudem beeindruckt uns die Elementtechnologie, denn Stampack liefert sowohl eine 3D-Schalen- als auch 2D/3D-Volumensimulationen. Und erlaubt uns die Analyse und Vorhersage von Materialfluss, Umformbarkeit, Falten und Oberflächendefekten“, zieht Christian Fütterer ein positives Fazit. „Hervorzuheben ist auch das Optimierungspotenzial dank der Ermittlung der Rückfederung mit Kompensationsberechnung zur Werkzeuganpassung. Ein signifikanter Vorteil ist für uns zudem die Effizienz von Stampack, denn der Einsatz der Software erspart uns pro Werkzeug mindestens zwei Änderungsschleifen.“

* Theo Drechsel ist freier Fachjournalist. Weitere Informationen: Markus Wagner, Stampack GmbH in 76467 Bietigheim Tel. (0 72 45) 92 53-0, info@stampack.com

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