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Stratasys Zukünftige Drucker arbeiten schneller und produktiver

| Autor/ Redakteur: Peter Königsreuther / Peter Königsreuther

Stratasys hat vor einigen Wochen mit dem J750 bewiesen, dass der wirtschaftliche Multimaterial-3D-Druck funktioniert – ein großer Erfolg, der die Einsatzmöglichkeiten dieser materialeffizienten Fertigung stark erweitert. Immer öfter berichten Unternehmen heute auch, dass sie additive Prozesse für die Serie nutzen. Was meint ein international agierender Hersteller von 3D-Druckern dazu? Wir sprachen deshalb mit Andy Middleton, President EMEA bei Stratasys.

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Andy Middleton, Stratasys-President EMEA: „Der 3D-Druck erlaubt die individualisierte Serienfertigung in Echtzeit ohne Montage und ohne Lagerhaltung – also ganz im Sinne von Industrie 4.0.“
Andy Middleton, Stratasys-President EMEA: „Der 3D-Druck erlaubt die individualisierte Serienfertigung in Echtzeit ohne Montage und ohne Lagerhaltung – also ganz im Sinne von Industrie 4.0.“
(Bild: Stratasys)

Herr Middleton, vor Kurzen hat Stratasys ja den J750 als weltweit einzigartigen Multi-Material-3D-Drucker vorgestellt. Was macht das System so besonders?

Besonders ist, dass der Stratasys J750 den 3D-Druck praktisch neu erfindet. Mit ihm lassen sich erstmals die Grenzen überwinden, die der Technologie gesetzt waren. Er ist der weltweit erste und einzige 3D-Drucker für Vollfarben-Multimaterial-3D-Druck. Indem er Anwendern ermöglicht, eine breite Palette verschiedener Materialien – von steif bis flexibel, von transparent bis undurchsichtig – mit einem bisher unerreichten Farbspektrum zu kombinieren, ist er der vielfältigste 3D-Drucker aller Zeiten. Dies erreicht der J750 durch das Mischen von sechs unterschiedlichen Grundmaterialien, mit denen der gesamte CMYKW-Farbraum mit mehr als 360.000 Farben abgedeckt werden kann. Resultat sind dem Produkt entsprechende Prototypen in nur einem Druckvorgang – ohne Nachbearbeitung bezüglich der Farben und Zusammenbau. Dies reduziert Produktentwicklungs- und Produkteinführungszeiten, sodass sich Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können.

Auf der Hannover-Messe hat alphacam den Stratasys J750 3D-Drucker in Deutschland präsentiert. Registrieren Sie bereits Resonanz in Sachen Bestellungen?

Ja, wir haben bereits Bestellungen entgegengenommen. Großes Interesse haben unter anderem 3D-Druck-Dienstleister, Spielzeughersteller, Designer aus allen denkbaren Branchen sowie Unternehmen aus der Schmuckindustrie – um nur einige zu nennen. Aufgrund des enormen Potenzials des J750, also der Möglichkeit funktionelle Prototypen auf Knopfdruck zu erhalten, erwarten wir positive Rückmeldungen aus allen Branchen, in denen eine erhebliche Verkürzung von Entwicklungs- und Markteinführungszeiten erfolgsentscheidend ist.

Mittlerweile wollen Unternehmen additive Verfahren auch für die Serienfertigung nutzen. Kann Stratasys dabei helfen?

Selbstverständlich! Außer unseren Polyjet-basierten Systemen, die vorrangig im Bereich Prototyping eingesetzt werden, wie der neue J750, haben wir zahlreiche Möglichkeiten dafür. Mit dem FDM-3D-Druckverfahren (fused deposition modeling), wie etwa der Fortus-Produktions-3D-Drucker-Serie, werden Werkzeuge und Vorrichtungen, aber auch Einzelteile für den Endverbrauch, also fertige Produkte und Komponenten für Endprodukte, additiv gefertigt. Die Fortus-Serie wird bereits erfolgreich dafür genutzt und setzt Maßstäbe in Bezug auf Leistungsfähigkeit, Reduktion des Bauteilgewichts, Geschwindigkeit und Präzision. Anwender nutzen die Vorteile des 3D-Drucks zur Fertigung von Werkstücken, die im Vergleich zu denen aus der klassischen Herstellung entweder leichter oder günstiger sind. Die Luftfahrtindustrie profitiert dabei von Komponenten mit 50 % niedrigerem Gewicht, was hinsichtlich der Wirkung auf die Gewichtsreduktion von Flugzeugen erheblich ist. Auch die Automobilbranche setzt zunehmend auf den 3D-Druck, um so kostenintensive und langwierige Werkzeugbau- und Fertigungsprozesse zu ersetzen.

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