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Porträt

Vom Chemiker zum Guru

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1960: Die Weichen werden gestellt

Jack, eigentlich John Francis Welch Jr., übernahm 1981 die Leitung des taumelnden Unternehmens. Bereits 20 Jahre vorher sah der frisch von der Uni kommende Bachelor der Chemie Missstände in der administrativen Führung von GE: „teilnahmslos bis hinderlich“ fiel sein Urteil aus. So hatte er auch schon ein anderes Angebot im Blick, doch sein Vorgesetzter sah Potenzial in ihm und überredete ihn zum Bleiben. Er mochte die hektische und aufregende Atmosphäre seines Arbeitsplatzes, die kleinen Laboratorien, aufgeladen mit einer geschäftigen Atmosphäre, die zu Erfolg antrieb. Diese Stimmung muss mit großem Eindruck auf den jungen Jack gewirkt haben, der selbst heute, im Alter von 80, noch aktiv in Sachen Managementtraining ist. Leidenschaft ist also das Schlagwort.

Mit 32 Jahren übernahm er die Kunststoffbranche von GE, beaufsichtigte die Produktion und Vermarktung und war möglicherweise mit seinem Drang nach Erfolg ein Meilenstein in der Kunststoffwelt. Danach schraubte er sich durch das Unternehmen nach oben: 1971 bis '73 leitete er die Metalldivision, die strategische Planung betreute er von '73 bis '77 und bis 1981 oblag ihm die Konsumentenabteilung. Erfolg ist anscheinend sein Antrieb.

1981: Die Leidenschaft fehlte

27 Mrd. US-Dollar leicht war GE, als Welch sich 1981 an seine Spitze setzte. Als er es 2001 verließ, wog es 130 Mrd. US-Dollar. Trotzdem hatte der Konzern an Gewicht verloren: Es fehlten ihm 100.000 Mitarbeiter. „Leidenschaft war schwer zu finden. Nicht die Produkte oder Technik mussten sich ändern, sondern die Einstellung der Mitarbeiter“, rechtfertigt Welch in seiner Autobiografie „Jack: Straight from the gut“ diese Abnahme. Grundlage für die Entlassungen war seine 20-70-10-Strategie: 20 % der Mitarbeiter eines Unternehmens sind Sterne, also Spitzenkräfte, die belohnt werden dürfen, 70 % bilden die solide Grundlage, die gefordert und gefördert werden soll, und 10 % entsprächen Zitronen, dem Teil, von dem man sich trennt. Leidenschaft bei und Erfolg in der Arbeit waren, sind und bleiben wichtige Faktoren.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe