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Cebit 2017 Werkstücke nach dem Druck per Hand anpassen

| Redakteur: Simone Käfer

Mitarbeiter der Uni des Saarlandes legen nun mit ihrem Hotflex-Verfahren Hand an additiv gedruckte Objekte. Die Technik erlaubt ein Verformen der gedruckten Struktur. Auch auf Berührungen soll das Objekt damit reagieren können.

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Auf der Cebit in Halle 6 auf Stand E28 zeigt die Universität des Saarlandes ihr Hotflix-Verfahren für 3D-Druck.
Auf der Cebit in Halle 6 auf Stand E28 zeigt die Universität des Saarlandes ihr Hotflix-Verfahren für 3D-Druck.
(Bild: Universität des Saarlandes)

So flexibel der 3D-Druck im Moment der Konstruktion ist, so starr ist das gedruckte Design. Verändern kann man die einmal festgelegte Struktur nun nicht mehr. Informatiker an der Universität des Saarlandes fanden das anscheinend unhandliche, denn sie bauen Elemente in das 3D-Objekt ein, mit deren Hilfe es sich auch noch nach dem Druck verändern lässt. Ihr neues Verfahren präsentieren sie auf der Cebit in Hannover.

Zusammen mit Jürgen Steimle, Professor für Mensch-Maschine-Interaktion an der Saar-Uni, hat Daniel Gröger, Promovierender des Exzellenzclusters, ein Verfahren namens Hotflex entwickelt, das dieses Manko behebt. Die Informatiker der Saar-Uni haben dazu ein aus verschiedenen Schichten aufgebautes Element gebaut, das an einen Mini-Computer, einen Arduino, angeschlossen ist. Sorgt dieser dafür, dass das Element unter elektrische Spannung gesetzt wird, wird es nach kurzer Zeit verformbar.

Der Aufbau von Hotflex

Möglich wird dies durch den vielschichtigen Aufbau des Objekts. Die innerste Schicht bildet die Heizstruktur, die an den Mini-Computer angebunden ist. Es folgt die formbare Struktur aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff. Wird dieser durch die Heizstruktur auf knapp 60 °C erhitzt, kann man ihn mit der bloßen Hand in die gewünschte Form biegen. In dieser bleibt er, sobald er sich abgekühlt hat. Für Stabilität und Schutz nach außen sorgt eine Ummantelung aus einem flexiblen Kunststoff. Um diese Komponenten selbst zu drucken, haben die Forscher einen herkömmlichen Bürodrucker mit spezieller Tinte und einen im Handel erhältlichen 3D-Drucker verwendet.

Das Objekt kann selbst nach dem 3D-Druck noch individuell angepasst werden.
Das Objekt kann selbst nach dem 3D-Druck noch individuell angepasst werden.
(Bild: Universität des Saarlandes)

Die Elemente werden an vorab definierten Stellen im 3D-Objekt integrieren. Nun kann dieses auch nach dem Druck in seiner Form verändert werden. Darüber hinaus können mit Hilfe der Elemente 3D-Objekte auch auf Berührungen reagieren oder Informationen anzeigen. Dies haben die Forscher bewiesen, indem sie Prototypen wie einen verstellbaren Armreif, eine sich auf Klopfzeichen öffnende Schmuckschatulle und eine Computermaus mit anpassbarer Auflagefläche gedruckt haben. „Unsere flexiblen Heiz-Strukturen integrieren wir während des Druckers per Hand“, sagt Gröger und fügt hinzu: „Aber bald wird das auch automatisch funktionieren.“

Die Universität des Saarlandes finden Sie auf der Cebit in Halle 6 auf Stand E28.

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