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Kleben von Edelstahl rostfrei

Wenn Optik und Festigkeit stimmen müssen

| Autor/ Redakteur: Ursula Herrling-Tusch / Dietmar Kuhn

Fügetechnik bringt zusammen, was zusammengehört. An die Haltbarkeit der Verbindungen werden dabei hohe Anforderungen gestellt. Für die Ansprüche an Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Optik gefügter Elemente eignen sich vor allem Klebeverbindungen. Sie folgen dabei dem Trend zum Leichtbau mit modernen Werkstoffen, mildern den Kostendruck und optimieren den Prozess.

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Im Blechbereich wird immer mehr geklebt, so wie hier Edelstahl rostfrei in der Anwendung bei Gebäuden.
Im Blechbereich wird immer mehr geklebt, so wie hier Edelstahl rostfrei in der Anwendung bei Gebäuden.
( Bild: Outokumpu Niroste )

Moderne Fügeverfahren mit Klebstoff oder Klebeband ersetzen bei der Verarbeitung nicht rostender Stähle zunehmend die klassischen Verbindungstechniken Schweißen, Nieten oder Schrauben. Neben der Möglichkeit zur industriellen Vorfertigung gefügter Teile bieten geklebte Edelstahlverbindungen weitere entscheidende Vorteile: weniger Gewicht, unsichtbare Befestigung und neue Werkstoffkombinationen. Industrie und Handwerk nutzen dies als Schlüssel für innovative Konzepte und bislang nicht realisierbare Lösungen.

Kleben bingt keine Materialänderung mit sich

Kleben verändert – anders als Nieten oder Schweißen – das Werkstoffgefüge von Edelstahl Rostfrei kaum. Als flexibelstes Fügeverfahren für hoch belastete Werkstoffe wird es individuell auf die jeweilige Klebefläche, gewünschte Materialverbindung und den konkreten Anwendungsfall ausgelegt. Alle technisch nutzbaren Materialien lassen sich so flächig und stoffschlüssig mit nicht rostendem Stahl verbinden. Um die Klebung werkstoffgerecht zu gestalten, steht eine Vielzahl an Klebstoffen und Klebebändern zur Verfügung, die sich in die gängigen Fertigungsabläufe der industriellen Einzel- und Serienproduktion integrieren lassen. Klebstoff und Klebeband unterscheiden sich in der Art ihrer Applikation, Festigkeit und Beständigkeit. Ihre systematische Auswahl erfolgt nach den Kriterien Haftung (Adhäsion), innere Festigkeit (Kohäsion) und Verarbeitung.

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Kleben von Edelstahl bringt viele Vorteile

Auch dort, wo Festigkeit, Verformungsverhalten, Ästhetik, Hygiene und Wartungsfreiheit eine wichtige Rolle spielen, gewinnt das Kleben von Edelstahl als wärmearmes Fügeverfahren stark an Bedeutung. Empfindliche Oberflächen werden anders als beim Schweißen ohne Anlauffarben, Bauteilverzug oder aufwendige Nachbearbeitung verbunden. Auch die großflächige, unsichtbare Verbindung oder Befestigung sehr dünner Teile aus Edelstahl Rostfrei ist erst durch Verkleben möglich. Das flächige Kleben verteilt die Spannung gleichmäßig. Für geklebte Verbindungen mit Edelstahl haben sich vor allem Zweikomponentenklebstoffe auf Epoxidharz- und Polyurethanbasis bewährt. Diese Kleber härten nahezu drucklos bei Raumtemperatur aus. Verglichen mit anderen Metallklebungen sind geklebte Verbindungen von nicht rostendem Stahl außerdem deutlich weniger anfällig für Korrosion. Diese Langzeitbeständigkeit qualifiziert sie in zahlreichen Anwendungen für Flächen-, Falz-, Struktur- und Unterfütterungsklebungen.

Eine tragende Rolle übernehmen geklebte Verbindungen von Edelstahl Rostfrei mit Qualitätssiegel in der Architektur. Im Fassaden- und Brüstungsbau werden Edelstahlpaneele durch strukturelles Kleben flächenbündig an entsprechenden Unterkonstruktionen befestigt. Fassaden- oder Sonnenschutzelemente aus Edelstahlgewebe fixiert ein beidseits aufgeklebtes Flachprofil, das rückseitig im Mauerwerk per Schrauben verankert wird. Stark im Trend sind auch strukturell geklebte Ganzglasfassaden ohne sichtbare Befestigungselemente.

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