Ifo-Gemeinschaftsdiagnose Wirtschaftsforscher erwarten verhaltenen Aufschwung in Deutschland

Redakteur: Robert Horn

Die deutschen Wirtschaftsforscher rechnen in diesem und im nächsten Jahr mit einem Wachstum von jeweils 1,8 %. Im Jahre 2014 waren es 1,6 %. Das geht aus der Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute hervor, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde.

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Das Ifo-Institut rechnet für 2016 mit einem verhaltenen Aufschwung – aber auch mit erheblichen Belastungen durch Zuwanderung und steigenden Arbeitslosenzahlen.
Das Ifo-Institut rechnet für 2016 mit einem verhaltenen Aufschwung – aber auch mit erheblichen Belastungen durch Zuwanderung und steigenden Arbeitslosenzahlen.
(Bild: HHM/Dietmar Hasenpusch)

„Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem verhaltenen Aufschwung, der vor allem von den privaten Konsumausgaben getragen wird. Bremsend wirkt die schwache Weltkonjunktur, insbesondere die Probleme in einer Reihe von Schwellenländern“, erklärte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Die Zuwanderung von Flüchtlingen dürfte kurzfristig zu erheblichen Belastungen für Deutschland führen. Allerdings sind mit ihr auch langfristige Chancen verbunden, wenn mit den richtigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen die Integration der Zuwandernden gelingt“, fügte er hinzu.

Für das kommende Jahr rechnen die Forscher mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenzahl auf 2,875 Mio., von 2,80 in diesem Jahr. Damit würde die Quote von 6,4 % in diesem Jahr auf 6,5 % im kommenden Jahr steigen. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der Erwerbstätigen von 42,9 Mio. auf 43,2 Mio. Menschen.

Verbraucherpreise ziehen an

Die Verbraucherpreise werden im kommenden Jahr um 1,1 % anziehen, nachdem sie in diesem Jahr nur um 0,3 % angestiegen sein dürften. Der Finanzierungsüberschuss des Staates wird von 23 Mrd. Euro 2015 auf 13 Mrd. Euro im kommenden Jahr sinken. Das wären dann 0,4 % der Jahreswirtschaftsleistung, nach 0,8 % 2015.

Der Überschuss der Leistungsbilanz gegenüber dem Ausland (Waren, Dienstleistungen, Übertragungen) wird von 256 Mrd. Euro auf 260 Mrd. Euro steigen. Dessen Anteil an der Jahreswirtschaftsleistung wird aber von 8,5 % auf 8,3 sinken, so das Ifo-Institut in ihrer Diagnose.

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