Fogs on the run! Zwei Starrag-Premieren sichern Zukunft im Werkzeugbau

Autor / Redakteur: Nikolaus Fecht / Peter Königsreuther

Wie erobert man als Prototypen- und Werkzeugbauer neue Märkte? Nun, die Concad GmbH aus Walldürn setzt auf zwei Maschinen-Neulinge des Bielefelder Starrag-Teams, um sich für die Zukunft zu wappnen.

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Überzeugt! Der Job-Shop Concad ist in der Lage, die gesamte Länge von 15 Metern der speziellen Starrag-Hochgantry-Maschine Droop+Rein Fogs HD zu nutzen, um gleichzeitig mehrere Bauteile zu bearbeiten. Das ist aber nicht die einzige Starrag-Zerspanerin, die die Walldürner unterstützen.
Überzeugt! Der Job-Shop Concad ist in der Lage, die gesamte Länge von 15 Metern der speziellen Starrag-Hochgantry-Maschine Droop+Rein Fogs HD zu nutzen, um gleichzeitig mehrere Bauteile zu bearbeiten. Das ist aber nicht die einzige Starrag-Zerspanerin, die die Walldürner unterstützen.
(Bild: R. Baumgarten / Starrag)

Jahr für Jahr reisen Touristen und Pilger zum Wallfahrtsort Walldürn im Odenwald, mit seinem mittelalterlichen Stadtkern. Speziell Fertigungsexperten lockt neuerdings eine andere, neue Sehenswürdigkeit, dortin. Denn wenige Kilometer außerhalb, im Industriegebiet am Waldrand, steht ein großer, grauer Kubus mit gigantischer Klimaanlage auf dem Dach – ein ziemlicher Kontrast zu Fachwerkfassaden und Biberschwanz-Ziegeln. In seinem Inneren geht es auch alles andere als mittelalterlich zu. Denn dort zerspant Concad seit Anfang 2020 mit einem neuen Maschinenduo von Starrag diverse Bauteile hoch präzise und produktiv.

Drei unterschiedliche Werkstücke in einer Maschine zerspanen

Das baden-württembergische Unternehmen, außerdem stolzer Besitzer von zwei Droop+Rein-Portalbearbeitungszentren, suchte allerdings vor einiger Zeit einen zerspanungstechnischen Tausendsassa, der XXL-Werkstücke mit hoher Zerspanungsleistung schruppt und in Sachen Oberflächengüte, Präzision und Maßhaltigkeit hochdynamisch schlichtet. Ein Automobilkonzern hätte sich für diese Aufgabe einfach eine Portalmaschine mit beweglichem Tisch und eine dynamische Gantrymaschine für die mannlose Nachtschicht angeschafft. Concad ging einen ganz anderen Weg und die alternative Antwort fand er in Bielefeld: Die Starrag-Experten kombinierten die beiden Maschinentypen Droop+Rein Fogs und TF zu einem völlig neuen Maschinenkonzept, aus dem die leistungsfähige sowie präzise Hochgantry-Maschine Droop+Rein Fogs HD mit extrem hohem Drehmoment (zwischen 2.400 und 7.500 Newtonmeter) und schnell verfahrbaren, dynamisch agierenden Achsen, entstand (X-Achse: 15.000 Millimeter / Y-Achse: 5.000 Millimeter und Z-Achse: 2.000 Millimeter).

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Für die neue Maschine spricht, dass sie nicht nur rund 20 bis 30 Prozent schneller schlichtet und damit wirtschaftlicher zerspant als eine Portalmaschine. Denn die Fogs HD den Wunsch nach einer mannlosen Fertigung sowie nach dem hauptzeitparallelen Rüsten in der Maschine. Eine interessante Option offenbarte ein Vorort-Termin. Concad nutzte im Rahmen dessen die gesamte X-Achsen-Länge von 15 Metern, um gleichzeitig ein Aluminiumgehäuse, ein Werkstück aus dem Marinebereich und ein Tiefziehwerkzeug zu bearbeiten. Möglich machen dies die Sicherheitsbereiche mit Trennwand.

Eine dynamische 5-Achs-Schwester unterstützt

Unterstützt wird der Neuling aber noch von einer weiteren Maschinenpremiere, bei der es sich um das Hochgeschwindigkeits-Bearbeitungszentrum Droop+Rein Fogs NEO 50 80 N40 C handelt (X-Achse: 8.000 Millimeter / Y-Achse: 5.000 Millimeter und Z-Achse: 1.500 Millimeter). Sie erreicht im S6-Betrieb eine Fräsleistung bis 60 Kilowatt, bei einem dann wirkenden Drehmoment von 1.800 Newtonmetern. Sie hat eine neu entwickelte Fräseinheit sowie eine modifizierte C-Achse (± 400 Grad). Diese Unterstützerin setzt Concad zur effizienten Fertigung von sehr präzisen Maschinenteilen ein.

Beide 5-Achs-Maschinen eignen sich aber wegen ihrer weitestgehend identischen Ausstattung und gleichen Steuerung (Sinumerik 840D sl) nicht nur zum Feinschlichten, sondern wegen der sehr steifen Antriebe und Maschinenkomponenten auch zum Schruppen. Die Fogs NEO arbeitet zwar mit 40 Meter pro Minute in den Linearachsen dynamischer als die Fogs HD, erreicht dabei aber nicht das hohe Zerspanvolumen.

Hochgenaue Fräsergebnisse durch sinnvollen Invest

Hohe Anforderungen stellt Concad an die Grundgenauigkeit und Robustheit der volumetrisch vermessenen und kalibrierten Maschinen, die auf 15 bis 20 Mikrometer genau schlichten können. Diese Werte erklären sich auch aus den hohen Investitionen in mehrere Meter tiefe Maschinenfundamente, in einen aufwendig klimatisierten Neubau, durch die Siemens-Steuerung 840D sl und aus dem Volumetric Compensation System (VCS), das Geometriefehler des neuen Maschinenduos automatisch kompensiert. Eine wichtige Aufgabenstellung ergebe sich durch Presswerkzeuge für die Automobilindustrie, durch die sich Concad in puncto Oberflächengüte und Maßhaltigkeit ständig auf der Suche nach dem Mikrometer befinde. Ebenso wichtig ist dem Job-Shop aus dem Odenwald, dass er sich neue Märkte erschließt und dafür auch neue Werkstoffe mit dem Maschinen-Duo wirtschaftlich zerspanen kann.

Und tatsächlich: Neulich erhielt Concad von einem Forschungsinstitut einen Auftrag für ein Raumfahrtprojekt. Dabei fällt dann das Stichwort multifunktional! Doch das Starrag-Maschinenduo im vollklimatisierten Kubus kann auch solch anspruchsvolle Aufträge schnell, günstig und mit hoher Präzision und Prozesssicherheit bewältigen.

Dass das funktioniert, ist auch ganz im Sinn des Werkzeugmaschinen-Herstellers Starrag und seiner Markenbotschaft „Engineering precisely what you value“.

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