Wasserstoff-Infrastruktur Wie kommt der Wasserstoff zur Industrie?

Autor Gary Huck

Wasserstoff ist eines der Hype-Themen in Politik und Wirtschaft. Damit aus dem Hype Realität werden kann, muss die Infrastruktur stimmen. Bis die Versorgung steht, die Produktion läuft und der Bedarf da ist, muss noch einiges passieren.

Große Elektrolyseanlagen wie diese von Linde in Leuna sind die Basis der Wasserstoffversorgung. Mit ihnen können alle Transportmittel bedient werden, von der Pipeline bis zum Kesselwagen.
Große Elektrolyseanlagen wie diese von Linde in Leuna sind die Basis der Wasserstoffversorgung. Mit ihnen können alle Transportmittel bedient werden, von der Pipeline bis zum Kesselwagen.
(Bild: Linde)

Grüner Wasserstoff soll die Stahlherstellung dekarbonisieren, das Transportwesen umweltfreundlicher machen und die Energiebranche revolutionieren. In der Theorie kann das alles funktionieren. Aber dazu muss das Gas auch verfügbar sein. Gerade bei grünem Wasserstoff ist das aktuell nur im kleinen Rahmen gegeben. Hier ein Beispiel von Dr. Stefan Rehm, Entwicklungsleiter der auf grünen Wasserstoff spezialisierten Hypion GmbH: „Sehen Sie sich das Real­labor in Heide an. Dort wurde berechnet, wie viel Elektrolysekapazität für grünen Wasserstoff man bräuchte, um ein Zementwerk in der Region zu dekarbonisieren. Im Ergebnis kam man auf etwa 700 Megawatt. Die Elektrolysekapazitäten, die momentan konkret in der Umsetzungsplanung sind, liegen zwischen 10 und 50 Megawatt.“

Damit ist jede Diskussion über die Wasserstoff-Infrastruktur immer ein bisschen ein Blick in die Glaskugel. Denn Stand heute (Ende 2021) sind viele Szenarien möglich. Wir haben trotzdem recherchiert und wollen Ihnen hier eine Einschätzung geben, wie sich die Infrastruktur in den nächsten Jahren entwickeln könnte.