Coface-Rating Zahlungsmoral in China lässt stark zu wünschen übrig

Redakteur: Jürgen Schreier

Acht von zehn Unternehmen in China mussten 2014 Zahlungsverzögerungen in Kauf nehmen. Zu diesem unerfreulichen Ergebnis kommt der Kreditversicherer Coface in einer neuen Studie.

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Die schlechte Zahlungsmoral in China sorgt bei vielen Unternehmen für Trübsinn.
Die schlechte Zahlungsmoral in China sorgt bei vielen Unternehmen für Trübsinn.
(Bild: CC0 Public Domain)

Den Unternehmen machen mehrere Herausforderungen gleichzeitig zu schaffen: ein großer Fremdkapitalanteil, hohe Finanzierungskosten und geringe Profitabilität in Branchen mit Überkapazitäten. Deshalb sei nicht damit zu rechnen, dass sich die Zahlungsproblematik kurzfristig verbessert, erwartet der internationale Kreditversicherer. Im Gegenteil. Zahlungsverzögerungen und nicht bediente Kredite: Die Ausfallrisiken steigen.

Risiken in der Realwirtschaft im Finanzsystem steigen

In der jährlichen Coface-Studie gaben 79,8 % der befragten Unternehmen an, 2014 Störungen bei den Zahlungseingängen erlebt zu haben. Damit bleibt das Niveau seit drei Jahren ausgesprochen hoch. Mehr als die Hälfte (56,7 %) der betroffenen Unternehmen musste zudem hinnehmen, dass im letzten Jahr die Höhe der verspätet gezahlten Beträge stieg. Das sind 11,7 % Unternehmen mehr als im Vorjahr. 19,6 % der befragten Unternehmen erlebten Verzögerungen von mehr als 90 Tagen, 2013 waren es noch 17,8 %.

„Die Ergebnisse unserer jährlichen Zahlungsstudie unterstreichen, dass sich die chinesische Wirtschaft in einer ziemlich angespannten Situation befindet“, sagt Rocky Tung, Coface-Economist für Asien-Pazifik. „Die Anzahl notleidender Kredite stieg zum Ende des Jahres 2014 um 42,3 % binnen eines Jahres, primär wegen des deutlichen Anstiegs der Kredite, die zwischen 91 und 180 Tagen überfällig waren und nicht vollständig zurückgezahlt werden konnten. Die Zahl dieser Kredite stieg um 58,8 %. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Risiken steigen, sowohl in der Realwirtschaft als auch im Finanzsystem.“

China auf Beobachtungsliste mit negativem Ausblick gesetzt

Rund 62 % der Unternehmen erwarten ein langsameres BIP-Wachstum Chinas. Die 7,4 % 2014 waren das geringste Plus seit 24 Jahren. Die Verlangsamung dürfte auch in diesem Jahr anhalten. Coface erwartet 7 % und setzte China in der Länderbewertung kürzlich in der Kategorie A3 auf die Beobachtungsliste mit negativem Ausblick. Gründe dafür waren die geringere wirtschaftliche Aktivität, die hohe Verschuldung, die hohen Finanzierungskosten und das verschlechterte Zahlungsverhalten. Branchen mit hohem Risiko sind insbesondere Chemie, Bau, Holz-Papier, Metall.

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