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Nachgehakt WAS IST EIGENTLICH MIT …dem Stahlpreis-Schock?

| Redakteur: Udo Schnell

Der dramatisch steigende Stahlpreis könnte zu Problemen in der Zuliefererkette führen, weil mittelständische Unternehmen die Mehrkosten nicht alleine auffangen können. Wir sprachen mit Bernhard Jacobs, Geschäftsführer des Industrieverbandes Blechumformung IBU, über das Problem.

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Bernhard Jacobs, Geschäftsführer des Industrieverbands Blechumformung e.V. (IBU): „Wir registrieren eine Ausnahmesituation wie zuletzt in den Krisenjahren 2008/2009.“
Bernhard Jacobs, Geschäftsführer des Industrieverbands Blechumformung e.V. (IBU): „Wir registrieren eine Ausnahmesituation wie zuletzt in den Krisenjahren 2008/2009.“
(Bild: IBU)

Stahlpreis-Schock: Die Kostenexplosion kann, so der IBU, bei einem beispielhaften Jahresbedarf von 7000 t Mehrkosten von rund 1,5 Mio. Euro pro Unternehmen verursachen.

Der Industrieverband Blechumformung sieht eine branchenübergreifende Gefahr für die Lieferkette. Wie konkret ist diese Gefahr?

Die Gefahr ist schon konkret. Wir registrieren eine Ausnahmesituation wie zuletzt in den Krisenjahren 2008/2009. Einzelne Zulieferer haben bereits mit Vertragskündigungen gegenüber ihren Kunden aus der automobilen Lieferkette reagiert. Aber auch andere Branchen wie Elektronik, Medizintechnik, Weiße Ware und die Schloss- und Beschlagindustrie sind betroffen. Das Gegensteuern muss auf jeden Fall kurzfristig eintreten, weil eine Vorfinanzierung seitens der Zulieferer nur begrenzt möglich ist.

Gibt es bereits Reaktionen auf der Abnehmerseite? Sehen die Abnehmer das Problem auch und gibt es Verhandlungsbereitschaft?

Die Kunden, die selber auch Stahl einkaufen, kennen die Entwicklungen und können von daher nicht überrascht sein. Gleichwohl ist noch nicht allen die Brisanz der aktuellen Entwicklung bekannt. Teilweise gibt es ein Entgegenkommen, sicherlich sind das aber immer unternehmensspezifische Gespräche.

Welche konkreten Ratschläge haben Sie für die betroffenen Mittelständler?

Mittelständler, die das Vormaterial jetzt zu einem sehr hohen Preis einkaufen müssen, müssen jetzt direkt mit ihren Kunden sprechen. Grundsätzlich kann aber vor einer konkreten Situation mit den Kunden über die zeitnah wirkenden Preisgleitklauseln, Materialbestellungen und Mengenbündelungen gesprochen werden.

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