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Persönliche Schutzausrüstung

Vom Klimaschock zur Feuertaufe – Prüfung der Persönlichen Schutzausrüstung in zehn Tagen

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Zahlreiche Messen stehen vor der Tür - bis dahin müssen noch einige neue Materialien für die Persönliche Schutzausrüstung auf ihre Schutzwirkung getestet werden. Das Team der Hohenstein-Institute prüft die Persönliche Schutzausrüstung innerhalb von zehn Tagen auf Herz und Nieren.

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Aufbringen der Maße zur Überprüfung der Formänderung nach der Vorbehandlung.
Aufbringen der Maße zur Überprüfung der Formänderung nach der Vorbehandlung.
(Bild: Hohenstein Institute)

Im Normalfall, die Verfügbarkeit der Prüfkapazitäten vorausgesetzt, werden die Prüfungen in 10 Tagen für die unterschiedlichen Normen durchgeführt. Anhand der Norm DIN EN ISO 11612 „Schutzkleidung gegen Hitze und Flammen“ sieht der beispielhafte Ablauf der Prüfung folgendermaßen aus:

Tag 1

Die zu prüfenden Materialien kommen im Wareneingang der Hohenstein-Institute an, werden registriert und der Prüfauftrag bestätigt. Anhand der vergebenen Registrierungsnummer kann der weitere Verlauf der Prüfungen zugeordnet und verfolgt werden.

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Tag 2

Damit die Ergebnisse jederzeit reproduzierbar sind, werden die Prüfmuster für die Prüfungen vorbereitet und klimatisiert, dass heißt sie sind 24 h lang einer gleichbleibenden Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgesetzt.

Tag 3

Auf dem Prüfmuster werden Maßstrecken für die Überprüfung der Formänderung durch das Waschen eingestickt und eingemessen. Danach wird ein Teil der Prüfmuster vorbehandelt. Diese besteht im Normalfall aus 5 Haushaltswäschen, es kann sich aber auch um ein industrielles Wiederaufbereitungsverfahren handeln. Ein Waschzyklus umfasst dabei den kompletten Wasch- und Trocknungsprozess. Diese Prüfvorbereitung dauert circa ein bis zwei Tage. Die nicht gewaschenen Muster werden für die Prüfungen im Neuzustand zugeschnitten.

Tag 4

Die Prüfung des Brennverhaltens wird im Neuzustand und nach der Vorbehandlung durchgeführt. Dabei wird das Gewebe 10 s lang einer Flammeneinwirkung ausgesetzt und die Fläche und/oder die Kante beflammt. Das Prüfmuster darf weder bis zur Oberkante oder den Seitenkanten weiter brennen noch schmelzen noch darf das Muster Lochbildung oder schmelzendes Abtropfen zeigen. Zudem muss die Nachbrennzeit sowie die Nachglimmzeit weniger als 2 s betragen.

Tag 5

Sobald die Prüfmuster die Waschzyklen durchlaufen haben werden die Prüflinge erneut klimatisiert. Die vorher aufgebrachten Maße werden ausgemessen und die Maßänderungen berechnet. Die Maßänderung von Geweben beziehungsweise Laminaten darf dabei nicht mehr als ±3 % in Längs- und Querrichtung betragen.

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