Flurförderzeuge Zuverlässige Stapler für effizienten Umschlag von Sperrgut im Express-Hub

Autor / Redakteur: Peter Springfeld / Volker Unruh

Mit der Übergabe des Luftfrachtdrehkreuzes Leipzig/Halle im Mai 2008 öffnete sich für Expressgüter aus Europa das Tor zur Welt. Für eine reibungslose Be- und Entladung der Flugzeuge in einem engen Zeitfenster ist jedoch ein exakt koordinierter Materialfluss vonnöten. Und eine zuverlässige Flurförderzeugflotte.

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Der Transport der Air-Container zwischen Flugzeug und Lagerhalle erfolgt auf sogenannten Dollys, die von Elektro-Fahrersitz-Schleppern gezogen werden.
Der Transport der Air-Container zwischen Flugzeug und Lagerhalle erfolgt auf sogenannten Dollys, die von Elektro-Fahrersitz-Schleppern gezogen werden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Gegen 22:00 Uhr beginnt im DHL Express Hub Leipzig die Nachtschicht. Rund 1500 t Fracht müssen in den folgenden Stunden aus den Flugzeugen entladen, sortiert und wieder verladen werden. Da die Flugpläne akribisch eingehalten werden müssen, erhalten die Flugzeugcontainer minutengenaue Schließzeiten, um die pünktliche Verladung sicherzustellen.

Daten ermöglichen schnellen Materialfluss

Die Hauptaufgabe des DHL Express Hubs Leipzig liegt in der Lieferung von Sendungen aus ganz Deutschland ins Ausland. Wenn die Päckchen und Pakete per Bahn, Flugzeug oder Lkw in Leipzig ankommen, haben die DHL-Verteilstationen bereits alle Daten übersandt, so dass bekannt ist, welche Sendungen ankommen und wohin sie weiterzutransportieren sind. Mit diesen Daten lässt sich ein schneller, effizienter und transparenter Materialfluss sowohl für den Kunden als auch für DHL gestalten.

Im Erdgeschoss des DHL-Warehouses befinden sich etwa 260 Be- und Entladeplätze für Air-Container. Über eine Sortieranlage mit einer Leistung von 60 000 Paketen pro Stunde gelangen die bandfähigen Sendungen innerhalb von durchschnittlich sieben Minuten vom Aufgabeplatz bis zum Beladeplatz des Air-Containers, in dem sie ans ausgewiesene Ziel gebracht werden.

Für die Be- und Entladung der DHL-Air-Container werden hauptsächlich 51 Elektro-Frontstapler der Serie RX 20-18P/h eingesetzt. Bild: Still (Archiv: Vogel Business Media)

Im Sortierprozess von nicht bandfähigen Expresssendungen werden Flurförderzeuge eingesetzt. Nicht bandfähig sind Sendungen mit einem Gewicht von über 31,5 kg sowie einer Größe über 700 mm × 700 mm × 1200 mm.

Schlepper bringen Sperrgut schnell zum Air-Container

Der Transport des ankommenden Sperrguts zum deklarierten Air-Container geschieht hingegen mit Schleppern und Anhängern und ist so organisiert, dass sämtliches Sperrgut noch vor der festgelegten Schließzeit den Air-Container erreicht. Für den Umschlag von Sperrgut rund um die Air-Container und für den Transport palettierten Gutes, das beispielsweise per Lkw zum Hub geliefert wird, setzt DHL 51 Still-Elektro-Frontstapler RX 20-18P/h und fünf Modelle des Typs RX 60-25L ein.

Für den Transport der Air-Container zwischen ihren Be- und Entladestationen oder dem DHL-Warehouse werden Dollys eingesetzt, die von Elektro-Fahrersitz-Schleppern des Typs Still R 06-06 gezogen werden. Diese Schlepper ziehen darüber hinaus auch die Postwagen von der Flyersortieranlage zur ausgewiesenen Beladestation und zurück.

Still-Dollys bewegen mehrere Tonnen schwere Container

Die erwähnten Dollys sind mit Rollenbahnen ausgerüstet, so dass die bis zu mehreren Tonnen schweren Air-Container mühelos auf die mit Kugelrollen ausgestatteten Übergabestationen gezogen werden können. Als Zugfahrzeuge der Dollys auf dem Vorfeld des Flughafens verkehren vier Elektro-Fahrersitz-Schlepper des Typs R 07-25 von Still mit Zugfähigkeiten von 25000 kg.

Insgesamt setzt DHL in Leipzig rund 100 Still-Flurförderzeuge ein, darunter Elektro-Frontstapler, Dieselstapler, Schlepper sowie Nieder- und Hochhubwagen. Für die ständige Verfügbarkeit der Flotte sorgt die nahegelegene Leipziger Werksniederlassung Stills, bei Bedarf auch mit Leihfahrzeugen. Gewartet werden die Fahrzeuge in der Werkstatt des Flughafens Leipzig/Halle durch ausgebildete Fachleute.

Peter Springfeld ist freier Fachjournalist in Berlin.

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