Deutsches Patentamt Zahl der angemeldeten Patente stieg 2008 um 2,3%

Redakteur: Jan Vollmuth

Deutschen Erfindern und Firmen gehen die Ideen nicht aus. Das belegen die nun veröffentlichten Anmeldezahlen beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) für das Jahr 2008.

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Bei den Patenten stiegen die Anmeldezahlen im Jahr 2008 auf 62417 Anmeldungen, Dies entspricht einem Plus von 2,3% gegenüber 2007. Die Zahl der Patentanmeldungen aus dem Inland hat gegenüber dem Vorjahr sogar um 2,9% zugenommen. Die innovativsten Branchen sind nach wie vor der Fahrzeug- und der Maschinenbau.

Die meisten Anmeldungen stammen aus Baden-Württemberg (15081), Bayern (13528) und Nordrhein-Westfalen (7797). Der Spitzenreiter Baden-Württemberg steigerte seine Anmeldeaktivität um 10,6% gegenüber 2007. Erfinder und Firmen in vier der fünf neuen Bundesländer meldeten im Jahr 2008 mehr Patente als im Vorjahr an. Damit sind knapp 523.000 Patente in Deutschland in Kraft.

Darüber hinaus wurden 2008 73903 Marken in Deutschland angemeldet. Dies bedeutet einen leichten Rückgang um 3%. 47,8% der Marken wurden für Dienstleistungen angemeldet, 52,2% für Waren. Damit sind fast 780000 Marken im deutschen Markenregister eingetragen. Das anmeldestärkste Bundesland ist Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern.

(Archiv: Vogel Business Media)

Bei den Gebrauchsmustern, die wie Patente technische Erfindungen schützen, fielen die Anmeldezahlen geringfügig von 18083 im Vorjahr auf 17067 Anmeldungen im Jahr 2008 (–5,6%). Damit sind über 100000 Gebrauchsmuster in Deutschland eingetragen.

Land der Kreativität und der Innovationen

„Trotz Wirtschaftskrise bleibt Deutschland ein Land der Kreativität und der Innovationen. Gewerbliche Schutzrechte sind weiterhin gefragt. Im Patentbereich haben die Anmeldungen im Jahr 2008 sogar leicht zugenommen.“ erläutert Cornelia Rudloff-Schäffer, die am 1. Januar 2009 das Amt der Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts von Dr. Jürgen Schade übernommen hat. Daher werde das Amt in diesem Jahr besondere Anstrengungen darauf richten, die hohen Arbeitsbestände abzubauen und die Bearbeitungszeiten im Interesse der Kundinnen und Kunden zu reduzieren. „Wir suchen laufend qualifizierte Ingenieure und Naturwissenschaftler mit Berufserfahrung, die uns bei der Prüfung der Spitzentechnologien unterstützen. Darüber hinaus werden wir die Qualität der Erteilungs- und Eintragungsverfahren weiter verbessern.“ so Rudloff-Schäffer.

Absicherung der Innovationen durch Schutzrechte

Die momentan schwierige Wirtschaftslage sieht sie als eine Chance und Herausforderung für Unternehmer und Erfinder: nur durch Absicherung der Innovationen durch Schutzrechte können neue Technologiefelder erschlossen und Marktpositionen gegen Wettbewerber verteidigt werden.

(Archiv: Vogel Business Media)

Weitere Herausforderungen sieht die Amtsleiterin im internationalen Zusammenwirken der Patent- und Markenbehörden. Als fünftgrößtes nationales Amt der Welt ist das DPMA als Kompetenzzentrum gefragter Ansprechpartner für viele Staaten. Deutsche Patent- und Markenprüfer unterstützen beispielsweise in China, Brasilien und Indien durch Schulungsmaßnahmen und Wissensaustausch den Ausbau der dortigen nationalen Strukturen zum Schutz des geistigen Eigentums.

Einnahmen in Höhe von 300,7 Mio. Euro

Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) ist die Zentralbehörde auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes in Deutschland. Zusammen mit seinen Vorläufern – dem Kaiserlichen Patentamt und dem Reichspatentamt – blickt das DPMA auf eine über 130-jährige Geschichte zurückblicken. Das Amt erzielte im Jahr 2008 Einnahmen in Höhe von 300,7 Mio. Euro. Darin sind auch die Einnahmen des Bundespatentgerichts enthalten.

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