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Studie zur Jobzufriedenheit Was Fachkräfte wollen

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Eine Studie von Kienbaum und Stepstone zu Organisationsstrukturen in deutschen Unternehmen hat untersucht, was sich Fachkräfte von ihren Vorgesetzten wünschen. Die vorläufige Einschätzung: Es gibt Verbesserungspotenzial.

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Was Fachkräfte wirklich wollen, zeigt eine gemeinsame Studie von Kienbaum und Stepstone zu Organisationsstrukturen in Unternehmen.
Was Fachkräfte wirklich wollen, zeigt eine gemeinsame Studie von Kienbaum und Stepstone zu Organisationsstrukturen in Unternehmen.
(Bild: © chagin/ Fotolia.com)

In den Buchhandlungen ist zahlreiche Literatur zu finden, in denen Menschen ihren Erfahrungen mit Organisationsstrukturen in Unternehmen mal mehr mal weniger unterhaltsam schildern. Bei manchen stellt sich die Frage, ob es überhaupt etwas Positives beziehungsweise Zufriedenstellendes in den beschriebenen, aber anonymisierten Firmen gab. Nach dem Lesen solcher Bücher stellt sich dem einen oder anderen sicherlich die Frage, was denn der Autor oder auch der Arbeitnehmer generell von seinem Arbeitgeber erwartet, um in seinem Beruf zufrieden sein zu können.

Jobzufriedenheit ist keine Einbahnstraße

Dieser Frage widmete sich das Personalberatungsunternehmen Kienbaum gemeinsam mit dem Jobportal Stepstone und befragte für die gemeinsame Studie zu Organisationsstrukturen in deutschen Unternehmen 12.000 Fachkräfte. Die Studienergebnisse werden im Laufe des Frühjahrs veröffentlicht, doch sind vorab schon einige Vorauswertungen bekannt. Vier von fünf Befragten möchten in Unternehmen mit flachen Hierarchien arbeiten; zugleich gaben 65 % der Befragten an, sich klare Anweisungen von ihrem Vorgesetzten zu wünschen.

In der Vergangenheit war die Suche nach einer Arbeitsstelle eine Einbahnstraße: Ein Bewerber – sehr vereinfacht dargestellt – möchte die Stelle von einem Unternehmen bekommen, das Unternehmen wählt nach den Qualifikationen den für sich richtigen Bewerber aus. Mittlerweile ist es so, dass Unternehmen ebenso gewisse „Qualifikationen“ vorweisen müssen, um für hochqualifizierte Fachkräfte überhaupt interessant zu sein. Neben Vergünstigungen und Arbeitsklima sind auch die Organisationsstrukturen von großer Bedeutung, um sich in einem Unternehmen wohl zu fühlen.

Das ist auch ein Ergebnis der Studie: Drei von vier Befragten geben an, dass die Struktur des Unternehmens wichtig für ihre generelle Jobzufriedenheit ist. Dem ist sich auch die Mehrheit der Führungskräfte bewusst: 95 % stimmen der Aussage zu, dass eine gute Führungskultur einen großen Einfluss auf die Mitarbeiterbindung hat. „Fachkräfte sind heute echte Karriereplaner. Sie interessieren sich dafür, wie in einem Unternehmen gearbeitet wird. Es geht nicht mehr nur darum, ob sie die richtigen Fähigkeiten für eine Stelle mitbringen. Sie wollen auch wissen, ob die Arbeitsweise und die Führungskultur in einem Unternehmen zu ihnen passen“, ordnet Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer bei StepStone.de., die Ergebnisse ein.

Ebenso wichtig ist es für Mitarbeiter, sich aktive einzubringen. Doch viele Unternehmen scheinen dieses Potenzial nur unzureichend für sich zu nutzen. Laut der Studie gibt nur jeder fünfte Befragte an, dass das Einbringen von Verbesserungsvorschlägen aktiv gefördert wird. Dass es keine festen Prozesse zur Sammlung und Verarbeitungen von Ideen existieren oder Ideen von Mitarbeitern sogar ausdrücklich nicht gewünscht sind, gaben 45 % der Befragten an.

Mehr Verantwortung gewünscht

Durch die Digitalisierung verändert sich nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Anforderungen an die Mitarbeiter. Sie müssen neue Aufgabengebieten übernehmen und sind im Zuge dessen auch bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Der Studie zufolge äußerten Dreiviertel der Befragten diesen Wunsch.

Dr. Walter Jochmann, Geschäftsführer bei Kienbaum, erklärt, wie Unternehmen die Ergebnisse zu ihrem Vorteil nutzen können: „Dass die Fachkräfte dazu bereit sind, mehr Verantwortung zu tragen, ist ein gutes Signal für die deutsche Wirtschaft. Den Wunsch nach flachen Hierarchien können Unternehmen für sich nutzen. Arbeitgeber, die in entsprechenden Strukturen arbeiten, haben ein starkes Argument im Recruiting.“

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