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Antriebstechnik

Wir müssen in einen Plug-and-play-Modus kommen

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Ein Beispiel für einen energieeffizienten Antrieb ist der Synchron-Reluktanzmotor mit Frequenzumrichter. Welchen Anteil hat ABB an der Entwicklung und Verbreitung dieser Motoren?

Frei: Im Jahr 2011 gehörten wir zu den Ersten, die dieses Produkt mit einem neuen Fokus auf den Markt gebracht haben. Die Technik der Synchron-Reluktanzmotoren war zwar nicht neu, aber wir haben diesen Motor ganz eindeutig positioniert: energieeffizient. Die beiden Treiber in dieser Positionierung waren der Standard IE4 und natürlich höherer Output bei kleinerer Baugröße.

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Zur Person

Barbara Frei hat an der ETH Zürich Maschinenbau studiert und dort promoviert. Sie arbeitet seit 1998 im ABB-Konzern und war schnell in verschiedenen leitenden Positionen tätig – zunächst in der Schweiz, ab 2008 als Country Manager in Prag. Zwei Jahre später wechselte sie als Country Manager nach Italien und übernahm die Verantwortung für die Mittelmeer-Region. Seit Herbst 2013 ist Barbara Frei für die Business Unit „Drives and Controls“ zuständig

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Wird es in diese Richtung weitergehen?

Frei: Wir haben ja zur Hannover-Messe 2014 den IE5-Konzeptmotor vorgestellt. Es wird also sicher weitergehen: noch effizienter und mit noch höherer Leistung. Das neue Motorenkonzept hat noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Es werden keine Permanentmagnete aus Seltenerdmetallen verwendet, was in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht nachhaltiger ist.

Was steckt hinter den Paketen, die Sie in diesem Zusammenhang anbieten?

Frei: Anders als in den 1930er-Jahren kommt es heute darauf an, Produkte zugeschnitten auf Applikationen und ausgestattet mit der richtigen Applikationssoftware zu liefern. Das bietet für uns die große Chance, standardisierte Pakete in den entsprechenden Applikationen parat zu halten. Für die HLK-Anwendungen haben wir jetzt zum Beispiel ein Paket neu definiert; auch für Winden und Krananwendungen gibt es spezifische Lösungen.

Und das gilt auch für den Synchron-Reluktanzmotor?

Frei: Der Synchron-Reluktanzmotor wird als sehr spezifisches Paket angeboten: Je nach Anwendung ist es für IE4 oder für eine Hochleistungsanwendung anders zusammengestellt.

Kann der Anwender die Komplexität noch nachvollziehen?

Frei: Im Internet gibt es für unsere Antriebspakete mit Synchron-Reluktanzmotor Wirkungsgradkurven für Pumpen- und Lüfteranwendungen. Die präzisen Daten sind ein großer Vorteil und helfen den Anwendern, die Energiekosten und Emissionen zu senken. Bislang gab es Effizienzdaten normalerweise nur für Motoren und auch nur für bestimmte Lastpunkte. Mit den Wirkungsgradkurven für die Pakete mit Synchron-Reluktanzmotor können die Kunden ihre Berechnungen zu Energieverbrauch und Amortisation jetzt auf Fakten bauen und sind nicht auf Annahmen beschränkt. Das ist wirklich ungewöhnlich.

Welche Bedeutung hat heute die eigene Halbleiterentwicklung auf die Entwicklung der Umrichter und der drehzahlgeregelten Antriebe?

Frei: Sie hat einen großen Einfluss bei hohen Spannungen und hohen Leistungen. Unser Hochleistungsprodukt, der ACS6000, ist mit ABB-Halbleitern bestückt. Es war in diesem Fall sehr entscheidend, diese IGBT-Technologie zu nutzen, die von ABB-Semiconductors stark gepusht wurde.

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt