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Werkzeugmaschinen-Boom flaut ab

| Redakteur: Stéphane Itasse

Für den deutschen Werkzeugmaschinenbau zeichnet sich eine ruhigere Gangart ab. Nach dem rasanten Aufschwung der vergangenen Monate stieg der Auftragseingang im dritten Quartal 2011 nur noch um 29%, wie der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Der Auftragseingang im deutschen Werkzeugmaschinenbau wächst noch, aber deutlich langsamer. (Bild: Trumpf)
Der Auftragseingang im deutschen Werkzeugmaschinenbau wächst noch, aber deutlich langsamer. (Bild: Trumpf)

Die Inlandsbestellungen nahmen um 33% zu, die Auslandsorders um 27%, heißt es in der Mitteilung des Verbands. Insgesamt habe die Nachfrage in den ersten neun Monaten 2011 um 74% angezogen. Inländische Kunden fragten 71%, ausländische Abnehmer 76% mehr als im Vorjahreszeitraum nach.

Zwei- bis dreistellige Zuwächse bei Werkzeugmaschinen vorerst vorbei

„Der Bestellzuwachs für das laufende Jahr ist nach wie vor herausragend“, bestätigt VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer. Dennoch gehe die Wachstumsdynamik im Quartalsvergleich langsam zurück.

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Nach monatelangen zwei- bis dreistelligen Zuwächsen seien Normalisirungstendenzen absehbar gewesen. Seit Beginn des zweiten Halbjahres mache sich der Basiseffekt einer im Jahresverlauf 2010 deutlich stärkeren Referenzperiode bemerkbar.

Werkzeugmaschinenbau an der Kapazitätsgrenze

Die gute Auftragslage hat laut VDW die Kapazitätsauslastung nochmals nach oben getrieben. Mit zuletzt 95,5% im Oktober dieses Jahres arbeiteten die Firmen nahe an der Vollauslastung.

Der Vergleich zum vergangenen Jahr, als die Kapazitätsauslastung im Durchschnitt bei 75,4% gelegen habe, mache die Herausforderung für die Branche deutlich. Die Beschäftigung liege mit 66.865 Mitarbeitern im September 2011 um 4,4% über dem Vorjahr.

Das amtliche Produktionsergebnis für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie stieg nach vorläufiger Ermittlung in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 36%. „Wir werden im Gesamtjahr voraussichtlich noch besser abschneiden als bisher erwartet“, erläutert Schäfer. Der VDW rechne nunmehr für 2011 mit einem Produktionszuwachs von einem Drittel.

Werkzeugmaschinenbauer wegen Euro-Schuldenkrise vorsichtiger

Angesichts anhaltender Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und durch die Euro-Schuldenkrise hätten sich die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate je-doch flächendeckend eingetrübt. „Diese exogenen Einflüsse überlagern die normale zyklische Nachfrageentwicklung“, berichtet Schäfer.

Jedoch würden die Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung in den Firmen stark von deren Angebots- und Kundenstruktur abhängen. Insbesondere bei Anbietern von Sondermaschinen und im Projektgeschäft mit langen Durchlaufzeiten wirke sich der hohe Auftragsbestand von zuletzt fast zehn Monaten und der anhaltende Investitionsbedarf in der Automobilindustrie und bei ihren Systemzulieferern beziehungsweise in der Energiewirtschaft und im Flugzeugbau stabilisierend aus.

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