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Studie

Was Fachkräfte in der Produktion glücklich macht

| Autor: Melanie Krauß

Für Produktionsfachkräfte sind ein sicherer Arbeitsplatz und ein gutes Arbeitsklima die wichtigsten Faktoren im Job. Dies ergab eine Studie zu den Bedürfnissen nicht akademischer Fachkräfte.

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„Auch der sinnstiftende Aspekt kann im Employer Branding für nicht-akademische Fachkräfte eine wichtigere Rolle spielen als bislang angenommen”, so Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de.
„Auch der sinnstiftende Aspekt kann im Employer Branding für nicht-akademische Fachkräfte eine wichtigere Rolle spielen als bislang angenommen”, so Wolfgang Weber, Geschäftsführer von meinestadt.de.
(Bild: gemeinfrei (Pixabay, jarmoluk) / CC0)

Sicherheit, gute Kommunikation und Wertschätzung – das sind für Fachkräfte aus der Produktion die wichtigsten Aspekte, wenn es um einen attraktiven Beruf geht. Sinn und Selbstverwirklichung in der Arbeit spielen damit nicht nur in akademischen, sondern auch in nicht akademischen Berufen eine wichtige Rolle. 45 % der Produktionsfachkräfte würden trotz Lottogewinn weiterarbeiten – sie verbinden mit der Arbeit also mehr als den reinen Broterwerb. Das zeigt die Studie „Attraktive Jobs“ vom Stellenmarkt meinestadt.de.

Arbeit ist auch für Nichtakademiker Sinn stiftend

Für viele eine Traumvorstellung: ein Millionen-Gewinn im Lotto. Die Frage, die sich anschließt: Würden Sie dann weiterarbeiten? 45 % aus dem Logistiksektor beantworten sie mit „Ja“. Für diesen Teil der Fachkräfte stellt der Job einen Sinn stiftenden Faktor dar – man wird gebraucht, bringt seine Fähigkeiten ein oder erlebt sich als Teil einer Gemeinschaft. Dass der Sinn der Arbeit ein Angebot für Bewerber darstellt, wurde bisher eher bei Akademikern angenommen. Auch in der Produktionsbranche sind aber viele „Sinnsucher“ zu finden. Die übrigen 55 % scheinen die Arbeit eher als Mittel zum Zweck wahrzunehmen und würden ihren Job bei finanzieller Unabhängigkeit aufgeben.

Für die befragten Produktionsfachkräfte sind ein sicherer Arbeitsplatz (80 %) und ein gutes Arbeitsklima (42 %) am wichtigsten im Job. Aufstiegschancen im Unternehmen (11 %) rangieren hingegen auf dem letzten Platz. Doch woran machen Fachkräfte Sicherheit fest? Ein unbefristeter Job liegt mit 70 % auf dem ersten Platz, gefolgt von der pünktlichen Gehaltszahlung (64 %) sowie der wirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens (38 %). Die Studienteilnehmer wünschen sich in der Ansprache solche konkreten Leistungsversprechen statt Floskeln zu einem vermeintlich kometenhaften Aufstieg wie „Jetzt ist die Karriere dran!“. Nur 7 % der Fachkräfte aus der Produktion finden aktuelle Stellenausschreibungen sehr überzeugend.

Hoher Stellenwert des Arbeitsklimas

Der Branchenvergleich macht jedoch deutlich, dass das Sicherheitsempfinden in den jeweiligen Branchen und Berufen unterschiedlich aufgeladen ist. Für Fachkräfte aus der Produktionsbranche liefern entfristete Verträge am meisten Sicherheit. Außerdem spielen der Unternehmenserfolg und Tarifabkommen in der Vermittlung von Sicherheit eine vergleichsweise wichtige Rolle. 87 % der Fachkräfte in der Produktionsbranche sind davon überzeugt, dass ihre Arbeit auch in zehn Jahren noch gefragt ist. Mehr als jede zweite Fachkraft in der Produktion gibt an, stolz auf ihr aktuelles Unternehmen zu sein. Die offenen Nennungen bestätigen das positive Bild: Dort ist die Rede von einer „sinnvollen Tätigkeit“, dem „Spaß im Job“ und einem „guten Klima“. Auch hier zeigt sich der sinnstiftende Aspekt.

Beim Faktor Arbeitsklima rangieren das Gefühl „Teil des Teams zu sein“ mit 63 % und die Verlässlichkeit unter den Kollegen mit 43 % auf den Spitzenplätzen. Produktionsfachkräfte geben außerdem vergleichsweise häufig den Aspekt „Vertrauen zum Chef“ im Zusammenhang mit einem guten Arbeitsklima an. Wird das Klima im Team als schlecht bewertet, liegt es bei 71 % an der fehlenden Wertschätzung für die Leistung. Dahinter folgt unter anderem das nicht vorhandene Lob durch den Chef und ein Mangel an einem freundlichen Miteinander. Das Erstaunliche: Die Relevanz einer hohen Vergütung steigt für Fachkräfte in der Produktion unter einem schlecht wahrgenommenen Arbeitsklima insgesamt um das Fünffache an. Damit wird der Stellenwert des Arbeitsklimas einmal mehr deutlich.

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Über den Autor

 Melanie Krauß

Melanie Krauß

Redakteurin Management & IT und Karriere & Weiterbildung