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Elektroantriebe

Vom Frankenschock erholt: Maxon Motor steigert Umsatz

| Redakteur: Stefanie Michel

„Wir entwickeln uns zu einem weltweit tätigen Konzern, dessen Herz aber nach wie vor in Obwalden schlägt“, sagte Karl-Walter Braun, Mehrheitsaktionär maxon motor ag. Rechts im Bild: CEO Eugen Elmiger.
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„Wir entwickeln uns zu einem weltweit tätigen Konzern, dessen Herz aber nach wie vor in Obwalden schlägt“, sagte Karl-Walter Braun, Mehrheitsaktionär maxon motor ag. Rechts im Bild: CEO Eugen Elmiger. (Bild: maxon motor ag, Sachseln)

Die Maxon-Motor-Gruppe steigerte 2016 seinen Umsatz um 5 % auf CHF 422,5 Mio. Europa ist nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt: auch hier konnte der Umsatz gesteigert werden. Aufgrund der Entwicklung hin zu einem international geprägten Unternehmen sind erstmals mehr Mitarbeitende im Ausland beschäftigt als in der Schweiz.

Die Maxon-Motor-Gruppe hat 2016 ihren Umsatz weiter gesteigert: Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Umsatz um 5 % auf die neue Rekordmarke von CHF 422,5 Mio. (Vorjahr CHF 402,5 Mio.) – obwohl die Rahmenbedingungen nicht einfach waren. Dabei erholte sich der Heimatmarkt Schweiz nach dem Frankenschock und erzielte mit CHF 62,7 Mio. einen deutlich höheren Umsatz (Vorjahr: CHF 54,3 Mio.); der Cashflow stieg auf CHF 41,7 Mio. (Vorjahr CHF 39,3 Mio.).

„Innerhalb von drei Jahren stieg der Wert der ausgelieferten Produkte um rund 60 Millionen Franken“, wie Hauptaktionär Karl-Walter Braun an der Medienkonferenz ausführte. „Dies bedeutet für einen Industriebetrieb höchste Anforderungen an den Einsatz und das Wissen der Mitarbeitenden, um die Kunden zeitnah mit guten Produkten bedienen zu können.“ Dass der Cashflow trotz Vollauslastung nicht noch stärker stieg, führte Karl-Walter Braun darauf zurück, „dass der Ausbau der Produktion, die Verlagerungen zu unseren Produktionstöchtern sowie der Aufbau hin zu einer international aufgestellten Gruppe viele Ressourcen absorbierte.“

Den höchsten Umsatzanteil erzielte Maxon mit der Medizintechnik (fast 43 %), gefolgt von der Industrieautomation (26 %) sowie der Mess- und Prüftechnik (6,5 %). Der 2015 geschaffene Bereich Luft- und Raumfahrt entwickelte sich weiter stark und macht mittlerweile einen Umsatzanteil von 6,5% aus.

Europa wächst und bleibt wichtigster Absatzmarkt

Europa ist für Maxon nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt. Nach einem leichten Umsatzrückgang im Vorjahr erholte sich Europa und steigerte den Umsatz auf CHF 174,3 Mio. Der Schweizer Markt erholte sich vom Frankenschock und legte deutlich zu (von 54,3 auf 62,7 Mio.). Maxon hat umfangreiche Investitionen in den Kapazitätsausbau getätigt und eine Vielzahl neuer Technologien und Innovationen auf den Markt gebracht. Damit ist es Maxon gelungen, die führende Position weiter auszubauen. Dank einer guten Umsatzentwicklung im laufenden Jahr blickt das Unternehmen mit Zuversicht in die Zukunft.

In Südkorea und Japan schwächelte die Konjunktur. Dank einer guten Entwicklung in China stieg der Umsatz in Asien auf CHF 73,6 Mio. (+ 2,4%). In Nordamerika setzte Maxon leicht weniger um.

Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte beschäftigt Maxon mehr Mitarbeitende im Ausland (1300) als in der Schweiz (1200). „Wir entwickeln uns zu einem weltweit tätigen Konzern, der mehr und mehr international geprägt ist, dessen Herz aber nach wie vor in Obwalden schlägt“, sagte Karl-Walter Braun. „Mit einer dezentralen Produktions- sowie F+E-Struktur können wir zeitnah Lösungen für unsere Kunden in den jeweiligen Ländern anbieten“, so Braun. Die Investitionen in die F+E stiegen 2016 auf CHF 28,5 Mio. (Vorjahr 27,1 Mio.).

Neue Antriebe für den Extremeinsatz und die Elektromobilität

Wie bereits im 2016 angekündigt, wird das Obwaldner Technologie-Unternehmen zunehmend zum Mechatronik- und Systemspezialisten. So lancierte Maxon Motor in diesem Jahr das erste komplett sterilisierbare Antriebssystem: Das bedeutet, dass Antriebseinheiten bestehend aus BLDC-Motor, Getriebe und Sensor ausgelegt sind, um 1000 Zyklen im Autoklaven auszuhalten. „Dadurch ergeben sich zahlreiche neue Möglichkeiten in der Medizintechnik“, sagte Eugen Elmiger. Extremen Bedingungen trotzen auch die neuen Antriebssteuerungen. Eine polymerische Beschichtung schützt die Elektronik vor unterschiedlichsten Schadstoffen und Korrosion. Hinzu kommt eine hohe Vibration- und Schockresistenz.

Für den E-Bike Markt hat Maxon Motor einen neuen S-Pedelec-Motor mit 500 Wattstunden Akku und intuitiver Steuerung für den urbanen Einsatz entwickelt. Dieser beschleunigt bis 45 km/h. Das Spezielle daran ist, dass damit jedes normale Fahrrad in ein E-Bike umgebaut werden kann. Auch im Bereich autonomer Lieferroboter ist das Unternehmen aus Sachseln aktiv. Gerade dort sind die energieeffizienten und leichten Antriebssysteme von Maxon besonders gefragt.

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