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Industriemessen Von der ersten Exportmesse zur Nummer 1 in der Welt

| Autor/ Redakteur: Jürgen Schreier / Rüdiger Kroh

Mit der ersten Exportmesse auf dem Gelände einer stillgelegten Metallfabrik in Laatzen hat alles begonnen. Seit dem Start im Jahr 1947 entstand daraus die größte Investitionsgütermesse der Welt, die Hannover Messe, die wiederum "Mutter" erfolgreicher Messeveranstaltungen im In- und Ausland ist.

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Promis wie der frühere VfB-Kicker Jens Lehmann werden gerne als Markenbotschafter eingespannt und sorgen am Messestand für Zulauf.
Promis wie der frühere VfB-Kicker Jens Lehmann werden gerne als Markenbotschafter eingespannt und sorgen am Messestand für Zulauf.
(Bild: Deutsche Messe)

Den sprichwörtlichen Paukenschlag gab es beim Hannover-Messe-Start im Jahr 1947 zwar nicht; doch 500 Lautsprecher, verteilt über das seinerzeit noch recht überschaubare Messegelände, produzierten einen „Höllenlärm“, wie sich der Initiator dieses Spektakels Jahre später erinnerte. Werner Spieker, ein 18 Jahre alter rundfunkbegeisterter Schüler hat ihn erfunden, den sogenannten Messefunk.

„Barbara, Barbara, fahr mit mir nach Afrika“

Am 18. August 1947 betrat der frischgebackene „Funksprecher“ seine Sprechkabine auf der Messe und versorgte in den nächsten drei Wochen – so lange dauerte die 1. Exportmesse – Aussteller und Besucher mit einem bunten Programm, das manchem Privatsender heute zur Ehre gereichen würde. Zwischen Werbeblöcken, Stellenangeboten und Suchdurchsagen ertönten aktuelle Schlager wie „Barbara, Barbara, fahr mit mir nach Afrika“, um dann sofort die passende Reklamebotschaft hinterherzuschicken: „Die Musik, die geht ins Ohr – die Platte ist von Polydor.“

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Bald begann der Zauber des neuen „Medienformats“ zu verfliegen. Viele Aussteller zeigten sich von der steten Lärmkulisse genervt. Und so ging 1951 der erste deutsche Privatsender „vom Netz“. Der Messe selbst hat das nicht geschadet. Während der Messefunk an Popularität einbüßte, wurde die neue Messe immer populärer und legte in puncto Aussteller, Besucher und Ausstellungsfläche kontinuierlich zu – zur Freude der britischen Besatzungsmacht, die sich von einer Belebung der deutschen Exporte sinkende Besatzungskosten versprach.

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