Jenoptik auf der K 2016 Werkzeug Laser schont sensible Materialien

Redakteur: Peter Königsreuther

Auf der K, der international größten Messe für die Polymerbranche, präsentiert Jenoptik vom 19. bis 26. Oktober 2016 in Halle 11, am Stand C45 neue Maschinenkonzepte mit einem klarem Fokus auf die Automobilindustrie, wie es heißt. 

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Der Jenoptik-Auftritt auf der K 2016 steht ganz im Zeichen der Laserbearbeitung von Kunststoffen. Als ein Highlight gilt die Anlage Jenoptik-Votan W mit einem robotergeführten Laser-Schneidkopf zum Schweißen von Kunststoffen.
Der Jenoptik-Auftritt auf der K 2016 steht ganz im Zeichen der Laserbearbeitung von Kunststoffen. Als ein Highlight gilt die Anlage Jenoptik-Votan W mit einem robotergeführten Laser-Schneidkopf zum Schweißen von Kunststoffen.
(Bild: Jenoptik)

Das breite Produktspektrum der Jenoptik-Sparte Automotive bietet Lösungen rund um das Schneiden, Schweißen und Perforieren von Kunststoffen sowie sensiblen Materialien wie Echtleder, Kunstleder oder dünne Textilmaterialien, zählt der Aussteller auf. Im Rahmen der K-Messe präsentiereJenoptik unter anderem einen robotergeführten Laser-Schweißkopf, das Herzstück der Lasermaschine Jenoptik-Votan W, für effizientes und abzeichnungsfreies Kunststoffschweißen. Als weiteres Highlight werden neueste Einsatzmöglichkeiten der weltweit bekannten Serienanlage Jenoptik-Votan A zur Perforation von Airbag-Systemen präsentiert.

Komplexe 3D-Bearbeitung durch Prozess-Mix

Um den stetig steigenden Anforderungen der Automobilindustrie nach Leichtbau und Materialeinsparung sowie höherer Flexibilität in der Produktion gerecht zu werden, habe Jenoptik Maschinenkonzepte speziell für die Bearbeitung von Stoßfängern entwickelt. Bei diesen Konzepten werden zwei, von Jenoptik erfolgreich in den Markt eingeführte Technologien kombiniert, wie es weiter heißt: das 3D-Laserschneiden und das 3D-Laserschweißen. Mit der Verkettung je einer Laserschneid- und Laserschweißanlage biete Jenoptik eine hochflexible Lösung sowohl für die Bearbeitung von Stoßfängern mit einer großen Variantenvielfalt als auch für verschiedene komplexe Interieur- und Exterieur Bauteile.

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Stoßfängerbearbeitung in zwei Schritten

Um Stoßfänger präzise innerhalb der vorgegebenen Taktzeit zu bearbeiten, erfolgt zunächst der 3D-Laserbeschnitt mit der Jenoptik-Votan BIM. Das Schneiden mittels Laser erlaub dabei die effiziente Bearbeitung komplexer 3D-Bauteile. Das berührungslose Verfahren sei zudem materialschonend und minimiere Kosten, die sonst durch lange Rüstzeiten oder Werkzeugverschleiß entstünden. Darüber hinaus gewährleistet das Laserschneiden, unabhängig von Design oder Komplexität des Bauteils, eine hohe Kantenqualität, so Jenoptik.

Im zweiten Schritt werden in der Schweißanlage verschiedenste Komponenten, wie zum Beispiel Halter für Parksensorik oder Scheinwerferwaschanlage, auf der Innenseite des Stoßfängers aufgeschweißt. Durch das Laserschweißen würden hochfeste Schweißverbindungen geschaffen, ohne dabei zu tief in das Trägermaterial einzudringen und dies zu beschädigen. Die Materialdicke des Stoßfängers könne somit signifikant von heute 3 auf 2,5 mm reduziert werden. Dies ermöglicht den Automobilherstellern Einsparungen bei Material und Gewicht, heißt es.  

Echtleder per Laser perforieren

Erstmals werde dieses innovative Jenoptik-Verfahren auf der K gezeigt, das künftig auch in der Fertigung von Ober- und Luxusklasse-Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Mit der neu entwickelten Technologie sei es möglich, den Echtlederbezug von Instrumententafeln flexibel und effektiv mittels Laser zu perforieren. Das Besondere an der Jenoptik-Lösung ist, dass die Perforation durch einen sogenannten kalten Abtrag mit einem Femtosekundenlaser realisiert wird. Das Leder erwärmt sich während der Laserperforation nicht und seine Qualität wird nicht beeinträchtigt, betont Jenoptik.

Erstmals könnten mittels Laser nun unsichtbare Airbag-Sollbruchstellen im Naturmaterial Leder erzeugt werden, ohne dass dieses sensible Material an den bearbeiteten Stellen verhärtet oder schrumpft. Die Laserstrahlbewegung wird mittels Scanner gesteuert und die Prozessdiagnostik über eine Sensormatrix realisiert.

Die Jenoptik-Votan A Scan bietet dem Kunden die volle technologische Funktionalität der kompletten Jenoptik-Votan-A-Serie. Gleichzeitig wurde die Bedienung vereinfacht und die Maschine in Volumen und Stellfläche verkleinert. Mit der neuen Maschine können neben Echtleder auch Werkstoffe wie Kunstleder, dünne Textilmaterialien, Materialverbunde oder Mehrfachschichtsysteme effektiv bearbeitet werden. MM

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