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Digitaler Reifegrad

Welche Organisationsform beflügelt die Digitalisierung?

| Redakteur: Jürgen Schreier

Bayme-vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Zwei Drittel der befragten M+E- Unternehmen befinden sich noch in den ersten beiden digitalen Reifegraden und damit am Anfang der digitalen Transformation.“
Bayme-vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Zwei Drittel der befragten M+E- Unternehmen befinden sich noch in den ersten beiden digitalen Reifegraden und damit am Anfang der digitalen Transformation.“ (Bild: Schreier)

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Nach einer von den bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbänden bayme vbm initiierten Studie entscheidet die Organisationsform eines Unternehmens über den Digitalisierungserfolg. Digitalisierte Firmen besitzen in der Regel eine agile Organisation und können dadurch schneller auf Veränderungen reagieren.

Die digitale Transformation fordert Unternehmen aller Branchen, ihre Geschäftsfelder zu hinterfragen und ihre Geschäftsmodelle an die neuen Herausforderungen anzupassen. Die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm haben die Kölner Personal- und Managementberatung Kienbaum beauftragt, ihre Mitgliedsunternehmen zum Thema Digitalisierung zu befragen.

Die digitale Transformation hat erst begonnen

„Bei der Digitalisierung gewinnt die Frage nach der geeigneten Organisationsform zunehmend an Bedeutung, denn sie beeinflusst maßgeblich den Erfolg der digitalen Transformation“, erklärt bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt das Ergebnis der Studie. Zur Bewertung des Umsetzungsstandes der Digitalisierung im Unternehmen wurde ein vierstufiges Reifegradmodell entwickelt: Es beginnt mit der klassischen Organisationsform, die zweite Entwicklungsstufe ist die hybride Organisation, die dritte ist die digitale und schließlich steht auf der vierten Stufe die agile Organisation.

„Zwei Drittel der befragten M+E Unternehmen befinden sich noch in den ersten beiden digitalen Reifegraden und damit am Anfang der digitalen Transformation“, so Brossardt. In der Branchenbetrachtung ist innerhalb der M+E Industrie naturgemäß der IT-Sektor am stärksten digitalisiert, gefolgt von der Elektro- und Elektronik-Industrie und dem Fahrzeugbau. Weniger fortgeschritten ist der Stand derzeit noch in den beiden Branchen Maschinenbau und Metallerzeugung und -verarbeitung.

„Bei über 76 Prozent der Unternehmen wird die digitale Transformation vom Geschäftsführer verantwortet. Sechs Prozent der Firmen haben eine eigene Funktion für die Digitalisierung geschaffen. Erfolgreich verläuft der digitale Wandel vor allem dann, wenn Funktionen mit fachbereichsübergreifendem Horizont das Thema verantworten“, sagt Brossardt.

Starre Hierarchien und Abläufe bremsen die Digitalisierung

Außerdem gilt: Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in Vollzeit auf Digitalisierungsthemen setzen, haben einen höheren digitalen Reifegrad. „Die Digitalisierung ist eine Herausforderung, aber sie bietet vor allem auch große Chancen für die Unternehmen. Unsere Studie zeigt, dass Firmen mit einem hohen digitalen Reifegrad die Fähigkeit besitzen, schnell auf Veränderungen am Markt – insbesondere hinsichtlich Kundenbedürfnissen und Nachfrageschwankungen – zu reagieren. Das ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor um auf den volatilen Weltmärkten bestehen zu können“, so Brossardt weiter.

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Starre Hierarchien, Methoden und Abläufe hingegen bremsen die digitale Transformation. So sieht es auch Marco Pazzaglia von KPMG. Sie prägen Silos – vertikale, eng miteinander verbundene Teilorganisationen, die entwickeln ihre eigene Subkultur entwickeln. Derartige Hierarchien verfestigen sich, und je zäher sie werden, desto mehr verkommen sie zu einer bürokratischen Einrichtung.

Starre Hierarchien, das steht für den KPMG-Mann fest, "sind inflexibel, ineffizient und zerbrechlich". Informationsflüsse beschränken lediglich auf das Silo, das die entsprechende Information erzeugt oder gesammelt hat. Ein Informationsaustausch zwischen den Silos ist nicht vorgesehen und findet gewöhnlich auch nicht statt. "Das Silo- und Konkurrenzdenken der Fachbereiche lässt Digitalisierung scheitern", ist Pazzaglia überzeugt.

Den richtigen Nährboden schaffen: Offenheit, Vertrauenskultur und Kollaboration

Soll die digitale Transformation zum Erfolg werden, braucht es agile Organisationsformen. Und wer möchte, dass solche agile Formen entstehen, braucht nach Auffassung von KPGM-Experte Pazzaglia die dazu passende Organisationsstruktur. Kurzum: Er braucht den richtigen Führungsansatz, durchdachte Konzepte zur Operationalisierung, unterstützende Systeme sowie das geeignete Personal mit einer synergetischen Mischung von Eigenschaften. Offenheit, Vertrauenskultur und Kollaboration prägen solche Organisationsformen.

Im Vergleich zur traditionellen "Siloorganisation" können agile Organisationen laut Pazzaglia folgendes besser:

  • 1. Sie sind robust.: Denn sie sind in der Lage, aufgaben-, situations- und bedingungsübergreifend effektiv zu bleiben.
  • 2. Sie sind belastbar: Denn sie sind in der Lage, sich von einer destabilisierenden Störung der Unternehmensumgebung / des Marktumfelds zu erholen und sich darauf einzustellen.
  • 3. Sie sind reaktionsfähig: Denn sie sind in der Lage, auf Veränderungen rechtzeitig zu agieren.
  • 4. Sie sind flexibel: Denn sie sind in der Lage, mehrere Lösungsmöglichkeiten einzusetzen und nahtlos von einer zur anderen überzugehen.
  • 5. Sie sind innovativ: Denn sie sind in der Lage, neue Dinge zu tun und alte Dinge auf eine neue Art und Weise zu tun.
  • 6. Sie sind anpassungsfähig: Denn sie sind in der Lage, Arbeitsprozesse und Organisation zu ändern.

Je ungewisser und dynamischer der Wettbewerb ist, umso wichtiger wird die "wandlungsfähige Fabrik" und umso wertvoller (und notwendiger) Agilität.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Schwesterportal industry-of-things.de.

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