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Elektrische Ausrüstung

Vom Serienschaltschrank zum Industrie-4.0-Konzept

| Autor/ Redakteur: Reinhold Schäfer / Reinhold Schäfer

Mit der Erfindung des Serienschaltschranks begann 1961 die fast unglaubliche Erfolgsgeschichte des Unternehmens Rittal. Wie es sich zum Komplettanbieter im Steuerungs- und Schaltanlagenbau entwickelt hat und wie wichtig das Thema Industrie 4.0 ist, sagt Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer F&E bei Rittal.

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"Für uns ist Industrie 4.0 der Oberbegriff für alles, was sich hinter dem Thema Produktivitätssteigerung und Prozessintelligenz verbirgt", so Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung der Rittal GmbH & Co. KG in Herborn.
"Für uns ist Industrie 4.0 der Oberbegriff für alles, was sich hinter dem Thema Produktivitätssteigerung und Prozessintelligenz verbirgt", so Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung der Rittal GmbH & Co. KG in Herborn.
(Bild: Reinhold Schäfer)

Was veranlasste damals den Unternehmensgründer Rudolf Loh, Serienschaltschränke zu produzieren?

Steffen: Rudolf Loh besaß bereits das Unternehmen Hailo, das Produkte für die Konsumgüterindustrie produzierte, vornehmlich waren dies Haushaltswaren. Um den schwankenden Konjunkturzyklus ausgleichen zu können, kam er auf die Idee, ein Unternehmen zu gründen, das Investitionsgüter herstellt. Er hatte es mit verschiedenen Produkten versucht. Aber erst ein Gespräch mit dem Vertreter eines in der Nähe ansässigen Elektrogroßhandels, der sich über den Mangel an Schaltschränken beklagte, brachte ihn auf die Idee, Schaltschränke nicht nur nach Bedarf, sondern in größerer Serie vorzuproduzieren. Zunächst startete man mit vier Gehäusetypen. Dies war in dem kleinen Umfang zunächst einmal sehr erfolgreich und deshalb hat man hier die Entwicklung weiter vorangetrieben.

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Zur Person

Dr. Thomas Steffen ist Geschäftsführer des Bereichs Forschung und Entwicklung bei der Rittal GmbH & Co. KG in Herborn.

  • Von 1982 bis 1990 studierte er Maschinenbau an der RWTH Aachen.
  • Von 1989 bis 1994 studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität Hagen.
  • Von 1990 bis 1996 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Laboratorium für Werkzeugmaschinen und Betriebslehre (WZL) der RWTH Aachen.
  • Von 1996 bis 2001 war Dr. Steffen Leiter Qualitätsmanagement bei Flender.
  • Seit 2001 ist er bei Rittal tätig. Von 2001 bis 2004 war er Hauptabteilungsleiter im Qualitätsmanagement und von 2004 bis 2007 Bereichsleiter Internationales Qualitätsmanagement. Seit April 2007 ist er Geschäftsführer Forschung und Entwicklung, Qualitätsmanagement und Service.
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    Es gab doch sicherlich damals auch Widerstände. Was unternahm man dagegen?

    Steffen: Es war bei dieser Idee zur Produktion von Serienschaltschränken so wie bei allen Ideen, die eine grundlegende Veränderung hervorrufen. So hat die Idee des Serienschaltschranks im Schaltanlagenbau auch einen komplett geänderten Prozess erfordert. Denn bis dahin war es üblich, zuerst eine Schaltanlage zu fertigen und sie anschließend zu ummanteln. Nun sollte in einem bereits bestehenden Gehäuse die Schaltanlage untergebracht werden. Dies rief natürlich Widerstände hervor. Und so musste man zu Beginn die Kunden im Gespräch erst davon überzeugen, dass die Variante mit standardisierten Gehäusen die bessere ist.

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