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Innovationsforum Zerspanungstechnologie Zerspanung im Zeitalter von 3D-Druck und Industrie 4.0

| Autor / Redakteur: Autor | Peter Reinhardt / Peter Reinhardt

3D-Druck und Industrie 4.0 dominieren seit Monaten die Schlagzeilen in Fachzeitschriften. Doch was bedeuten die vermeintlichen Trendthemen für Hersteller chirurgischer Instrumente und Implantate? Diese und viele weitere aktuelle Fragen rund um die Werkzeugmaschine werden auf dem 1. Innovationsforum Zerspanungstechnologie in Tuttlingen beantwortet.

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Ein Bestseller in der Medizintechnik: das Dreh-Fräs-Bearbeitungszentrum NTX 1000 von DMG Mori.
Ein Bestseller in der Medizintechnik: das Dreh-Fräs-Bearbeitungszentrum NTX 1000 von DMG Mori.
(Bild: DMG)

Das 1. Innovationsforum für Zerspanungstechnologie verspricht Teilnehmern einen echten Wissensvorsprung. Wenn es am 9. Juni in der Stadthalle Tuttlingen stattfindet, stehen im Anschluss an Keynotes aus Forschung und Industrie zwei technologieorientierte Sessions zur Bearbeitung mit geometrisch bestimmter und geometrisch unbestimmter Schneide sowie eine branchenorientiere Session „Operation Zerspanung“ speziell für Hersteller medizintechnischer Produkte auf dem Programm. Schon vor der Veranstaltung geben die Referenten dieser Session für Devicemed Einblicke in ihre Vortragsthemen.

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Abtragende und generative Produktionsverfahren kombinieren

„Bei der Fertigung modularer Implantate ergänzen sich spanende Produktionsverfahren sehr gut mit dem Rapid Prototyping“, erklären Prof. Dr.-Ing. Welf-Guntram Drossel und Ronny Grunert vom Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU). Das Laserstrahlschmelzen als Rapid-Prototyping-Technologie wird in der Implantatefertigung insbesondere für die Erstellung patientenspezifischen Knochenersatzes genutzt. Bei Implantaten modularer Art erfordern jedoch deren Kopplungsstellen Genauigkeiten, wie sie mit generativen Verfahren derzeit nicht herstellbar sind. Hierfür bedarf es nach wie vor konventioneller spanender Verfahren. In Zusammenarbeit mit Projektpartnern wurde am Fraunhofer IWU ein modulares Hüftimplantat für die Primärimplantation entwickelt, dessen Konzept zukünftig auch für Revisionsimplantate eingesetzt werden soll. Operateure sollen durch die neue Kopplungstechnik die Möglichkeit erhalten, die Feineinstellung der Beinlänge und des Hüftrotationszentrums während der OP vorzunehmen. Hierfür werden abtragende und generative Produktionsverfahren kombiniert: Rapid Prototyping für die Herstellung komplexer Formen und spanende Bearbeitung für präzise Verbindungselemente. Diese Verfahrenskombination ist auch für Implantate anderer chirurgischer Disziplinen anwendbar.

Dreh-Fräs-Zentren mit kompletter Automation

„Die Medizintechnik zählt unbestreitbar zu den anspruchsvollsten Anwenderbereichen der Zerspanung“, weiß Dr. Uli Sutor, Key Account Manager für Medical Industries bei DMG Mori, zu berichten. Komplexe Bauteile aus Werkstoffen wie Edelstahl- oder Kobalt-Chrom- und Titan-Legierungen sowie PEEK und Zirkonium sind für Medizintechnikhersteller ebenso eine Herausforderung wie extreme Anforderungen an Präzision, Wiederholgenauigkeit und Oberflächengüte sowie die obligatorische Forderung nach höherer Produktivität und Wirtschaftlichkeit.

In dieser wachsenden Branche, für die alle unabhängigen Institute Wachstumsraten von über sechs Prozent für die nächsten zehn Jahre prognostizieren, wird eine effiziente Fertigung immer wichtiger. Hier seien neben den klassischen Themen wie Bearbeitungszeit, Qualität und Oberflächengüte auch immer Punkte wie Aufstellfläche und Komplettbearbeitung in einer Aufspannung wichtig. „Gerade die kürzeren Stückzeiten durch paralleles Bearbeiten mit zwei Werkzeugträgern prädestinieren die NTX 1000 für Turn-Key-Lösungen in der Serienproduktion“, so Sutor. Mit weltweit über 100 verkauften Anlagen – größtenteils mit kompletter Automationslösung – sind die Dreh-Fräs-Zentren von DMG Mori mittlerweile ein Bestseller in der Medizintechnik. Anwendern verspricht der Hersteller ideale Produktionsmöglichkeiten für die Fertigung von Implantaten, Endoprothesen und hochpräzisen Instrumente – beispielsweise für die Endoskopie. In seinem Vortrag macht Sutor unter anderem deutlich, wie die Weiterentwicklung der NTX 1000 die Produktivität von Medizinprodukten steigert und wie sich die Hersteller von komplexen Medizinteilen schon heute auf die Anforderungen von morgen ausrichten können.

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