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Stratasys

Zukünftige Drucker arbeiten schneller und produktiver

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Gibt es Ihrer Ansicht nach Grenzen in Bezug auf die echte Massenfertigung per generativen Verfahren?

Schon jetzt ist klar, dass in allen industriellen Fertigungsprozessen die additiven Verfahren immer öfter ergänzend zu den üblichen Methoden zum Einsatz kommen. Aktuell sind die Grenzen vor allem durch die Druckgeschwindigkeit gesetzt. Diese Herausforderung wird aber in Zukunft durch schnellere 3D-Produktionssysteme gelöst. Darüber hinaus werden wir die Materialanforderungen, wie etwa die Temperaturbeständigkeit, die in verschiedenen Industrien entscheidend ist, noch stärker in den Fokus nehmen. Besonders wichtig für die Massenfertigung ist auch die Qualitätskontrolle! Dabei können zukünftige 3D-Drucker mit integrierten Kameras entscheidende Verbesserungen beisteuern. Nach heutigem Stand wird die additive Fertigung aber vor allem noch für Kleinserien genutzt. Aber auch für die Herstellung von Vorrichtungen, Robotergreifern, Produktionshilfs- und Betriebsmitteln sowie kundenspezifischen Produkten wie individualisierten Kopfhörern oder personalisiertem Autointerieur.

Der neue J750 kann mehrere verschiedene Kunststoffe zu einem Bauteil vereinen. Was sind die nächsten Ziele der generellen Entwicklung?

Das Verfahren, mit dem wir mit sechs Grundmaterialien eine Vielzahl von Materialkombinationen pro Bauteil abdecken, kann noch weiterentwickelt werden. Zur Erinnerung: Die Connex-Technologie startete mit zwei Grundmaterialien und heute verarbeiten wir sechs. Weitere Optimierungen liegen im Bereich der Geschwindigkeitssteigerung und Produktivität. Auch wenn wir mit dem neuen J750 in puncto Geschwindigkeit schon einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht haben, wollen wir darin auch in Zukunft investieren und schneller werden.

Stratasys legt den Schwerpunkt auf die Kunststoffanwendung. Warum gibt es keine Metall verarbeitenden Anlagen, um das Repertoire zu erweitern?

Ich möchte nichts ausschließen, doch aktuell sehen wir bei Kunststoffen das größere Entwicklungspotenzial. Die schnellsten Fortschritte hinsichtlich der Werkstoffeigenschaften werden im Moment mit polymerbasierten Materialien gemacht. Und weil Kunststoff zunehmend als sinnvolle Alternative für Metall infrage kommt, geht der Trend immer weiter in diese Richtung. Beispielsweise ist man in der Luftfahrtindustrie schon lange auf der Suche nach Kunststoffen als Alternative zu Aluminium oder Titan, weil diese Werkstoffe sehr teuer und – ganz wichtig – ihr Vorkommen endlich ist. Ich glaube, wir sind mit der FDM- und Polyjet-Technologie für zukünftige Entwicklungen und die Anforderungen des Marktes gut aufgestellt.

Was ist, unabhängig vom 3D-Drucker J750, der nächste Schritt in Richtung Optimierung oder Neuentwicklung von Stratasys-Maschinen?

Wie bereits erläutert, wollen wir weiter in die Druckgeschwindigkeit und die Materialien investieren. Und gerade bei Letzteren werden sehr große Fortschritte gemacht. Beispielsweise hatten Kunststoffe, die beim 3D-Druck verarbeitet werden, noch vor fünf Jahren eine Hitzebeständigkeit von rund 50 °C, heute sind es bereits über 200 °C, Tendenz steigend. Das Gleiche gilt für Farben und Texturen.

Könnten Sie sich vorstellen, dass es einst Systeme geben kann, die Metalle und Kunststoffe oder auch Keramik verarbeiten, um sogar hybride Bauteile zu drucken? Was müssten diese technisch können?

Vorstellen kann ich mir vieles. Aber seriös zu beantworten ist dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

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