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Künstliche Intelligenz Watson stößt das Tor in die Zukunft der IT auf

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Ulrike Ostler

Eine neue Technik schickt sich an, die IT von Grund auf umzukrempeln. Statt sich an Teillösungen abzuarbeiten, soll der Computer in Zukunft selbst erkennen und denken können - und eigenständig Probleme lösen.

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Watson von IBM ist eine künstliche Intelligenz, dass sogar schon einmal an der Quizshow Jeopardy teilgenommen – und gewonnen – hat.
Watson von IBM ist eine künstliche Intelligenz, dass sogar schon einmal an der Quizshow Jeopardy teilgenommen – und gewonnen – hat.
(Bild: IBM Watson / Wikimedia Commons/Clockready / BY-SA 3.0)

So einfach und kurz kann man den neuen Ansatz erklären, den IBM mit seinem Cognitive-Computing-Schlagwort beschreibt. Er reicht angefangen bei der Künstlichen Intelligenz über Analytics, natürlicher Sprachverarbeitung und neuronale Netzwerke bis hin zum traditionellen Maschine Learning. Watson ist ein solches kognitives System. Es wurde so konzipiert, dass es Daten, egal woher sie kommen und in welcher Form sie vorliegen, verarbeiten kann.

Watson ist unter anderem in der Lage, Millionen von Textdokumenten in Sekunden zu lesen und zu verstehen. Das stellt einen Meilenstein dar; denn bisher sind rund 80 Prozent aller Daten für Computer nicht verwertbar. Watson kann das angeblich erkennen und folgt dabei dem Prinzip, das auch dem menschlichen Denken entspricht: Aus Fehlern und Erfolgen lernen; Rückschlüsse ziehen; Daten interpretieren, um Muster und Verbindungen zu erkennen und zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Dafür bereitet das System Daten und Informationen auf und organisiert sie so, dass der Umgang mit Inhalten sehr viel effizienter wird. Watson kann das schneller als jeder Mensch oder jede Gruppe. Doch um diese Inhalte richtig zu bewerten, braucht es zusätzliches Training – von Fachexperten, die ihm bei der Einordnung helfen. Und genau wie die menschlichen Experten nutzt Watson dafür einen kognitiven Bezugsrahmen zu einem bestimmten Thema oder einem definierten Fachbereich und entwickelt darauf aufbauend seine Expertise – in unfassbarer Geschwindigkeit.

Was ist und kann Watson?

Allerdings erstellt Watson keine statistischen Datenauswertungen wie die herkömmlichen Analytics-Tools. Zwar nutzt Watson intern statistische Methoden, um überhaupt arbeiten zu können. Er hat aber einen ganz anderen Anspruch.

Der Anwender muss keine Applikation bedienen, sondern erhält eine natürliche Antwort auf eine natürliche Frage. Das ermöglicht eine wesentlich einfachere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Watson wertet die Daten aus, abstrahiert sie und liefert die Antwort in der Sprache des Anwenders. Verglichen mit herkömmlichen Analyse-Werkzeugen und ganz generell anderen IT-Projekten und -Moden ist das ein revolutionärer Ansatz.

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Über den Autor

Dr. Dietmar Müller

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Journalist