Spanische Unternehmen

Vorreiter der interkulturellen Kommunikation

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Spirituelle Werte in den Arbeitsprozess integrieren

Etwa 120 km nördlich der Touristenstadt Hurghada befindet sich Gabal El Zayt an der Küste zum Roten Meer. Es ist für den Mitteleuropäer ein unwirkliches Land aus Sand und Felsen. Entlang der Küste verläuft die viel befahrene Straße N24. Wenige Beduinen finden hier ihren Lebensraum. Gabal El Zayt bedeutet übersetzt Ölberg und hin und wieder finden sich schwarze Teerklumpen im Sand, jedoch drehen sich hier nun auch 100 Windkraftanlagen des spanischen Herstellers. José Maria Jimeno Pascual findet hier seinen Arbeitsplatz und ist als Manager für den effizienten Betrieb des Windparks verantwortlich. Nach seiner Motivation befragt, meint der spanische Elektroingenieur: „Gerade an diesem Ort kann ich etwas für den Fortbestand unseres Blauen Planeten tun.“ Dazu pendelt Jimeno Pascual zwischen Hurghada, Madrid und Gabal El Zayt.

Sein Team hat 70 Mitarbeiter und etwa zehn davon haben ihre Wurzeln in Spanien. Der spanische Manager ist noch mit der Teambildung beschäftigt, weil der Windpark erst seit Kurzem in Betrieb ist. „Das Wichtigste hier ist die interkulturelle Kommunikation“, sagt Jimeno Pascual. Die Ägypter sind stark von ihrer Religion geprägt und ihre spirituellen Werte sind in den Arbeitsprozess zu integrieren. Dies gelingt glänzend, denn die Männer um die Spanier sind gut trainiert, hoch motiviert und versehen ihre Arbeiten mit freundlich-interessiertem Blick.

Verständnis für die arabische Kultur

Nach der Ursache des Erfolgs des spanischen Unternehmens befragt, antwortet der Elektroingenieur aus der Nähe von Madrid: „Die Spanier haben ein besonderes Verständnis für die arabische Kultur. Das geht noch auf die Mauren in unserem Land zurück.“ Hier scheint der Abstand zwischen den Kulturen nicht besonders groß zu sein. Dann ist die Kommunikation eher unkompliziert, was den Austausch und den reibungslosen Projektablauf erleichtert.

Jedoch hat es auch Unruhen gegeben und die Spanier mussten ihre Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen immer mal wieder abziehen. Dabei herrscht in Pascuals Team eine schöne Atmosphäre. Fremde werden mit dem arabischen Friedensgruß „Salem Aleikum – Friede sei mit euch“ begrüßt. Hierzu wird eine Tasse Tee angeboten. In seinem Team bleibt nichts verborgen, die Sorgen und Nöte seiner Mitarbeiter kommen auf den Tisch.

Jimeno Pascual bemüht sich sehr um ein Verständnis der anderen Kultur und lässt dieses in den Arbeitsprozess einfließen. „Für mich gehören alle dazu, gerade auch die Beduinen, die auf dem Land des Windparks wohnen“, meint der Manager. Eines ist klar, der Spanier will sein interkulturelles Team zu Spitzenleistungen führen.

* Dr. Thomas Isenburg ist freier Fachjournalist in 44629 Herne

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Dr. rer. nat. Thomas Dr. Isenburg

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