Intec/Z 2017 Zukunftsthemen prägen Messe und Rahmenprogramm

Redakteur: Andrea Gillhuber

Vom 7. bis 10. März trifft sich die metallverarbeitende Industrie zur Intec in Leipzig. Sowohl die Messe als auch das Rahmenprogramm sind geprägt von aktuellen Trendthemen wie Ressourceneffizienz, Digitalisierung, Leichtbau und additive Fertigung.

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Begleitet wird die Intec von einem interessanten Rahmenprogramm. Auf dem Fachsymposium „Intelligenter Leichtbau“ werden neben Audi auch BMW und Porsche einen Vortrag halten.
Begleitet wird die Intec von einem interessanten Rahmenprogramm. Auf dem Fachsymposium „Intelligenter Leichtbau“ werden neben Audi auch BMW und Porsche einen Vortrag halten.
(Bild: Audi AG)

Megatrends wie die Digitalisierung bestimmen unseren Alltag. Egal ob privat oder beruflich, jeder ist in irgendeiner Form von den Auswirkungen dieser Entwicklung betroffen. Messen tun daher gut daran, diese Themen in ihren Veranstaltungen aufzugreifen.

Die internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und Automatisierungstechnik Intec, welche vom 7. bis 10. März 2017 in Leipzig stattfindet, greift Trends wie Digitalisierung, additive Fertigung, die automatisierte Werkzeugmaschine oder Industrie 4.0 nicht nur in ihrer Ausstellung auf, sondern hat um diese Themen ein Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. In praxisorientierten Kongressen, Foren und Workshops haben interessierte Fachbesucher die Möglichkeit, ihr Wissen rund um die Trends in der Metall verarbeitenden Industrie zu vertiefen.

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Rahmenprogramm Intec 2017
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Sonderschau und Fachsymposium Leichtbau

Leichtbau spielt in den verschiedensten Industrien eine große Rolle. In der Automobilbranche werden Karosserien, in der Werkzeugindustrie Fräser und Bohrer nach diesem Prinzip gebaut, um nur zwei mögliche Anwendungsgebiete zu nennen.

Im Rahmen der Sonderschau und dem Fachsymposium „Intelligenter Leichtbau“ wird diskutiert, wie sich eine Gewichtsreduktion mit einer erhöhten Funktionialität des Produkts in Einklang bringen lässt. Die Keynote wird der Sprecher der Fraunhofer-Allianz Leichtbau, Professor Andreas Büter, halten. Als Beispiel zeiht er die Leichtbaukonstruktion eines Querlenkers heran, welcher aufgrund von Faserverbundmaterialien um bis zu 45 % leichter ist. Sein Zustand wird mithilfe eines integrierten Structural-Health-Monitoring-System (SHM) überwacht, welches die betriebssicher Auslegung dieses Bauteils garantiert. Das SHM-System basiert auf faseroptischen Sensoren. Es ermöglicht ein Loadmonitoring und weist auf Verschleiß, Ermüdung sowie Schäden der Struktur hin.

Die Keynote ist nur eines von vielen Beispielen der Sonderschau und des Fachsymposiums dafür, wie smarte Materialien den Einsatz leichterer und dennoch sehr sicherer Strukturen und Elemente im Maschinen- und Anlagenbau, im Fahrzeugbau sowie in vielen weiteren Branchen unterstützen.

Technologieforum Additive Fertigung

Prototypenbau war gestern, heute erobert die additive Fertigung ihren Platz in der industriellen Produktion. Egal ob im Werkzeugbau oder in der Luft- und Raumfahrt, aufgrund der Strukturen, die diese Fertigungstechnik ermöglicht, erobert sie zahlreiche neue Anwendungsfelder.

Begleitend zur Intec findet das Technologieforum „Additive Fertigung“ statt. Um einen umfassenden Blick auf diese Schlüsseltechnologie zu bieten, haben sich die Messeverantwortlichen das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM als Partner für die Konzeption und Organisation dieses Technologieforums ins Boot geholt. In einem Fachsymposium am 8. und 9. März geben Referenten aus Industrie und Wissenschaft zudem anwendungsorientierte Einblicke in Stand und Perspektiven der additiven Fertigung. Der Schwerpunkt wird auf die Erzeugung metallischer Strukturen für die Industrie gesetzt. Im Moment haben Pulverbettverfahren die Nase vorne. Das Verfahren ist bereits in der Industrie angekommen: In der Luftfahrt, der Medizin und auch im Werkzeugbau sind kommerzielle Anwendungen zu finden.

Digitalisierung in der Industrie

Bereits ein fester Programmpunkt während der Messe ist der Kongress „Ressourceneffiziente Produktion“. Zum fünften Mal treffen sich am 8. März Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft unter dem Motto „Mehrwert digitale Fabrik“ im Congress Center Leipzig. Thema wird hier unter anderem sein, wie die Digitalisierung helfen kann, Ressourcen einzusparen und gleichzeitig die Produktivität der Industrie zu steigern.

Wie die anderen Veranstaltungen orientiert sich auch dieser Kongress an der Praxis. Anhand des Produktionsalltags werden Optimierungspotenziale aufgezeigt sowie Tipps gegeben, wo der Anwender Angriffspunkte für eine effizientere Fertigung findet. Im Kongressprogramm sind namhafte Unternehmen zu finden: Das Vortragsprogramm startet mit Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer und seinem Beitrag „More from less – Herausforderungen und Treiber zukünftiger Produktionstechnik“. Anschließend folgt ein Praxisbeispiel, denn Professor Hubert Waltl, Vorstand für Produktion und Logistik bei der Audi AG, erläutert anhand der im September 2016 im mexikanischen San José Chiapa gegründeten Produktionsstätte für den Audi Q5, wie die smarte Fabrik funktioniert. Das Werk ist mit allen anderen Standorten vernetzt und ein Beispiel dafür, wie der Automobilhersteller die Digitalisierung und Vernetzung vorantreibt.

Ein weiteres Beispiel für die vernetzte Feritung liefert der Leiter Planung von Porsche, Thomas Riediger. Er stellt in seinem Vortrag vor, wie sein Unternehmen die „Produktion 4.0“ umgesetzt hat. Außerdem wird er genauer auf gemeinsame Projekte mit dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU eingehen.

Dritter Automobilhersteller im Bunde sind die BMW. Dr.-Ing. Johannes Voigtsberger, Leiter Produktion Elektrofahrzeuge BMW Group Werk Leipzig, hält den Vortrag „Disruption und Wandlungsfähigkeit als Grundlage für langfristigen Erfolg“.

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