Walter Wendeplattenpaket für die Drehbearbeitung in der Schwerindustrie

Redakteur: Jürgen Schreier

In der Schwerindustrie sind besondere Wendeplatten erforderlich: Sie müssen für überdurchschnittliche Spantiefen bei hohen Standzeiten geeignet sein. Genau diese Eigenschaft will bietet die Tübinger Walter AG mit der neuen Geometrieform NRR in Verbindung mit Tigertec-Schneidstoffen bieten.

Anbieter zum Thema

Die neue Geometrie NRR ist bezüglich Spanquerschnitt noch über der bereits bekannten NRF angesiedelt. Sie wurde für schwerste Schruppbearbeitungen mit Spantiefen bis 20 mm und Vorschüben bis 1,6 mm konzipiert. Mit beiden Typen hat Walter nach eigenem Bekunden nun ein High-Performance-Duo für das Schruppen auf antriebsstarken Drehmaschinen im Programm.

Die Bezeichnung NRR steht für eine maximale Stabilität. Ein einseitiges Wendeplatten-Design ist daher obligatorisch. Abgesetzte Schutzfasen machen die gerade ausgeführten Schneidkanten besonders widerstandsfähig. Das auffallendste Kennzeichen sind jedoch die leicht erhöhten Spangleiter hinter den Schneidkanten. Diese bewirken eine Abhebung bzw. bessere Umlenkung/Einschnürung des Spans und sorgen damit für eine reduzierte Reibung. Der Effekt: Die Zerspanungstemperatur hält sich in Grenzen und die Standzeiten erhöhen sich.

Ein Schneidstoff auch für schwierige Stahlbearbeitungen

Um vielfältige Anpassungsmöglichkeiten bieten zu können, sind die NRR-Wendeplatten in den Grundformen C, S und T sowie in vier Tigertec-Schneidstoffen verfügbar.

Die Sorten WPP10, WPP20 und WPP30 decken den Bereich der Stahlbearbeitung ab, die Sorte WAK30 die Gussbearbeitung. Die Qualität WAK30 besticht laut Walter durch eine extreme Zähigkeit und ist vergleichbar mit einer ISO-P40-Wendeplatte. Aus diesem Grund eigne sich der Schneidstoff in der Nebenanwendung auch für schwierige Stahlbearbeitungen, heißt es.

Praxistest brachte Standzeitverlängerung um 50%

In einem ersten Praxistest kamen WAK30-Wendeplatten mit NRR-Geometrie beim Drehen von 6 m langen Rotorwellen aus 42CrMoV4 zum Einsatz. Die Spantiefen pendelten im Bereich 8 bis 20 mm. Der Anwender profitierte von einer Standzeitverbesserung um 50%. Insgesamt wurde pro Schneidkante mit der Walter NRR Geometrie eine Standzeit von 2:05 Stunden erzielt - und das über Schnittunterbrechungen hinweg.

Die Geometrie NRR ist überall dort erste Wahl, wo schwere Drehteile bearbeitet werden – beispielsweise bei Generatorwellen in der Energietechnik oder bei Schiffswellen und Eisenbahnrädern.

(ID:350485)