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Assistenzsysteme

Warnsystem für mehr Sicherheit im Logistiklager

| Autor/ Redakteur: Alexander Glasmacher / B.A. Sebastian Hofmann

In der Regel warnen mobile Assistenzsysteme durch akustische und optische Signale vor Kollisionen im Lager. Wenn Töne aber in Gefahrensituationen nicht gehört werden können, müssen besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.

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Wo Gabelstapler und Personen in unübersichtlichen Bereichen der Intralogistik gleichzeitig arbeiten, werden an die Sicherheit von Mitarbeitern hohe Ansprüche gestellt.
Wo Gabelstapler und Personen in unübersichtlichen Bereichen der Intralogistik gleichzeitig arbeiten, werden an die Sicherheit von Mitarbeitern hohe Ansprüche gestellt.
(Bild: ©Petinovs - stock.adobe.com)

Das Zentrallager von P+P Schuhvertrieb umfasst auf 1000 m2 Fläche zwei Lagerhallen für die Einlagerung und Konfektionierung von Waren. Jüngst wurde die Betriebsstätte um eine erweiterte Lagerwirtschaft ausgebaut, sodass jetzt auch Einlagerungen möglich sind.

Zwei der insgesamt 15 Gänge sind Schmalgänge, das heißt der Sicherheitsabstand zwischen den am weitesten ausladenden Teilen der Flurförderzeuge und den Regalen ist beidseitig geringer als einen halben Meter. Dies bietet einerseits gute Voraussetzungen für einen hohen Raumnutzungsgrad und eine effiziente Kommissionierung, andererseits birgt es aber wesentlich höhere Gefahren für die Lagermitarbeiter als ein Breitgang. Ausgestattet ist das Zentrallager mit 21 Regalen. In der größeren Halle ist ein Schubmaststapler für den Warenfluss zuständig, die zweite Halle dient der Kommissionierung. Darüber hinaus ist ein zweites Fahrzeug – ein Gabelhubwagen – im Einsatz.

Sicherheitsvorkehrungen für Gehörlose im Logistiklager

Eine besondere Herausforderung ist die Situation im Logistiklager für die Mitarbeiterin Sybille Großer: Sie ist gehörlos. Wenn sich frei fahrende Gabelstapler auf sie zubewegen, kann sie sie nicht hören, sondern nur sehen. Die erhöhte Gefahr besteht beim Betreten der großen Halle also im Fahrzeugverkehr. Hier sind Stapler mit hoher Geschwindigkeit unterwegs, um eine bestmögliche Umschlagleistung zu erzielen. Zur Vermeidung von Kollisionen und zur Erhöhung der Sicherheit für Mensch und Maschine suchte Geschäftsführer Christian Penciulescu nach einer geeigneten Lösung für seine gehörlose Mitarbeiterin. Die Entscheidung fiel auf Eloshield.

Sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Logistiklager nicht ausreichend geschützt, wird es schnell gefährlich. 2016 kam es bei der Nutzung von Flurförderzeugen zu über 12.000 Unfällen.
Sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Logistiklager nicht ausreichend geschützt, wird es schnell gefährlich. 2016 kam es bei der Nutzung von Flurförderzeugen zu über 12.000 Unfällen.
(Bild: ©zinkevych - stock.adobe.com)

Dieses mobile Fahrerassistenzsystem zur Personenerkennung von Elokon verfügt neben der akustischen Warnung noch über zwei weitere Signale: eine Warnlampe und eine starke Vibration. „Diese doppelte Absicherung erhöht die Sicherheit für unsere gehörlose Mitarbeiterin erheblich und war daher für unsere speziellen Anforderungen die beste Wahl“, erklärt Penciulescu. Unterstützt wurde das Projekt vom Berufsförderungswerk Dresden und dem Gehörlosenzentrum Zwickau. Die Kosten wurden von der Rentenversicherung Mitteldeutschland übernommen.

Visuelles und haptisches Warnsystem schützt Mitarbeiterin

Eloshield ist ein funkbasiertes Identifikationssystem, das automatisch erkennt, wenn ein Objekt, beispielsweise eine Person, in den Gefahrenbereich eines Staplers gerät. Installiert wurde ein Eloshield-Staplermodul Eloshield Drive sichtbar in der Fahrerkabine oberhalb des Bedienelements auf dem Flurförderzeug. Diese Lese-/Empfangseinheit sendet ein Funksignal, welches von Personenmodulen (Eloshield Go) empfangen und reflektiert wird. Die Mitarbeiterin trägt das Personenmodul in der Größe eines klassischen Smartphones an einem Armgurt direkt am Körper. Auf Basis einer sogenannten Laufzeitmessung des Funksignals erkennt das System zu jeder Zeit, in welcher Entfernung sich Stapler und Person zueinander befinden.

Wird eine bestimmte Distanz unterschritten, wird dem Staplerfahrer optisch und akustisch signalisiert, dass Gefahr im Verzug ist. Gleichzeitig löst Eloshield Go neben einem akustischen Signal einen starken Vibrationsalarm aus, sobald das Fahrzeug in den eingestellten Warnbereich eindringt. Nähert es sich noch weiter, verstärkt sich der Vibrationsalarm. „Sybille Großer erhält eine doppelte Alarmierung durch das System und hat damit ausreichend Zeit zu reagieren“, so Christian Penciulescu.

Innerhalb eines Tages konnte es in Betrieb genommen werden. Vorab wurde das System mit runden Warn- und Schutzzonen konfiguriert. Die Warnzone ist ab fünf Metern aktiv, die Schutzzone wird ab drei Metern aktiv. Am Tag der Inbetriebnahme wurde das Eloshield Drive an die Stapler-Schnittstelle angeschlossen und Sybille Großer in die Arbeitsweise des Eloshield-Go-Moduls eingewiesen.

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* Alexander Glasmacher ist Geschäftsführer von Elokon in 25436 Tornesch bei Hamburg, Tel. (0 41 22) 9 57 00, info@elokon.com

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