Simulation Wie die erweiterte Wirklichkeit den Maschinenbau verändert

Autor / Redakteur: Michael Finkler / Peter Steinmüller

Servicemanagement in der Investitionsgüterindustrie wurde lange Zeit als „notwendiges Übel“ angesehen. Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Dienstleistungen entwickeln sich vielmehr zum Kerngeschäft. Das Verschmelzen von Simulation und Realität leistet einen wichtigen Beitrag. Das gelingt aber nur mit der richtigen Informationstechnik.

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Die Hersteller von Investitionsgütern erzielen ihre Rendite immer stärker nicht aus dem Verkauf der Maschine, sondern aus den Dienstleistungen während des Betriebs. Bild: Henning Hraban Ramm/Pixelio.de
Die Hersteller von Investitionsgütern erzielen ihre Rendite immer stärker nicht aus dem Verkauf der Maschine, sondern aus den Dienstleistungen während des Betriebs. Bild: Henning Hraban Ramm/Pixelio.de
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Redewendung „Servicewüste Deutschland“ wird immer wieder vollmundig verwendet. Sollte diese Bewertung je einen Wahrheitsgehalt besessen haben, ist sie heute schlicht unsachgemäß und diffamierend. Die Servicequalität in Deutschland braucht keinen internationalen Vergleich zu scheuen.

Investitionsgüterindustrie setzt stärker auf Service

Der Service gewinnt in den Unternehmen zunehmend an Bedeutung und wird sich durch die Verfügbarkeit moderner IT-Kommunikation in den nächsten Jahren stark verändern. Die Investitionsgüterindustrie hat diese Herausforderungen erkannt und reagiert darauf. Waren im Jahr 1995 lediglich 33% der Serviceabteilungen der Geschäftsleitung unterstellt, so waren es bei steigender Tendenz im Jahre 2007 nahezu 70%. Dies ergab vor zwei Jahren eine Umfrage des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau).

Für 88% der Unternehmen entscheidet der Service maßgeblich über den Verkauf der nächsten Maschine. Im Servicebereich werden zudem häufig konstant zweistellige Umsatzrenditen erzielt. Innovative Unternehmen erwirtschaften bereits heute im Service mehr als 50% ihres Umsatzes. Umso erstaunlicher ist es, dass 41% der VDMA-Mitglieder im Jahr 2007 angaben, Serviceleistungen nur auf Nachfrage anzubieten.

Das Spektrum der Dienstleistungen wird erweitert

Der Trend zu einem breiteren Serviceangebot ist allerdings eindeutig. Zu welcher Entwicklung dies führen kann, hat das Unternehmen IBM in den vergangenen 20 Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der „Computerhersteller“ hat sich von einem Hardware- zu einem Dienstleistungsunternehmen entwickelt. Diese Verwandlung werden voraussichtlich viele Unternehmen in der Zukunft erfahren.

Das Servicespektrum wird erweitert durch Leistungen wie:

  • Wartungsverträge,
  • Inspektionen,
  • Retrofit,
  • Gebrauchtmaschinenhandel,
  • Schulungen,
  • Beratungen,
  • Finanzierungen,
  • Betreibergeschäfte,
  • Demontage und
  • Entsorgung.

Gleichzeitig ermöglichen die modernen Informations- und Kommunikationstechniken (IuK) vollkommen neue Serviceangebote und -ansprachen. Durch Teleservices werden via Internet beispielsweise möglich:

  • permanente Zustandsüberwachungen,
  • Fernsteuerungen,
  • Störfallbeseitigungen,
  • Trainings,
  • Beratung und
  • die Visualisierung von Bedienerhandlungen.

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