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Wenn die Management-Feuerwehr anrückt

| Autor / Redakteur: Corina Hoch / Robert Horn

Es sind nicht immer Krisen, die einen Interim Manager auf den Plan rufen, doch wenn es kracht, dann hilft oft nur noch die Führung von außen.
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Es sind nicht immer Krisen, die einen Interim Manager auf den Plan rufen, doch wenn es kracht, dann hilft oft nur noch die Führung von außen. (Bild: ra2 studio - Fotolia)

Brennt es in den oberen Führungsetagen, dann kommen oft Interim Manager zum Einsatz, um das Feuer schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen. Wie effektiv und wirksam der Einsatz der zeitlich befristeten Einsatzkräfte ist, zeigt eine Studie.

Was zeichnet erfolgreiches Interim Management (IM) aus? „Tempo und Qualität“, sind laut Ludwig Heuse, Inhaber der gleichnamigen GmbH, eines Anbieters von IM-Lösungen in Kronberg, die Erfolgsfaktoren im Interim-Management-Geschäft. Das bestätigen auch die Ergebnisse der aktuellen Studie zum deutschen Interim-Management-Marktgeschehen 2015. Insgesamt haben 968 Manager auf Zeit zu 803 im Jahr 2015 abgeschlossenen Projekten berichtet, darunter 130 im Maschinen- und Anlagenbau. Zusammen mit der Automobilindustrie die Branche, in denen Manager auf Zeit am häufigsten zum Einsatz kommen (16 % aller Projekt). Die Daten zum deutschen IM-Marktgeschehen werden seit 2001 jährlich von der Ludwig Heuse GmbH erhoben und veröffentlicht.

Nutzen für die Maschinen- und Anlagenbauunternehmen

Dass sich der Einsatz eines Interim Managers für die Maschinen- und Anlagenbauer lohnt, belegen die Daten der Studie zum Kundennutzen in Euro und Zeit: So erwirtschafteten 88 % der eingesetzten Manager auf Zeit mindestens das Doppelte des Honorars, das ihr Einsatz den Kunden gekostet hat.

In Zeit drückt sich der Erfolg so aus: Nach nur zehn Projekttagen lieferten 50 % der Interim Manager bereits einen soliden Statusbericht, nach 20 Tagen hatten 72 % ihre PS voll auf der Straße, nach weiteren zehn Tagen meldeten 76 % der Manager auf Zeit: „Die relevanten Themen sind unter Kontrolle.“ 86 % der Auftraggeber signalisierten nach nur 40 Einsatztagen: „Entwarnung, die Risiken sind im Griff.“ „Ein Interim Manager benötigt keine 90-Tage-Schonzeiten und die werden auch nicht gewährt. Ein hervorragendes USP“, findet Ludwig Heuse.

Die Gründe für den Einsatz eines Interim Managers

30 % der im Maschinen- und Anlagenbau tätigen Interim Manager wurden im Zusammenhang mit Krisen, Sanierungen und Restrukturierungen beauftragt, substanziell mehr als im Durchschnitt über alle Branchen, hier waren es 22 %. Dies könnte ein Indikator dafür sein, dass in dieser Branche überdurchschnittlich viele Unternehmen in Schwierigkeiten stecken, oder positiv gedacht, dass hier Probleme früher als woanders erkannt und proaktiv angegangen werden. „Ich deute den jetzt verstärkten Einsatz von Sanierungsmanagern im Maschinen- und Anlagenbau so, dass sich in dieser Branche über die Jahre ein ,Sanierungsstau' gebildet hat, der zum Beispiel in der Automobilindustrie längst abgearbeitet ist, weil die Unternehmen hier schon viel länger unter internationalem Wettbewerbsdruck stehen“, so Heuse.

Controlling-Experten waren mit 19 % eindeutig die meistgefragten Manager auf Zeit, und dies weit mehr als im Durchschnitt über alle Branchen (12 %). Hierzu Ludwig Heuse: „Sanierungen und Restrukturierungen benötigen als Grundlage zunächst ein glaubhaftes Zahlengerüst, deshalb die starke Nachfrage nach IM-Controllern. Mit schlechten Zahlern können die meisten Stakeholder umgehen, seien es Eigentümer, Banken oder Belegschaftsvertreter. Sie haben aber keine Geduld, sich mit falschen Zahlen abzugeben.“ An zweiter Stelle lagen Einsätze von Einzel- (13 %) und Serienfertigungs-Experten (8 %), dicht gefolgt von Vertriebsmanagern mit 11 %.

Über den Einsatz eines Interim Managers, also darüber, was zu tun ist und wer die Aufgabe übernehmen soll, entscheidet in den meisten Fällen das Topmanagement, ergo Geschäftsführer, Vorstände oder Gesellschafter der Unternehmen (80 %). „Viele IM-Einsätze berühren die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Kein Wunder, dass sich das Topmanagement in diese Personalentscheidung so stark einbringt“, kommentiert Ludwig Heuse.

Nach Erledigung der Aufgabe, für die die Interim Managerin oder der Interim Manager eingesetzt wurde, verlassen diese das Unternehmen wieder. 35 % der Einsätze endeten innerhalb der ersten sechs Monate, 13 % liefen bis zu neun Monate und 14 % über zwölf Monate. Von Fall zu Fall gab es auch längere Aufträge, diese dann aber häufig in Teilzeit. MM

* Corina Hoch ist Inhaberin von C. Hoch Strategy Consulting in 45279 Essen, Tel. (02 01) 64 72 99 37

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