Leasing-Finanzierung „Wer das Heft aus der Hand gibt, gefährdet seinen Abschluss“

Redakteur: Peter Steinmüller

Die Wirtschaftskrise hat den Leasingmarkt in Bewegung gebracht. MM Maschinenmarkt sprach mit Peter Fischermann, Director Business Development bei der AKF-Gruppe, über die Vorteile einer Zweitbank, Kooperationen bei der Absatzfinanzierung und die Gründe für stabile Zinsen.

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Herr Fischermann, im Jahre 2009 ist das Leasinggeschäft um fast ein Drittel ingebrochen. Kam die AKF-Gruppe glimpflicher davon als der Wettbewerb?

Fischermann: Die großen Rückgänge des Neugeschäftsvolumens in unserer Branche ergaben sich zum einen durch den deutlich gesunkenen Absatz von mobilen Investitionsgütern, aber auch aus der Tatsache, dass einige unserer Marktbegleiter in arge Schwierigkeiten bei der Refinanzierung ihres Neugeschäfts geraten sind. Manche Leasinggesellschaften haben sogar das Neugeschäft einstellen müssen.

Wie die anderen Marktteilnehmer mussten wir ebenfalls Umsatzeinbußen hinnehmen. Die solide Struktur unserer Refinanzierung hat uns jedoch gut über diese Phase hinweggeholfen.

Im Jahr 2008 entfielen rund 50% Ihres Neugeschäfts auf die Fahrzeugfinanzierung. Nun sind die Leasinggesellschaften in den vergangenen Jahren mit der Restwertentwicklung nicht sehr glücklich geworden. Warum haben Sie trotzdem relativ gut abgeschnitten?

Fischermann: Bei der Restwerteinschätzung verfolgen wir eine konservative Linie, weshalb unsere Flottenleasinggesellschaft sogar im vergangenen Jahr mit schwarzen Zahlen abgeschlossen hat. Zudem wurden viele Verträge auf Teilamortisationsbasis abgeschlossen, bei denen der Nutzer des Fahrzeugs für den von ihm verursachten Werteverzehr zahlt.

Wie hoch ist der Anteil von Maschinen am Leasingvermögen?

Fischermann: Der Anteil an unserem Gesamtportfolio liegt noch im niedrigen zweistelligen Bereich, weil dieses Geschäftsfeld erst jetzt mit Nachdruck ausgebaut wurde. Die erste Marktpräsenz im Maschinenbau hatten wir in diesem Jahr auf der Messe Metav.

Bei Maschinen vergehen häufig vom Abschluss des Vertrags bis zur Auslieferung zwischen drei und neun Monate. Insofern konnten wir so schnell kein großes Portfolio aufbauen. Allerdings ist der Auftragsvorlauf bereits deutlich angestiegen.

Der VDMA rechnet mit einer schwarzen Null in diesem Jahr. Das klingt nicht so, als ob jetzt die großen Erweiterungsinvestitionen getätigt würden.

Fischermann: Bei unseren Finanzierungen dominieren eindeutig die Ersatzinvestitionen. Hier hat sich ein deutlicher Rückstau entwickelt.

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