ITK-Markt Wachstum auf 164 Milliarden Euro bis 2010 möglich

Redakteur: Jan Vollmuth

ITK-Technologien sind ein Motor für Wachstum und Beschäftigung in der deutschen Wirtschaft und sie treiben Innovationen in anderen Branchen voran, zeigt eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM).

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Nach aktuellen Berechnungen erwirtschaftete die ITK-Branche im Jahr 2005 mit fast 74 Mrd. Euro die höchste Wertschöpfung der klassischen Industriezweige und lag damit vor dem Maschinenbau, der Automobilindustrie oder der Metallindustrie. „Die ITK-Wirtschaft ist nicht nur für sich genommen eine hoch innovative Branche“, sagte BITKOM-Präsident Willi Berchtold bei der Präsentation der Studie. „ITK-Technologien zünden auch Innovationen in anderen Branchen.“

Das würden u.a. steigende ITK-Exporte und die Anmeldungen beim Europäischen Patentamt belegen: Ein Viertel aller Patente kommen inzwischen aus dem ITK-Sektor. „Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland eine gute, aber noch keine Spitzenposition ein“, sagte Berchtold. „Es bedarf einer Kraftanstrengung von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, um in wichtigen Hightech-Sektoren ganz nach vorne zu kommen.“

Jährliches Marktwachstum von 3% prognostiziert

Ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung der Hightech-Industrie sind die Anwenderbranchen. So steigen die ITK-Ausgaben im Gesundheitswesen laut Studie in der Finanzwirtschaft und im Automobilbau in den Jahren 2007 und 2008 um jeweils rund 4%. Bei einer anhaltend positiven Entwicklung der Anwenderbranchen und unter der Voraussetzung günstiger politischer Rahmenbedingungen kann der ITK-Markt in Deutschland bis zum Jahr 2010 laut BITKOM-Studie um jährlich 3% auf 164 Mrd. Euro wachsen.

Die Untersuchung ist der zweite Teil der Studie „Zukunft digitale Wirtschaft“. Sie wurde von der Strategieberatung Roland Berger Strategy Consultants und den Marktforschern von BITKOM erstellt. Die ITK-Wirtschaft besteht im Sinne der Studie aus den Segmenten Informationstechnik (Computer-Hardware, Software, IT-Dienstleistungen), Telekommunikation (TK-Hardware, TK-Dienste: Festnetz, Mobilfunk, Datenübertragung) und digitaler Unterhaltungselektronik. Das Marktvolumen beträgt 2007 fast 150 Mrd. Euro bei einer Beschäftigtenzahl von rund 800.000. Derzeit gibt es in der ITK-Branche etwa 20.000 offene Stellen, überwiegend bei Anbietern von Software und IT-Services.

Bemerkenswerter Anstieg der Wertschöpfung bei ITK-Hardware

Laut Studie legte die Wertschöpfung der beiden Segmente Software und IT-Services zwischen 1995 und 2005 überproportional um 68% auf fast 28 Mrd. Euro zu. Bemerkenswert sei der Anstieg der Wertschöpfung bei ITK-Hardware, die sich im Zehnjahresvergleich auf über 13 Mrd. Euro fast verdoppelt hat. Die Wertschöpfung der gesamten ITK-Branche ist in diesem Zeitraum um 50% auf 74 Mrd. Euro gestiegen. Die Wertschöpfung misst den Wert der erbrachten Waren und Dienstleistungen abzüglich der Vorleistungen.

Im Jahr 2006 wurden ITK-Waren und -Dienstleistungen im Wert von 57 Mrd. Euro exportiert. Das ist ein Plus von 7% im Vergleich zum Vorjahr. Im OECD-Vergleich belegt Deutschland bei den Warengruppen Kommunikationstechnik, IT-Hardware und elektronische Bauelemente jeweils einen Platz unter den fünf führenden Exportnationen. Besonders stark gewachsen sind die Consumer Electronics mit einem Plus von 22% Prozent.

Deutschland investiert zuwenig in ITK

In der Summe bleibt Deutschland gleichwohl Nettoimporteur von ITK-Produkten und -Diensten. Berchtold: „Deutschlands Hightech-Sektor wächst, aber manche Länder sind schneller als wir.“ So investieren die Unternehmen und der öffentliche Sektor in Deutschland deutlich weniger in Informations- und Kommunikationstechnik als andere Nationen. Spitzenreiter ist die USA mit einem Anteil von 4% am Bruttoinlandsprodukt (BIP), gefolgt von den skandinavischen Ländern. Deutschland liegt mit einem Anteil der ITK-Investitionen am BIP von 1,9% noch unter dem Durchschnitt der EU. „Vergleichsweise niedrige ITK-Investitionen sind ein wesentlicher Grund für die Wachstumsschwäche Deutschlands in den letzten zehn Jahren“, sagte Berchtold.

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