Pharma 4.0 Wie Low-Code-Plattformen die Digitalisierung in Produktionsbetrieben beschleunigen

Ein Gastbeitrag von Manne V Chowdary*

Die meisten Pharmaunternehmen nutzen die Vorteile der Digitalisierung. Sie arbeiten schneller, senken ihre Kosten und werden wettbewerbsfähiger. Aber können die Digitalisierungsziele mit den derzeitigen Softwareanwendungen und Validierungszyklen tatsächlich erreicht werden?

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Um von den Vorteilen von Pharma 4.0 zu profitieren, müssen die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle ganzheitlich digitalisieren.
Um von den Vorteilen von Pharma 4.0 zu profitieren, müssen die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle ganzheitlich digitalisieren.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Damit sie sich schnell an unbeständige Marktanforderungen anpassen können, setzen Unternehmen zunehmend auf die Möglichkeiten der Digitalisierung. Ein wirkungsvolles Werkzeug sind dabei Low-Code-Entwicklungsplattformen. Sie bieten die technologischen Mechanismen, um die Entwicklung von Softwareanwendungen zu erleichtern und zu automatisieren, Unternehmensanforderungen zu unterstützen und die digitale Transformation zu fördern. Auf der einen Seite steht der Bedarf nach der Digitalisierung, auf der anderen ist Low-Code eine technologische Revolution. Eine Pharma-4.0-Roadmap kann umgesetzt werden, indem beide miteinander verknüpft werden.

Zunächst gilt es den Unterschied zwischen Automatisierung und Digitalisierung zu verstehen. Geschäftsprozesse werden automatisiert und angepasst, um die Vorteile von Technologien wie Künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen, IoT und Analytics zu nutzen. So kann ein Pharmaunternehmen mithilfe der Digitalisierung seine Geschäftsabläufe wesentlich modifizieren, um mit den Anforderungen seiner Branche mitzuhalten. Unter anderem sind dies:

  • Kontinuierliche Fertigung
  • Kurzfristige Bedarfsplanung
  • Gezielte Therapien, die in kleineren Mengen für kleinere Bevölkerungsgruppen hergestellt werden müssen
  • Agile Produktionsanlagen
  • Single-Use-Technologien

Viele Unternehmen haben ihre Prozesse bereits rationalisiert und sind von der Papierform zu automatisierten Abläufen umgestiegen. Die Automatisierung von Geschäftsprozessen sorgt für Transparenz, bei der Erfassung umfangreicher Daten. Sie trägt nicht nur zur Verbesserung der Produktivität bei, sondern gewährleistet auch eine angemessene Ressourcennutzung und Wertrealisierung durch Verknüpfung dieser Daten und der Anwendung von Algorithmen mit Process-Excellence- und Business-Intelligence-Systemen.

Um von den Vorteilen von Pharma 4.0 zu profitieren, müssen die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle ganzheitlich digitalisieren. Dies nimmt im Durchschnitt einen Zeitraum von fünf bis acht Jahren in Anspruch. Außerdem müssen sie bereit sein, Geld und Zeit zu investieren.

Die wichtigsten Herausforderungen innerhalb einer Digitalisierungsroadmap sind:

  • Mangel an Ressourcen und Know-how
  • Organisatorische Silos
  • Technische Verschuldung
  • Unzureichende Finanzierung
  • Herausforderungen in Regulatory Compliance
  • Cybersicherheit und Datenschutz
  • Mangelnde Übereinstimmung zwischen IT und Unternehmen
  • Hohe Integrationskosten

Das sich ständig verändernde Umfeld und die Anforderungen der Märkte setzen die Produktions- und Qualitätskontrollabteilungen unter großen Druck. Preisgestaltung und eine kurzfristige Bedarfsplanung werden unmittelbar davon betroffen. In unvorhergesehenen Krisensituationen, wie zum Beispiel während der Covid-19-Pandemie, müssen die Pharmaunternehmen ihre Produktionskapazitäten hochfahren, um die Nachfrage zu erfüllen. Preisdruck, kurzfristige Bedarfsplanung und Strafklauseln verlangen den Produktions- und Qualitätskontrollabteilungen viel ab.

Was wäre jedoch, wenn es ein intelligentes System gäbe, das mit den im bestehenden System gesammelten Daten schrittweise auf die Optimierung von Geschäftsprozessen hinarbeitet und es Automatisierung und Digitalisierung so miteinander verbindet, dass parallel dazu eine erfolgreiche Businesstransformation erreicht wird?

Solche Business-Intelligence-Systeme setzen Daten aus BPM-Lösungen ein, um die Effizienz, Produktivität und Qualität zu steigern, und sie werden zwangsläufig dazu beitragen, Kundenanforderungen zu erfüllen.

Für die Verwaltung einer reibungsloseren Lieferkette mit agilen Produktionsanlagen, in denen mehrere Produkte in derselben Anlage hergestellt werden können, muss die Vertriebs- und Betriebsplanung mit der Kapazitätsplanung, Produktionsplanung, Qualitätskontrollplanung und Bestandsplanung abgestimmt werden:

Gegenwärtig verfügen Unternehmen über ERP-, CRM- und LIMS-Software auf der Seite der BPA-Lösungen, während sie auf der anderen Seite Business-Intelligence-Systeme wie Absatzprognosesysteme, Kapazitätsplanung, Produktionsplanung und QC-Planungssysteme einsetzen, um die Bearbeitungszeit für die zugesagten Lieferungen zu erreichen.

Integrierter Ansatz sorgt für effektivere Planung

Bei einem integrierten Szenario, in dem die Verkaufsplanung von der Software mit den Echtzeitdaten von ERPs und CRMs durchgeführt wird und die Fertigungsteams über Kapazitätslücken informiert werden, kann das Unternehmen Single-Use-Technologien nutzen, um seine Kapazitäten sofort zu erhöhen.

Bevor das Verkaufsteam dem Kunden den Liefertermin zusagt, würde das System ins CRM eingeben und mit der Produktionsplanung abgleichen.

Gewöhnlich wird die Absatzprognose einmal im Jahr erstellt und mit der Kapazitätsplanung verknüpft. Die Arbeitsaufträge sind wiederum mit der Produktionsplanung verbunden und das Sample Tracking wird mit der LIMS-Software durchgeführt.

Anstelle von IPQA wird eine Probenkampagne- und Gruppierung erstellt, basierend auf Produktionsplanungs- und Terminierungsinformationen. Gleichzeitig sollte das System in der Lage sein, eine Probe einzuplanen, ohne jeglichen Einfluss auf die Bearbeitungszeit der anderen Proben zu haben.

Die oben genannten Szenarien würden somit den Pharmaunternehmen bei effektiver Planung und Ausführung helfen, Kundenanforderungen rechtzeitig zu erfüllen. Aber um solche Systeme zu erschaffen und diese Integration zu erreichen, müssen die Unternehmen viel Geld investieren. Der Einsatz von Low-Code-Plattformen unterstützt Unternehmen dabei, ihre Digitalisierung zu beschleunigen, indem sie kleine Systeme zur Lösung spezifischer Probleme aufbauen und in größere Systeme integrieren.

Die Planungssysteme werden mit den MES-Systemen und IoT-Geräten verknüpft, die bei der Erstellung von Analysen und Remote-Operationen helfen und so erfolgreich die Voraussetzungen für eine Digitalisierungsroadmap erfüllen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Industry of Things erschienen.

* Manne V Chowdary ist CEO & MD von Amplelogic.

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